J. R. Ward: Black Dagger Legacy 03: Zorn des Geliebten

Auch der schlagende Arm der Vampir-Bruderschaft, die Black Dagger brauchen Nachwuchs. Im Kampf gegen die Lesser in Diensten Omegas, sind sie zahlenmäßig unterlegen, die Auseinandersetzungen gegen ihre internen Gegner habe sie weiter geschwächt. Nachdem sich Vampire der Glymera eher weniger zu den Bluttaten der Dagger berufen fühlen, hat der König ein Schulungs- und Trainingsprogramm aufgelegt, das für alle Vampire offen steht. Selbst zwei Frauen haben den mehr als anspruchsvollen Eignungstest bestanden und trainieren mit ihren männlichen Kameraden.

Peyton kommt zwar aus adeliger Familie, ist aber als Tunichtgut und Taugenichts verschrien. Drogen und Sex, Anders hat er nicht im Sinn – bis er sich dem Programm anschließt. Dass seine Freundin Paradise ebenfalls im Programm ist und dort ihre wahre Liebe gefunden und sich gebunden hat, ist für ihn ein schwerer Schlag. Während sein Vater noch versucht ihn für eine gute Partie anzubieten, trifft er in der traumatisierten Novo im Programm sein Schicksal – doch kommen die Beiden, die so unterschiedlich sind, überhaupt zusammen und passen sie zueinander? Weiterlesen

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Joey Comeau: Überqualifiziert

Joey hat genug davon, an den immergleichen Bewerbungsschreiben zu sitzen, seine eigenen Fehler zu kaschieren und Lügen aufzutischen, die er nicht einmal selbst glauben möchte.

In der aalglatten Person, die ihm aus seinen Bewerbungsschreiben entgegenstrahlt, erkennt er sich nicht wieder und als sein Bruder von einem Auto erfasst wird und um sein Leben kämpft, hat Joey es endgültig satt. Und schnell ist klar, dass es längst nicht mehr nur um einen Job geht. Seine Bewerbungen an verschiedenste Arbeitgeber gestalten sich grotesk und erlauben einen Einblick in Joeys Leben: Bei Absolut Vodka bewirbt er sich um eine Stelle im Marketing, da er über Erfahrung mit Alkohol verfügt („Lieber Absolut Vodka …“). Und da er Levi Strauss & Co gegenüber betont, ein eigenes Leben zu haben, ist er durchaus bereit, für schlecht gelaunte Kunden die richtigen Hosengrößen herauszusuchen, um eben dieses Leben führen zu können.

Als Santa Claus zu arbeiten – ohne Erfahrung mit Kindern zu haben, aber angeklagt wegen Belästigung und mit dem Eingeständnis, Kinder zu hassen – wird ihm kaum gelingen.

„Weißt du noch, wie es war, das Beste im Mann zu sein?“, fragt er Gilette (besser, den „lieben Gilette“) und Paramount Pictures vertraut er an: „Ich möchte Horrorfilme schreiben“. Weiterlesen

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Stefanie Höfler: Der große schwarze Vogel

Es ist ein strahlender Oktobertag, als die Mutter des 14-jährigen Bens überraschend tot im Bett aufgefunden wird. Ben beschreibt einige Tage danach, was mit der restlichen Familie – ihm, seinem kleinen Bruder, der liebevoll Krümel genannt wird, dem Vater und der Tante – passiert. Wie ist es, wenn plötzlich die Mutter nicht mehr da ist? Ben muss viel über seine Mutter nachdenken, macht sich aber auch Gedanken, wie es weitergehen soll, wie die Zukunft aussieht ohne sie.

Stefanie Höfler hat einen ruhigen Roman über Trauer geschrieben, der nicht nur etwas ist für junge Leser und Leserinnen ab 13 Jahren, sondern auch Eltern und Erwachsene generell ansprechen sollte. Es sind die leisen Töne, die hier die Musik machen. Ja, man könnte fast sagen, die Autorin schafft es, Bens Sprachlosigkeit in Worten einzufangen. Die Geschichte setzt sehr dramatisch im Moment der versuchten Wiederbelebung von Bens Mutter durch die Sanitäter ein. Ben ist im Nebenraum und hört nur, was passiert. Die Bilder dazu sind aber unweigerlich in seinem Kopf. Die Wohnung ist klein, man kann sich der Situation nicht entziehen. Auch nicht, als die Sanitäter aufgeben und seine Mutter für tot erklärt wird. Als Leser oder Leserin ist man gleich mittendrin statt nur dabei und kann sich – wie Ben – nicht aus dem Staub machen. Weiterlesen

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Gianna Molinari: Hier ist noch alles möglich

Eine junge Frau nimmt eine Stelle als Nachtwächterin in einer fast schon aufgegebenen Kartonagen-Fabrik außerhalb der Stadt an. Nur noch wenige Menschen arbeiten hier. Alle warten auf das endgültige Aus und nicht nur die Stimmung, sondern auch die Umgebung ist trist: rundherum Felder, weiter hinten der Wald und der Flughafen, Löcher im Zaun, mit Unkraut überzogener Boden, geschlossene Hallen. Und doch ist die junge Nachtwächterin der Meinung, dass es hier viel zu entdecken gibt. Hier ist noch alles möglich. Sogar der Wolf, den der Koch gesehen haben will und der noch einmal für ein wenig Aufregung sorgt.

