Dieter Georg Herbst & Thomas Heinrich Musiolik: Digital Storytelling

Durch Vernetzung der User im digitalen Kosmos lassen sich Digital Storys auf neuartige Weise gemeinsam erstellen, entwickeln und weit verbreiten. […] User können aktiv dem Verlauf der Markengeschichte folgen und diesen mitbestimmen.“ (S. 282)

Was ist Digital Storytelling, wie entstehen digitale Geschichten und warum sind zu viele Geschichten in der Unternehmenskommunikation so langweilig, obwohl sie durchaus aufwendig hergestellt sind? Die beiden Storytelling-Experten Dieter Georg Herbst und Thomas Heinrich Musiolik erklären diese Themen dank unglaublich vieler praktischer Tipps, Taktiken und Strategien sehr anschaulich und tiefgreifend. Wie ein Leuchtturm im Dschungel des Digital Storytelling. Storytelling bleibt kein abstraktes Hypewort mehr. Seite um Seite erspüren wir als Leser sogar die Bedeutung multisensorischer Erlebnisse im Storytelling. Außerdem lernen wir, was digitale Geschichten spannend macht und wie Abenteuer die Stories voran bringt. Weiterlesen

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Miqui Otero: Simón

Aus Spanien kommt ein Roman, der von einem Jungen handelt, der in Barcelona aufwächst. Seine Familie inklusive Onkel und Tante betreiben eine Kneipe, die so etwas wie das Zuhause für den Titelhelden Simón ist. Es ist herrlich, wie Autor Miqui Otero das sinnbefreite Gerede der Stammgäste beschreibt.

Simón, der unter dem plötzlichen Weggang seines Cousins leidet, wird zum jungen Mann, lässt sich zum Koch ausbilden und lernt ganz unterschiedliche Frauen kennen. Die Beschreibungen dieser manchmal turbulent verlaufenden Liebschaften nehmen einen breiten Raum ein.

Er geht auf Reisen, probiert Drogen und erlebt unterhaltsame Abenteuer. Weiterlesen

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Bianca Blasl & Wilhelm Geiger: Bauer to the people

In diesem Sommer 2022, in dem die Hälfte der Fläche der EU von Dürre oder großer Trockenheit betroffen ist, in dem die Medien von ausgetrockneten Flüssen und verschwundenen Seen berichten, fragt man sich ernstlich: Woher kommt eigentlich unser Essen? Wie geht das vonstatten mit der Lebensmittelproduktion in Österreich (und Deutschland)? Wird es trotz Klimawandel in naher Zukunft für alle genug zu essen geben? Kaum jemand aus den großen Städten kennt einen Bauern persönlich. Bianca Blasl, gelernte Agrarökonomin und vielseitig interessiert, und Wilhelm Geiger, Koch und Sozio-Ökonom, wollten wissen, wer denn die Menschen sind, die die Basisprodukte unsere Nahrungsmittel herstellen, unter welchen Bedingungen sie das tun, was sie dafür bekommen, welcher Einsatz und welcher Aufwand dafür notwendig sind, und, und, und.

Sie wollten hinter die Ku(h)lissen schauen, wie es im Titel schon heißt und sich selbst vor Ort ein Bild machen. Nur mehr zwei Prozent der Erwerbstätigen in Österreich sind Bauern. Blasl und Geiger haben einige von ihnen besucht, sowohl konventionell wirtschaftende Landwirte als auch Bio-Bauern. Weiterlesen

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Jessica Durlacher: Die Stimme

Fünfzehn lange Jahre ist Zelda der Verarbeitung eines traumatischen Erlebnisses aus dem Weg gegangen. Mit der Zeit hat sie sich mit dem Nicht-daran-Denken-wollen arrangiert, bis sie von ihrem ältesten Sohn Philip Informationen erhält, die sie zwingen, sich zu erinnern.

Zelda erinnert sich unter anderem an die erschreckenden Begleitumstände ihrer Hochzeit und die neue Perspektive. Sie denkt auch an die wenigen Monate, in denen das Kindermädchen Amal ein Teil ihrer Familie war. Womit niemand rechnen konnte, war Amals verborgenes Gesangstalent. Anfangs ist es ein Geheimnis zwischen ihrem jüngsten Sohn Sam und Amal. Doch dann hören auch andere, wie grandios ihre Gesangsstimme ist.

