Marthe und David sind am Ende, finanziell und mit den Nerven. Nach der Insolvenz ihrer Firma für kompostierbares Geschirr, geht ihnen jetzt auch privat das Geld aus. Sie können die Miete in Berlin nicht mehr bezahlen und ziehen in ein heruntergekommenes Haus auf dem Dorf, das David von seiner
Tante geerbt hat.
Das Dorf, umgeben von Genmais-Feldern mit meterhohen, hungrigen Pflanzen und Wald, liegt in der tiefsten ostdeutschen Provinz. Um eine Verbindung zum Internet zu bekommen, steigt Marthe zu Beginn regelmäßig auf einen zwei Kilometer entfernten Hügel mit Fernmeldemast. Denn ohne den digitalen Zugang zur großen, weiten Welt kann sie nicht leben. Sie muss wissen, wie es um die Erde steht, sie sammelt Katastrophen und Statusberichte, um ein Bild davon zu haben, wie es weitergeht: Waldsterben, Meeresverschmutzung, Krieg, Terrorismus, Genozide, es gibt nichts Schlimmes, was sie nicht interessiert und was sie nicht in ihre umfangreiche Privatdatenbank aufnimmt. Marthe ist „angeschlagen an einigen Stellen von Geburt an. Schreckhaft, angstvoll.“ Zu jeder Furcht entwickelt sie ein passendes körperliches Symptom und sie beginnt, mit ihrem linken Arm zu fremdeln. Aber trotz dieser psychischen Instabilität scheint sie sich im Dorf nach ein paar Anfangsschwierigkeiten gut zurecht zu finden. Sie knüpft Kontakte zu Robin – mit knapp 15 Jahren der jüngste der rund 70 Dorfbewohner und einer der wenigen, die noch an eine Zukunft für sich glauben – und zu Radomski, dem Wilderer und Holzfachmann aus dem Nachbarort. Weiterlesen







Was für ein origineller Roman: Nino und Niko sitzen in ihrer Wohnung im georgischen Tiflis und beschwören aus Langeweile den Geist des griechisch-armenischer Esoteriker und Schriftstellers Georges Gurdjieff, der 1949 gestorben ist. Der Geist erscheint – und will partout nicht wieder gehen.