Fallen werden ausgelegt, die junge Frau beginnt mit ihrem Kollegen Clemens eine Fallgrube auszuheben und die Überwachungskameras zeichnen auf, was draußen passiert. Allerdings möchte sie nicht, dass dem Wolf etwas geschieht, sie fühlt sich ihm verbunden, verteidigt ihn, den niemand sonst seither gesehen hat. Gibt es ihn tatsächlich? Ist er wirklich gefährlich? Ist er nicht vielmehr nur auf der Suche nach einer anderen Nahrungsquelle, weil er sein angestammtes Umfeld verlassen musste, seine angestammte Beute nicht mehr zur Verfügung steht? Weiterlesen

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Kathleen Glasgow: Mädchen in Scherben

Charlotte ist 17 Jahre alt und zurzeit in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie untergebracht. Bis vor wenigen Tagen lebte sie auf der Straße, verletzte sich regelmäßig selbst, nahm Drogen. Jetzt hat sie ein Dach über dem Kopf, schweigt aber den ganzen Tag beharrlich. Sie ist hier sicher, sicher vor ihm. Das glaubt Charlotte und sie würde alles dafür tun, um hierzubleiben. Sie will nie wieder nach da draußen, bei ihn und all die Gefahren, die zusätzlich lauern.

Kathleen Glasgows „Mädchen in Scherben“ ist von der ersten Zeile an harte Kost. Noch dazu ist der Start in die Geschichte mehr als befremdlich. Man lernt Charlotte wenige Tage nach ihrer Aufnahme in die Psychiatrie kennen. Sie spricht nicht und auch ihre Gedanken, an denen man als Leser oder Leserin natürlich Anteil hat, sind alles andere als geordnet. Man erfährt dennoch schnell, dass sie einen Selbstmordversuch hinter sich hat und sich oft gefährlich tief geritzt hat. Die Mädchen, mit denen sie nun zusammenlebt, haben ähnliche Schicksale hinter sich und die Stimmung auf der Station kann nur als bedrückend beschrieben werden. Weiterlesen

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Harry Bingham: Fiona: Das Leben und Sterben

In Harry Binghams zweiten Kriminalroman werden Fiona und ihr Kollege zu einer angeblich illegalen Müllbeseitigung gerufen. Möbelpacker schicken sie in die Garage zu einer alten Gefriertruhe, in der unter anderem das beschuhte Bein einer Frau liegt. Für die Waliser Polizei beginnt mit diesem Fundstück eine extrem aufwändige Ermittlungsarbeit, die täglich nur Fragen aber keine Antworten bringt. Auch die Suchaktion nach dem restlichen Körper in der Umgebung sorgt für mehr Verwirrung, denn schon bald werden weitere Leichenteile, auch die eines vor kurzem ermordeten Mannes, entdeckt. Stetig und mit jedem neuen Fundort vergrößert sich die Zahl der Verdächtigen auf fast dreihundert Personen, ohne dass eine konkrete Spur für Klärung sorgt.

Unter der allseits gefürchteten Leitung von DI Watkins macht Fiona das, was sie am besten kann. Sie ordnet sich scheinbar unter und ermittelt privat in andere Richtungen. Fionas Alleingänge fallen trotzdem auf. Weiterlesen

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Evelyn Waugh: Expeditionen eines englischen Gentleman (1931)

Andere Länder – andere Sitten! Evelyn Waugh, einer der genialsten und bissigsten aller englischen Autoren, schreibt in diesem Roman über die Erlebnisse auf seiner Reise nach Abessinien / Äthiopien im Jahr 1930. Als Zeitungskorrespondent soll er über die Krönung von Ras Tafari in Addis Abeba berichten. Doch bald werden er und die vergnügungssüchtigen Delegierten aus Europa mit neuen Umgebungsbedingungen konfrontiert: Hitze, beschwerliche Anreise, Unpünktlichkeit und Desorganisation. Es ist normal, dass Einladungen zu offiziellen Empfängen erst Stunden nach der Veranstaltung eintreffen. Züge kommen zu spät, dafür legen Schiffe zu früh ab. Ob Schwarze oder Weiße, Pagen, Hotelbetreiber, Sultane oder die High Society: Bei Waugh bekommt jeder sein Fett ab. Das liest sich urkomisch und politisch absolut unkorrekt!