Ein zweites Mal erfahren Zelda und ihre Familie, wie politische Ereignisse zu weitreichenden Folgen führen. Weiterlesen

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Annika Büsing: Nordstadt

Die kämpferische Bademeisterin Nene und der zurückhaltende Boris, das Liebespaar des Jahres. So könnte man den Debütroman der im Ruhrgebiet geborenen Autorin zusammenfassen. Die beiden jungen Menschen sind Außenseiter: Sie ist traumatisiert von einer gewalttätigen Kindheit, von Einsamkeit und Lieblosigkeit. Er verdankt der Nachlässigkeit seiner Mutter die Erkrankung an Kinderlähmung, deren Folgen ihm bis heute Schmerzen und Ausgrenzung verursachen.

Ihrer beider Geschichte erfahren wir aus dem Mund Neles, unverblümt kotzt sie die Sätze aus, erratisch erzählt sie von ihrer wachsenden Zuneigung zu diesem verstörten Jungen, der ständig lügt und ihr Dinge vorgaukelt, die so nicht existieren. Boris ist so ganz anders als die Männer und Jungs, die sie bislang kennt, und er lässt sie nicht so einfach und schnell in sein Herz.

Wie es ihr gelingt, sich dennoch dort hineinzuschleichen, wie sie die Mauern überwindet, die er um sich herum errichtet hat und dabei auch ihre eigenen zum Wanken bringt, das beschreibt die Autorin in einem ganz eigenen, eigenwilligen Stil. Der aber so fulminant gut zu der Figur der Nene passt, als wäre er für sie erfunden. Weiterlesen

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Jean-Luc Bannalec: Bretonische Nächte

Pünktlich zum angekündigten Erscheinungsdatum und an den Anfang der Sommerferien in NRW placiert, liegt er im Buchhandel vor: Kommissar Dupins 11. Fall!

Wie gewohnt bekommt der Lesende einen ausgewogenen Mix aus Landschaftsbeschreibungen, kulturellen und kulinarischen Besonderheiten im Genre eines Krimis vorgelegt. Darüber hinaus steht der Autor, der in Frankfurt und in der Bretagne lebt, auch für eine politische Botschaft. Bannalec setzt sich für ein  geeintes und starkes Europa ein. Ein Wert, der für den Autor vor allem in der deutsch-französischen Freundschaft sichtbar und praktisch wird. Für dieses Ansinnen und sein diesbezügliches Engagement wurde er schon häufig ausgezeichnet und geehrt.

In seinem elften Fall legt der Bestsellerautor Jörg Bong alias Jean-Luc Bannalec seinen Fokus auf bretonische Gärten mit ihrem geheimnisvollen Charme, auf seltene Vogelarten und auf Cidre, jener bretonische Apfelwein, der besonders während der warmen Jahreszeit gern getrunken wird.

Kommissar Dupin führt der neue Fall in den „wilden“ bretonischen Norden an die Mündung des Flusses Aber Wrac’h im Finistère. Hier lebt die Familie von Inspektor Kadeg, der in diesem Fall, persönlich betroffen, zum Opfer wird. Weiterlesen

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Amor Towles: Lincoln Highway

Überraschend, nachdenklich, witzig, manchmal sogar geradezu weise – all das ist der unbedingt lesenswerte neue Roman des 1964 geborenen Amerikaners Amor Towles. „Lincoln Highway“ heißt er.

Vier Jungs, drei von ihnen waren zuvor in einer Besserungsanstalt, machen sich in einem alten Studebaker auf den Weg in eine vermeintlich bessere Zukunft: Zwei wollen in Kalifornien ihre verschollene Mutter wiederfinden, zwei erhoffen sich durch einen Abstecher in New York einen dicken Batzen Geld.

Von Anfang an läuft ihre Reise alles andere als geplant. Unsere Helden stolpern von der einen in die andere Misere. Sie lernen etwa einen Pater kennen, der wenig ehrenhaft handelt – oder Ulysses, der sich als eine Art Widergänger seines Namensvetters aus dem alten Griechenland entpuppt. Weiterlesen

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Susan Kaufman: New York – Wie es keiner kennt

Ein intimes Porträt: fantastisches New York – so wie es kaum jemand kennt. Blinkende Lichter, Wolkenkratzer, Sirenenlärm, U-Bahn-Rattern, Taxi-Hupen, hektische Business People, Touristenmassen … All das spüre ich in keiner Sekunde, wenn ich durch den wunderschönen Bildband blättere.

