Ein liebenswerter Roman über das Leben in einem fiktiven Londoner Nobelhotel ist dem englischen Komiker und Autor Mark Watson gelungen. Der Leser begleitet den ruhigen und sympathischen Concierge Graham, den egozentrischen Hotelbesitzer Howard York sowie eine ganze Reihe von anderen detailreich ausgearbeiteten Figuren über einen Zeitraum von etwa 40 Jahren bei ihrem Wirken im „Hotel Alpha“ – so auch der Titel des Romans. Weiterlesen
Autor: Leselust Team
Christina Baker Kline: Der Zug der Waisen
Maine, 2011: Die 17-jährige Molly ist als Pflegekind seit Jahren von Familie zu Familie gereicht wurden. Als sie in einer Bibliothek ein Buch mitgehen lässt, wird sie zu 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit verdonnert, um einem Jugendarrest zu entgehen. Diese Stunden soll Molly bei der alten Vivian ableisten, die einen Dachboden voller Erinnerungen hütet. Die meisten der Kisten führen zurück ins Jahr 1929 und die Jahre danach. Denn damals verlor Vivian ihre Familie, ja sogar ihre Identität und fuhr mit den Waisenzügen ins Landesinnere, auf der Suche nach einer neuen Familie und einer neuen Aufgabe. Doch Vivian hatte nicht immer Glück und schon bald wird Molly klar, dass die beiden mehr verbindet als nur die lästige Aufgabe. Weiterlesen
Dieter Treeck: Ich hab noch ein Bein von dir
Die Dortmunder kennen einige der Chansons und Couplets von Dieter Treeck, weil seine Lebensgefährtin Kriszti Kiss sie manchmal in ihren Bühnenprogrammen rezitiert. Nun ist der Lyrikband von Treeck „Ich habe noch ein Bein von Dir“ mit 94 Gedichten, schrägen Vers-Satiren und „poetischen Alltagsnotizen“ erschienen. Und einige dieser Gedichte sind so kurios wie der Titel des Buches.
Über Hunde, Cafés, Menschen im Alltag und sogar einen Taschendiebstahl schreibt Treeck sehr gewitzt und unterhaltsam. Auch Dialoge hat er in Versform gebracht, und er nimmt die Leser mit in seine zweite Heimat Budapest und nach Polen.
Und man kann sich sofort vorstellen, wie die Chansontexte und Couplets auf einer Bühne klingen würden.
Dieter Treeck: Ich hab noch ein Bein von dir.
Universitätsverlag Brockmeyer, März 2015.
142 Seiten, Taschenbuch, 11,90 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.
Elin Bengtsson: Zwischen Winter und Himmel
Der 15-jährige Andreas leidet an einer unheilbaren Krankheit und weiß, dass er den Sommer nicht überleben wird. Er zieht sich vor seinen Mitmenschen zurück und spielt Gitarre. Sein Bruder Martin kann das überhaupt nicht verstehen. Er genießt sein gesundes Leben mit seiner Freundin und würde dies genauso tun, wenn er krank wäre. Sollte man nicht jeden Tag, der einem bleibt, in vollen Zügen genießen? Der Abgrund zwischen den beiden Brüdern wird mit jeder Stunde unüberwindbarer. Weiterlesen
Eva Baronsky: Manchmal rot
Christian von Söchting ist ein erfolgsverwöhnter Anwalt. Kurz davor, einen Megadeal abzuschließen, eine renommierte amerikanische Kanzlei macht Fusionsangebote. Was will man mehr? Die einzigen Hindernisse sind das Schwarzgeldkonto des Vaters, das er auflösen soll, und der Seniorpartner der Kanzlei, der gegen die Fusion ist. Aber Christian ist davon überzeugt, dass er auch diese Probleme bald lösen wird. Nur, dass Freundin Charlotte ihn verlassen hat, trübt seine Stimmung. Dass er eine Putzfrau hat, merkt er nur daran, dass die Luxuswohnung regelmäßig in Ordnung gebracht wird und der 50 Euro Schein auf der Küchentheke verschwindet. Wer sie ist, weiß er nicht, Charlotte hatte sie damals eingestellt, schwarz. Weiterlesen
Amy Forster: Der Himmel über Berkeley Park
Berkeley Park im Frühjahr 1912. Während die Welt entsetzt ist über den Untergang der Titanic, geht auf dem Landsitz der adeligen Familie Clay alles seinen traditionellen Gang. Die Dienerschaft weiß, wo ihr Platz im Leben ist, an Traditionen hält man fest. Einzig Rhys, ältere der jungen Mylords und Ella, ein irisches Dienstmädchen, teilen ein Geheimnis. Bis ein schrecklicher Unfall Ellas Gedächtnis und ihr munteres Wesen löscht. Weiterlesen
Erik Axl Sund: Narbenkind
Die Stockholmer Kommissarin Jeanette Kihlberg ermittelt in einer grausamen Serie von Morden an Jungen, deren mumifizierte Leichen schwerste Verletzungen aufweisen. Als ein bekannter Geschäftsmann auf bestialische Weise abgeschlachtet wird, legt ihr Vorgesetzter Polizeichef Billing die Ermittlungen auf Eis. Die Indizien im Fall des ermordeten Geschäftsmannes deuten auf einen Mord aus Rache.