Wie reagiert ein Vegetarier, wenn ihm zu Ehren eine Ziege geschlachtet werden soll? Was tun, wenn sich ein englischer Herzog in seinem Quartier Flöhe einfängt? Wie überleben Kirchgänger die stundenlagen (un)orthodoxen Messezeremonien? Weiterlesen

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James Rollins: Sigma Force 10: Projekt Chimera

Mitten in einem idyllisch gelegenen Naturschutzgebiet im Westen der USA liegt sie, eine der vielen, gerade in den letzten Jahren neu aufgebauten Forschungsstationen, in denen an genetisch-biologischen Entdeckungen gearbeitet wird. Einer der Forscher versucht das Artensterben aufzuhalten. Sein Ansatz ist dabei ebenso revolutionär wie gefährlich – man nehme künstliche Kleinstviren, die man so verändert und schützt, dass kein bekannter Stoff sie angreifen kann und baut daraus Gottes Schöpfung neu. Dass seine Tätigkeit dabei genauestens beobachtet wird, ahnt er nicht. Und nein, es ist weder die NSA noch eine andere Regierungsbehörde, die ihn kontrolliert – es sind militante Umweltschützer, die bereit sind, um die Erde zu retten, die Menschheit zu vernichten.

Als die Forschungstation überfallen und der leitende Wissenschaftler entführt wird bleibt ein Explosionskrater zurück – zu wenig, denn der Professor war erfolgreich. Und so breitet sich scheinbar unaufhaltsam eine schwarze Masse aus, die alles Leben, wie wir es kennen auslöscht.

Die Spur führt die Agenten der Sigma Force in den Brasilianischen Regenwald und in die eisige Antarktis … Weiterlesen

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Sarah Crossan: Nicu & Jess

Der Teenager Nicu lebt erst seit wenigen Wochen in Großbritannien, aus Rumänien ist er mit einem Teil seiner Familie hergezogen, um schnell Geld zu verdienen. Von dem Geld soll eine Braut für Nicu in seiner Heimat gekauft werden. Dabei hat niemand Nicu gefragt, ob er eine haben will! Nicu würde viel lieber hierbleiben, in der Schule lernen und einen guten Job haben. Doch dann lässt er in einem Laden einen Schokoriegel mitgehen und wird zu Sozialstunden verdonnert.

Jess und ihre Clique sind cool. Ladendiebstähle sind ihr täglich Brot. Doch diesmal wird Jess erwischt, zum wiederholten Mal. Ihre Mutter und der Stiefvater sind von den Sozialstunden sofort begeistert, Jess eher weniger. Sie und Nicu treffen bei dem Kurs, der Jugendlichen helfen soll, wieder auf die richtige Bahn zu finden, aufeinander – und es ist, als prallten Welten aufeinander.

Sarah Crossans Bücher sind etwas Besonderes und es sei jeder Leserin, jedem Leser ans Herz gelegt, zumindest eine kleine Leseprobe zu konsultieren, bevor man sich für den Kauf entscheidet. Weiterlesen

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Ali Smith: Die ganze Geschichte und andere Geschichten

„Ich habe mich in einen Baum verliebt. Gegenwehr war zwecklos. Er stand in voller Blüte.“

Ladies and Gentleman: Willkommen in der Welt von Ali Smith! Ihre Prosa erinnert an „Alice im Wunderland“ für Erwachsene und ist so mehrdeutig wie mysteriös. Die ganze Geschichte setzt sich aus einer Summe von Puzzleteilchen zusammen, welche die Autorin zusammenfügt. Oder offenlässt. Sie wechselt zwischen Personen, Zeiten und Realitäten. Gekrönt mit viel Humor und einem Faible für das Absurde wird schnell ersichtlich: In diesen Stories ist alles möglich. Mann oder Frau, real oder surreal, Ende oder Anfang – Ali Smith löst Grenzen auf. Die Geschichten fordern ihre Leser. Falsche Fährten, Erinnerungen, Traumbilder und abrupte Perspektivwechsel lassen das Geschriebene plötzlich in einem ganz neuen Kontext erscheinen. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem außergewöhnlichen Leseerlebnis belohnt.

Das Besondere: Ali Smiths zwölf Geschichten sind wie ein Kalender aufgebaut und begleiten uns Leser durch ein Jahr. Bereits die erste Geschichte, die selbstredend nicht wie erwartet im Januar, sondern im Februar einsetzt, zeigt, wohin die Reise geht. In „Allzweckgeschichte“ landen wir nach mehreren Anläufen in einem Antiquariat, nehmen nacheinander die Perspektive einer Angestellten, einer Fliege und eines Buches ein, um schließlich bei einer exzentrischen Künstlerin zu enden. Lange werden wir Leser darüber im Unklaren gelassen, um was es hier geht. Am Ende schließt sich der Kreis wieder rückwirkend. Was übrigens auch für den Anfang und das Ende des Buches gilt. Weiterlesen

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