Willow ist 12 Jahre alt und so ganz anders als andere 12-Jährige, das hat sie schnell erkannt. Schon im Kindergarten stellte sie unangenehme Fragen und schnell war klar, dass das Mädchen hochbegabt ist. Seitdem pflegt sie hinterm Haus ihrer Eltern einen Urwald an Pflanzen und weiß genau, auf die neue Schule wird sie mit ihrer Gartenkleidung gehen, da sie diese am liebsten hat. Bereits in der ersten Woche ist die neue Schule allerdings weniger Neustart als Schikane, denn als sie einen Test mit Bravour besteht, glaubt die Lehrerin, sie habe geschummelt und schickt sie zum Sozialarbeiter Dell, der schon bald ihr Potenzial erkennt. Doch dann passiert das Unfassbare: Willows Eltern sterben bei einem Autounfall und plötzlich erfährt Willow, was wahre Freundschaft heißt und dass nichts auf der Welt verlässlich ist. Weiterlesen
Autor: Leselust Team
Brandon Sanderson: Die Rächer 02: Firefight
Eigentlich kennen wir sie nur aus Comics und den entsprechenden Verfilmungen – Menschen, denen besondere Kräfte verliehen wurden und die als Superhelden für das Gute in den Kampf ziehen.
Was aber wäre, wenn es derartigeWesen wirklich geben würde, wenn ganz normale Menschen plötzlich und unerwartet jede Materie in Stahl verwandeln könnten, durch Wände gehen würden, oder gar dem Wasser befehlen könnten?
Diese eigentlich theoretische Frage stellt sich nach Calamity der Welt, als die Epics plötzlich auftauchten. Menschen mit übermenschlichen Kräften, doch halt, für das Gute setzen sie diese in den wenigsten Fällen ein. Weiterlesen
Kass Morgan: Die 100: Tag 21
Tag 21 ist der Tag, an dem die jugendlichen Straftäter, die aus dem Weltraum zur Erde zurückgekehrt sind, erste Krankheitssymptome zeigen müssten – wenn diese Erde noch atomar verseucht ist.
Zu der Angst, dass Kinder mit ernsten Symptomen am Tag 21 tatsächlich die Strahlenkrankheit haben könnten, kommen zahlreiche andere Probleme.
Das Camp der jugendlichen Straftäter wurde von Erdgeborenen überfallen und es ist eine Herausforderung, sich gegen diese Gruppe zu schützen. Weiterlesen
Andrea Camilleri: Aussetzer
Die Montalbano-Krimis von Andrea Camilleri sind inzwischen Kultbücher. Statt der kleinstädtischen Machenschaften auf Sizilien beschreibt der 90-jährige Italiener in seinem neuen Krimi nun großbürgerliches Milieu in Mailand. Das gelingt weniger gut als in den „Montalbano-Krimis, die viel mehr Atmosphäre und letztlich auch Spannung haben.
Im „Aussetzer“ ist das Thema aktuell, aber die Figuren sind nicht so schlüssig durchleuchtet wie der sizilianische Kommissar Montalbano. Es geht um gierige Topmanager, Kapitalismus und Firmenbosse, die sich von erotischen Gefühlen leiten lassen.
Mauro De Blasis ist Geschäftsführer eines großen Unternehmens und geht skrupellos mit den Angestellten um, als es seiner Firma schlecht geht.
Aber mit 42 Jahren hat er das Gehirn eines 80-Jährigen. – Eine rätselhafte Krankheit, hinter der doch wohl kein Tumor steckt.
Camilleri entwickelt ein Verwirrspiel um Liebe und Hass, Verra und Leidenschaft. Aber so richtig warm wird man mit den Figuren und der Geschichte nicht.
Andrea Camilleri: Aussetzer.
Kindler, November 2015.
208 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.
Renée Karthee: Die seltsame Reise mit meinem Bruder
Nellys Leben ändert sich an dem Tag, als ihre über 70-jährige Mutter im Garten stürzt und im Krankenhausoperiert werden muss. Infolge dessen kann sie sich mindestens eine Woche lang nicht um Nellys älteren Bruder Nils kümmern. Der ist immerhin schon 45 Jahre alt und sollte eigentlich in der Lage sein, auf sich selbst aufzupassen. Das allerdings kann Nils nicht, im Gegenteil muss sein Leben nach einem strickten Muster ablaufen und mit seinen autistischen Zügen wird jede Abweichung vom Alltag zum Minenfeld. Da kommt die Reise nach England zur Hochzeit eines Cousins gerade richtig! Nelly und Nils wagen die Reise und lernen auf dieser mehr über sich selbst als in den vergangenen Jahren. Weiterlesen
Brent Weeks: Die Licht-Saga 04: Schattenblender
Einst war er der mächtigste Mann der Satrapien – Gavin Guile, Brudermörder, Schwarzes Prisma, der Mann, dem die Welt, eine Zeitlang zumindest, Frieden verdankte. Nun aber hat ein Dolch ihm seine Gaben entzogen, wurde er in einem Kerker gefangen gesetzt, gefoltert, verstümmelt und soll nun geblendet werden. Seine Feinde haben gesiegt, und dies sogar ohne, dass sein intriganter Vater seine Hände im Spiel hat.