Die Psychologin Sofia Zetterlund, die mit Jeanette ein Verhältnis begonnen hat, soll ein Täterprofil erstellen. Dabei erlebt sie immer häufiger Bewusstseinsstörungen und erkennt, dass sie selbst unter einer dissoziativen Identitätsstörung leidet. Ihre Patientin Victoria Bergmann, die als Kind von ihrem eigenen Vater missbraucht worden und vor zwanzig Jahren verschwunden ist, kristallisiert sich als eine Teilpersönlichkeit Sofias heraus. Weiterlesen
Erik Axl Sund: Krähenmädchen
Ein Junge wird in einem Park in Stockholm tot aufgefunden. Sein mumifizierter Körper ist übersät von zahlreichen schweren Verletzungen und seine Genitalien sind ihm entfernt worden. Seine Identität kann zunächst nicht festgestellt werden. Doch es bleibt nicht bei diesem einen toten Jungen. Über Monate hinweg werden in Stockholm weitere Leichen in unterschiedlichen Zuständen von Mumifizierung gefunden, die alle Anzeichen schwerster Misshandlungen aufweisen und denen die Genitalien entfernt worden sind.
Die Kriminalkommissarin Jeanette Kihlberg bittet die Psychologin Sofia Zetterlund um Hilfe, bei der eines der Opfer in Therapie gewesen ist. Weiterlesen
Cecelia Ahern: Das Jahr, in dem ich dich traf
Die Romane von Cecelia Ahern sind mehr als reine Liebesromane. Die Figuren sind meist besonders interessant. Immer sind die Bücher der 33-jährigen Irin Bestseller, oft werden sie verfilmt. Bei ihrem neuen Roman „Das Jahr, in dem ich Dich traf“ dürfte das schwer werden, denn es passiert nicht allzu viel auf den knapp 400 Seiten.
Jasmine wurde ein Jahr von der Arbeit freigestellt und langweilt sich nun zu Hause – so, wie auch oft die Leser dieses Buchs. Sie stürzt sich in die Gartenarbeit, ist Mutterersatz für die Schwester Heather, die das Downsyndrom hat, und lernt den alkoholkranken Nachbarn kennen. Weiterlesen
Jeff Vandermeer: Southern Reach 03: Akzeptanz
Zweiunddreißig Jahre ist es nun schon her, dass eine abgelegene Küstenregion im Süden der USA von etwas – dem Ereignis wie Geheimdienst und Regierungsstellen es nennen – heimgesucht wurde. Die Area X entstand, ein abgeschlossener Landstrich, mit einer fast undurchdringlichen Grenze, in dem Merkwürdiges vorgeht.
Offiziell zwölf, tatsächlich waren es 38 Expeditionen wurden durch das einzige bekannte Tor in die Area entsandt – sie alle scheiterten. Die Teilnehmer verschwanden entweder spurlos, oder kamen ohne Erinnerungen an die Vorkommnisse in der Area zurück – und starben bald darauf an einer besonders bösartigen Krebserkrankung. Weiterlesen