Wer bereits das Vergnügen hatte, etwas von Garry Disher zu lesen, der ahnt, wie sich die Suche nach Verbrechern in der heißen australischen Landschaft anfühlen könnte. Wenn seine Ermittler zwischendurch versuchen, nassgeschwitzt in Shorts und T-Shirt ihr Privatleben im Griff zu behalten, sofern es überhaupt schon im Griff ist, dann spürt man bei der Lektüre fast schon den heißen Wind auf den spröden Lippen.
Im Prinzip sind Garry Dishers ermittelnde Polizisten immer im Einsatz, denn sie können nicht abschalten. Sie sind aus den unterschiedlichsten Gründen Getriebene. In seinem Kriminalroman Stunde der Flut steht der Polizist Charles Deravin im Fokus. Gerade spürt er die Folgen seiner Handgreiflichkeit gegenüber seinem Chef, der einem Vergewaltiger einen Freibrief geben will. Während seiner Suspendierung muss Charlie zu einer Psychologin und seine ungewohnte Freizeit mit neuem Leben füllen. Wie lange das Disziplinarverfahren gegen ihn laufen wird, steht in den Sternen. Was ebenfalls in den Sternen steht, ist, warum seine Mutter vor zwanzig Jahren aus dem trostlosen Menlo Beach spurlos verschwand und dies ausgerechnet aus einer Gegend, in der viele Polizisten wohnen. Damals hielt jeder seinen Vater, der ebenfalls Polizist war, für den mutmaßlichen Mörder. Doch ohne Leiche und mit einer Handvoll Indizien kann der Fall nicht abgeschlossen werden. Weiterlesen








