Der Ermittler Aaron Falk soll so schnell wie möglich Beweise vorlegen, damit eine schon lange verdächtige Melbourner Firma überführt werden kann. Ausgerechnet jetzt bricht Alice, seine wichtigste Informantin, mit einigen Kollegen und ihren Chefs zur alljährlichen Wanderung ins Giralang-Massiv auf. Jeweils fünf Frauen und Männer wandern in zwei Gruppen durch einen Wald. Jede Gruppe nimmt eine eigene Route, wer zuerst nach drei Tagen das Ziel erreicht hat, gehört zum Gewinnerteam. Das Spiel Männer gegen Frauen beginnt jedoch mit einigem Unmut, weil jeder von ihnen kurz vor einer Beförderung steht. Daniel und Jill, die Firmeninhaber, führen jeweils ihre Gruppe an. Bei Regen und Kälte geht es los. Doch in der Frauengruppe bahnen sich aus verschiedenen Gründen Konflikte an. Alte Rechnungen wollen beglichen werden. Während die Männergruppe wie erwartet pünktlich das Ziel erreicht, verirren sich die Frauen. Weiterlesen
Autor: Leselust Team
Kristin Hannah: Liebe und Verderben
Amerika, 1974: Als Leonoras Eltern wegen eines geerbten Grundstückes Hals über Kopf nach Alaska ziehen wollen, ist Leonora, genannt Leni, alles andere als begeistert. Doch ihr bleibt nichts anderes als alles, was ihr wichtig war, zurückzulassen. Alaska ist ein Abenteuer, das merkt die kleine Familie sehr schnell. Ein Abenteuer, auf das sie nicht im Geringsten vorbereitet sind. Viel zu schnell rückt der erbarmungslose Winter an und mit ihm kehren auch die Schatten auf der Seele ihres Vaters zurück. Als Kriegsveteran kämpft er ständig mit seinen eigenen Dämonen. Nur der Alkohol hält ihn manchmal noch irgendwie am Leben. Doch dann wird Leonora Zeugin eines Streits zwischen ihren Eltern und muss beobachten, wie der Vater die Mutter schlägt. Alles ist ab diesem Moment anders und doch kann Leni nichts unternehmen!
Kristin Hannahs Roman kann man schon fast als Familiensaga bezeichnen. Über mehrere Jahrzehnte folgt sie Lenis Familie durch deren Augen. Zu Beginn des Romans ist sie ein Teenager, später eine junge, dann erwachsenen Frau. Sie wächst einem in ihrer Einfachheit sehr schnell ans Herz, denn ihre Gefühle und Wünsche hat wohl jede junge Frau schon einmal gespürt. Weiterlesen
Donatella di Pietrantonio: Arminuta
Nach einer unbeschwerten Kindheit am Meer erlebt die Ich-Erzählerin im Alter von dreizehn Jahren einen drastischen Ortswechsel. Von jetzt auf gleich wird sie in einem Dorf bei einer Großfamilie untergebracht. Dort kennt sie niemanden und ist zugleich die Fremde. Deshalb wird sie von den Dorfbewohnern auch so genannt, Arminuta. Gleichzeitig erfährt sie, wer ihre wahren Eltern sind und dass sie darüber hinaus drei ältere Brüder, eine etwas jüngere Schwester und einen kleinen Bruder hat.
1975 im Süden Italiens zu leben, bedeutet für die Großfamilie der Erzählerin bittere Armut. Ihre Eltern arbeiten ohne regelmäßigen Lohn und versuchen, in der kleinen Wohnung für jeden weiteren Familienzuwachs einen Platz zu finden, wo es keinen mehr gibt. Aus diesem Grund teilt die Ich-Erzählerin mit ihrer Schwester Adriana ein schmales Bett, in dem jede von ihnen die Füße der anderen neben dem Gesicht liegen hat. Im gleichen Zimmer schlafen auch die großen Brüder, die die Mädchen immer wieder gerne ärgern. Schnell bilden die beiden Mädchen eine Allianz.
Es sieht so aus, als wäre die Erzählerin in einer Sackgasse gelandet, die keine gute Zukunft erlaubt. Weiterlesen
Alexey Pehov: Das Siegel von Rapgar
Till er’Cartya ist der Nachfahre einer altehrwürdigen Magierfamilie, genießt in seinen Kreisen aber zurzeit keinen allzu guten Ruf. Er lebt in der Stadt Rapgar, die davon geprägt ist, dass viele verschiedenste Kreaturen unterschiedlicher Gestalt gemeinsam dort existieren. Alles ist irgendwie magisch angehaucht, es gibt Feind- und Freundschaften zwischen den Wesen. Dann beobachtet Till im Zug, wie eine junge Frau von mehreren Männern bedroht wird. Am Ende ist einer von ihnen tot und die Frau spurlos verschwunden. Für Till steht fest, dass er sie wiedersehen muss. Doch das wird gar nicht so einfach, da man ihm wenig später versucht, die Schuld an einer Mordserie in die Schuhe zu schieben. Auf seiner Suche nach der Wahrheit begegnet er der schönen Erin erneut.