Bestaunen können wir blühende Kirschblüten, charmant-elegante Stadthäuser, dekorierte Geschäfte mit fantasievollen Schaufensterfronten, einzigartige Parks, zauberhafte Blumeninstallationen an Ladenfassaden und unzählige atmosphärische Straßenbilder.

Susan Kaufman nimmt uns mit auf einen außergewöhnlich schönen Streifzug durch die Straßenzüge, weit abseits der typischen Touristenpfade und bekannten Sehenswürdigkeiten. Weiterlesen

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Kristine Getz: Poppy

Lotte Wiig führt ihr Leben online. Vor allem seit ihre jetzt 2-jährige Tochter Poppy geboren wurde, bewirbt sie online alles vom Babybett bis zur Nuss-Nougat-Creme. Dabei hat sie mit ihrem Mann Jens, der die Online-Inhalte managt, großen Erfolg. Mütter eifern ihr nach, Zeitungen schreiben über sie und auch Neider gibt es genug. Dann taucht ein Stalker auf, der heimlich von ihr und Poppy Bilder schießt, und mit ihm ein ungutes Gefühl. Doch Lotte und Jens wollen sich nicht verunsichern lassen und posten weiter. Bei einem Wochenende im Wellnesshotel eskaliert dann die Situation: Poppy, die in der Obhut des Opas zurückblieb, verschwindet plötzlich spurlos. Forderungen von Kidnappern gibt es allerdings keine – was kann passiert sein?

Die amerikanische Autorin Kristine Getz legt mit „Poppy“ ihren Debütroman in norwegischer Sprache vor. Er ist in Norwegen angesiedelt, welches sie durch ihren Ehemann vermutlich gut kennt. Beschrieben wird unter anderem, dass erst wenige Wochen zuvor ebenfalls ein Kleinkind in der Nähe verschwand. Nur etwa vier Stunden nach seinem Verschwinden tauchte es unversehrt wieder auf. Ein Unterschied zu Poppy: Von dem Mädchen gab es online kein einziges Bild, von Poppy tausende. Die Mutter des ebenfalls verschwundenen Mädchens war aber ein großer Fan von Lotte Wiig. Ist das eine erste Spur? Weiterlesen

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Donna Freitas: Die neun Leben der Rose Napolitano

Der Körper von Frauen gehört ihnen nie allein. Das macht nicht nur der in Amerika gekippte „Roe vs. Wade“-Beschluss zum Thema Abtreibungsrecht deutlich. Donna Freitas setzt mit ihrem Roman „Die neun Leben der Rose Napolitano“ noch viel früher an – und zwar beim noch nicht mal gezeugten Kind. Ihre Protagonistin Rose ist eine erfolgreiche Professorin, verheiratet mit dem Fotografen Luke und mit der klaren Einstellung, keine Kinder haben zu wollen. Das wird ihr von der Gesellschaft übelgenommen. Sie mache einen Fehler, den sie bereuen werde. Die Muttergefühle würden schon noch in ihr erwachen. Könnte es sein, dass Luke nicht der Richtige ist? Die Zerrissenheit der Frauen, die perfiden Erwartungen und Widersprüche der Gesellschaft sowie Rollenbilder, die zum Scheitern verurteilt sind – all dies beschreibt die amerikanische Autorin absolut nahbar und nachvollziehbar. Ein Buch, das verärgert, berührt und Frauen Mut macht, auf ihr eigenes Bauchgefühl zu hören. Was auch immer dieses ihnen mitteilt.

Als Luke, der zu Beginn ihrer Ehe noch versprochen hatte, ebenfalls keinen Nachwuchs haben zu wollen, plötzlich seine Meinung ändert, steht Rose vor einem Dilemma. Soll sie auf ihrem Standpunkt beharren und ihn verlieren? Soll sie ihn ziehen lassen und die beste Beziehung ihres Lebens ruinieren? Könnte sie ihre Meinung vielleicht ebenfalls ändern? Was, wenn sie im Alter ganz allein ist? Und ihre Mutter würde sich so sehr über ein Enkelkind freuen! Weiterlesen

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