Während die Chromaturgie von außen bedrängt wird, immer weitere Gebiete an die aufständigen Truppen des Farbprinzen verliert, müssen Gavins Frau Karris und sein Sohn Kip es mit dem alten Guile aufnehmen. Dieser verfolgt mitleidlos seine Pläne, intrigiert, erpresst und mordet – selbst vor seiner eigenen Familie macht er nicht halt, gilt es doch ein neues Prisma und eine neue Weiße zu küren – und für beide Posten hat er seine eigenen Kandidaten … Weiterlesen
Tor Fretheim: Die Stille nach Nina Simone
Nina Simone ist eine Jazz-Sängerin, deren Lieder Simons Eltern im Schlafzimmer abgespielt haben, während sie sich stritten und der Vater die Mutter schlug.
An diese Sängerin schreibt Simon nun Briefe, während er im Zug auf dem Weg zu seinem Vater ist. Auf nur 124 Seiten (in großer Schrift mit vielen Absätzen, die die kurzen Sätze trennen), wird so die Familiengeschichte von Simon erzählt. Gerade weil es nur zwei bis drei Stunden dauert, bis der kurze Text bewältigt ist, erscheint er unheimlich bedrückend. Weiterlesen
Vanessa Roggeri: Das wilde Herz des Wacholders
In der Halloween-Nacht 1880 kommt in einem Dorf auf Sardinien ein Mädchen zur Welt. Nach einem alten Volksglauben liegt ein Fluch über der siebten Tochter der Familie: Sie soll eine Hexe sein.
Als Baby wird Ianetta von ihrem Vater fast getötet, später wird das Mädchen von der Familie beinahe verbrannt, später totgeprügelt. Sie wird für den Tod ihrer Schwester und des Vaters und viele andere Unglücke in dem Dorf verantwortlich gemacht. Nur ihre älteste Schwester Louisa glaubt an das Gute in dem Kind, das verstoßen in einer Höhle im Wacholder-Gestrüpp lebt. Aber als Ianetta später nach Louisas Baby greift, kommt es zum Eklat. Und dann geschieht ein Wunder.
Die Italienerin Vannessa Roggeri erzählt in „Das wilde Herz des Wacholders“ einen spannenden Hexenroman des 19. Jahrhunderts in moderner Sprache. In Italien stürmte dieses fulminante Debüt sofort die Bestsellerlisten.
Vanessa Roggeri: Das wilde Herz des Wacholders.
dtv, Juni 2015.
272 Seiten, Taschenbuch,14,90 Euro .
Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.
Jean Prévost: Das Salz in der Wunde (1934)
Jean Prévost (1901 – 1944) schrieb neben literaturkritischen Texten und Reportagen auch Romane, in denen die emotional begründete Handlung seiner Helden im Mittelpunkt steht.
»Das Salz in der Wunde« erzählt vom Fall und Aufstieg des Jurastudenten Crouzon während der goldenen zwanziger Jahre. Der junge Mann hat bereits als Waisenkind das Kämpfen gelernt. Mit Intelligenz und Fleiß behauptet er sich in einer Pariser Eliteuniversität. Hinter dem Vorhang am Ende eines Flures lebt er in einem provisorischen Zimmer. Weiterlesen
Frank Goosen: Sechs silberne Saiten
Holger hatte sich darauf eingestellt, Heiligabend alleine und einsam zu sein. Weil er Geld braucht, jobbt er vormittags noch als Weihnachtsmann, und dann passiert ihm ein Missgeschick nach dem anderen: Er wird von einem Zwölfjährigen erpresst, sperrt sich aus, seine Eltern sind zerstritten.
Der Bochumer Autor Frank Goosen erzählt in der Geschichte „Sechs silberne Saiten“ sehr humorvoll und auch ein bisschen besinnlich, wie Holger trotzdem noch in ganz großer Runde wunderbar Weihnachten feiert.
Die sechs silbernen Saiten gehören zur Westerngitarre von Weihnachtsmann Udo. Und der ist Drahtzieher in der Geschichte. Mit hübschen Zeichnungen Peter Schössow ist der dünne Band illustriert. Ein Buch für eine Adventsstunde, das man auch Kindern vorlesen kann.
Frank Goosen: Sechs silberne Saiten.
Kiepenheuer & Witsch, Oktober 2015.
96 Seiten, Taschenbuch, 6,00 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.