An sich begegnet man in diesem Roman einer Vielzahl verschiedenster Wesen, die in der großen Stadt Rapgar vereint sich. Sie hat einen bestimmten Kult, dem manche der Kreaturen anhängen, manche nicht. Es prallen verschiedene Ideale aufeinander und Streit ist unweigerlich vorprogrammiert. Die Mordserie erschüttert zudem alle Bewohner und versetzt sie in Angst. Wer wird das nächste Opfer sein? Magier, seltsame Wesen, Brieföffner und Spazierstöcke, die mit ihrem Besitzer sprechen können – los geht’s ins Fantasyuniversum! Weiterlesen
Rainer Moritz: Mein Vater, die Dinge und der Tod
Der Autor und Leiter des Literaturhaus in Hamburg, Rainer Moritz, macht in seinem neuen Buch die Erinnerungen an seinen verstorbenen Vater zum Thema: – Was bleibt, wenn der Vater tot ist? Wie hat er uns und unser Leben geprägt? Was haben wir bewusst oder unbewusst von ihm übernommen? Wie waren wir zu seinen Lebzeiten überhaupt miteinander verbunden, eher distanziert oder liebevoll? Wie gut kan
nten wir den Vater? Was wissen wir über sein Innerstes?…
Moritz verdeutlicht, was am Ende bleibt. Es sind noch die Erinnerungen. So lange man sie wachruft, leben die, die darin vorkommen, weiter.
Was noch bleibt, sind auch die Gegenstände, die uns durch unsere Kindheit und Jugend begleitet haben. Dinge, die einst eine gewisse Bedeutung hatten. Aber welche? Machen die übrig gebliebenen Objekte den Menschen aus? Was sagen sie denen, die zurück geblieben sind?
Unsere Wohnungen gehören zu uns, sind Teil unserer Biografie. Das Mobiliar der alten Menschen von heute wurde einst mit Bedacht ausgewählt, man achtete auf Qualität und Langlebigkeit. Weiterlesen
Elizabeth McKenzie: Im Kern eine Liebesgeschichte
Veblen ist verträumt, legt keinen Wert auf teure Kleidung und lebt in einer bescheidenen Hütte. Außerdem ist sie leicht versponnen, glaubt zum Beispiel, mit Eichhörnchen kommunizieren zu können. Ihr Freund Paul dagegen träumt von einem tollen Haus und lässt sich für seine berufliche Karriere als Arzt auf eine zwielichtige Firma ein, die auch vor Menschenversuchen nicht zurückschreckt.
Man fragt sich bei Elizabeth McKenzies Roman „Im Kern eine Liebesgeschichte“ unweigerlich, was um Himmels Willen zwei so ungleiche Menschen voneinander wollen und wie sie bloß zusammengekommen sind.
Veblen und Paul planen ihre Hochzeit, doch als schwere Prüfung auf ihrem Weg zum Happy End erweist sich der Kontakt zu den Eltern beziehungsweise Schwiegereltern. Veblens egozentrische Mutter ist extrem schnell beleidigt und steigert sich in ihre eingebildeten Krankheiten hinein: eine Hypochonderin. Und Pauls Bruder Justin hat unter der Geburt zu wenig Sauerstoff bekommen, weswegen er leicht behindert ist, sich permanent danebenbenimmt und ganz schön nervig werden kann. Weiterlesen
Andrew Kaufman: Wie meine Frau einundfünfzig Prozent ihrer Seele rettete
Kurz und crazy: Auf rund 100 Seiten erzählt Andrew Kaufman eine skurrile Geschichte voller überbordender, phantastischer Elemente über einen seltsamen Raubüberfall. Hier geht es nicht um Geld oder Schmuck. Die Geplünderten einer Bankfiliale müssen einen Gegenstand mit dem für sie größten emotionalen Wert an den Räuber aushändigen. Der nimmt anschließend 51 Prozent ihrer Seele mit. Was dann passiert, lässt sich schwerlich in Worte fassen. Ist es ein Märchen oder ein Gleichnis? Eine Fantasy-Story oder ein durchgeknallter Literatur-Trip? Vielleicht ein wenig von allem. Sicher ist: In Kaufmans Welt ist nichts unmöglich. Wahnsinnig komisch!
Stacey und David sind seit sieben Jahren verheiratet. Sie haben einen kleinen Sohn namens Jasper, ein Haus und leben in vermeintlicher Vorstadtidylle. Doch die Ehe ist längst nicht so intakt wie vermutet – Stress, Vernachlässigungen und Ernüchterungserscheinungen inbegriffen. Die rational veranlagte Stacey händigt dem Seelenfänger ihren wichtigsten Gegenstand aus: Ein Taschenrechner, den sie seit ihrem Studium besitzt, mit dem sie Hausraten und den idealen Zeugungszeitpunkt berechnet hat. Wenige Tage nach dem Überfall folgt der Schock: Sie schrumpft in rasantem Tempo! Mathematisch sehr begabt, erkennt Stacey ein Muster dahinter, doch den Vorgang aufhalten kann sie dadurch nicht. Weiterlesen
Rebecca James: Der Tag, an dem Cooper starb
Cooper ist tot. Er ist tot. Die offizielle Version lautet: Selbstmord. Aber Libby kann nicht glauben, dass er sich von den Klippen gestürzt hat. Sie waren frisch verliebt und glücklich. Alles hat sich so gut angefühlt. So echt und richtig. Cooper plante eine gemeinsame Zukunft mit Libby, wollte sich selbständig machen und nach ihrem Studium mit ihr zusammen nach Sidney ziehen – welchen Grund hätte er gehabt,
sein Leben zu beenden?
Libby versucht herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Sie beginnt Fragen zu stellen und über die Vergangenheit nachzuforschen. Coopers Freunde Sebastian und Claire, mit der Libby früher an der Highschool befreundet war, sind zunächst keine große Hilfe. Doch nach und nach kommen Probleme, Lügen und Verwicklungen zum Vorschein – und am Ende auch die Wahrheit.
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: heute, nach Coopers Tod, und damals vor einigen Monaten, angefangen damit, wie Libby und Cooper sich kennenlernten. Abwechselnd kommen Libby, Cooper, Sebastian und Claire als Ich-Erzähler zu Wort, die Kapitelüberschriften sorgen für Übersicht. Weiterlesen
Laetitia Colombani: Der Zopf, gelesen von Andrea Sawatzki u.a.
Drei Frauen, drei Kontinente, drei Geschichten. Arm und reich, mit und ohne Kinder, allein oder eingebunden. Was haben diese drei Frauen miteinander zu tun?
Smita lebt in Indien, gehört einer der untersten Kasten an, verrichtet Arbeit, die verachtet wird und sie k
rank macht und möchte etwas besseres als Schicksal für ihre kleine Tochter.
Giulia lebt in Italien, glaubt alles zu haben, der geliebte Vater besitzt eine Perückenmanufaktur und ihr größtes Problem ist ihr neuer Freund, von dem sie nicht weiß, ob die Familie ihn akzeptieren wird. Da verändert ein Rollerunfall ihr ganzes Leben.
Und Sarah, sie lebt in Kanada auf der Sonnenseite des Lebens, zumindest oberflächlich betrachtet. Die ist erfolgreiche Anwältin einer großen Kanzlei, verdient gut, aber sie muss sich dafür verbiegen. Niemand darf wissen, dass die Arbeit nicht das ganze Leben ist, sie muss funktionieren wie eine Maschine und niemals zeigen, dass sie etwa noch ein Leben außerhalb der Kanzlei hat. Bis ihr das Leben schmerzhaft zeigt, dass auch sie eine Schwachstelle hat und dass sie mit einem Recht hatte: die Kanzlei darf man nicht schwächeln, sonst kommen die Haifische. Weiterlesen
Markus Gabriel: Der Sinn des Denkens
„Auf den folgenden Seiten werde ich auf eine allgemein verständliche und zugängliche Weise eine Theorie des (menschlichen) Denkens entwickeln“, schreibt der Philosophie-Professor und Autor Markus Gabriel in seinem Vorwort zu „Der Sinn des Denkens“ und meiner Ansicht nach ist ihm das gelungen. Es kann aber sein, dass seine Theorie und dieses Buch geteilte Meinungen hervorrufen werden – wie auch seine Vorgänger „Warum es die Welt nicht gibt“ und „Ich ist nicht Gehirn“, die mit ihm gemeinsam eine Trilogie bilden, deren Bände auch einzeln gelesen und verstanden werden können.
Gabriel sieht die Philosophie vor allem als „Nachdenken über das Nachdenken“ und legt den Überlegungen in diesem Buch zwei anthropologische Hauptsätze zugrunde: „Der Mensch ist das Tier, das keines sein will“ und „Der Mensch ist ein freies geistiges Lebewesen“. Die Philosophie ist für ihn ein kreativer Vorgang, der die Erkenntnis der Wirklichkeit und unserer Wirklichkeitserlebnisses anstrebt.
Als Vertreter des „neuen Realismus“ geht er davon aus, dass wir Gegenstände und Tatsachen so erfassen können, wie sie wirklich sind und, dass es unendlich viele Sinnfelder gibt, in denen Gegenstände und Tatsachen existieren. Das Denken ist für ihn ein Sinn, wie das Hören oder das Sehen (man beachte auch die Doppeldeutigkeit des Titels). Weiterlesen