Stephen Wiacek: Das MARVEL Buch: Das Comic-Universum der Superhelden

Wussten Sie, dass die ersten Comics im Jahr 1933 erschienen? Dass Superhelden erst seit 1938 die Comic-Szene betraten und belebten? In den 1950ziger Jahren wurden diese neuen Lese-Bücher beinahe verboten: Man behauptete, dass es zwischen den „gewalttätigen Comics“ und der Jugendkriminalität eine kausale Verbindung gab. Glücklicherweise überstanden die Comics diese Angriffe und erfreuen sich seitdem einer steigenden Beliebtheit. Dazu haben auch die zahlreichen Verfilmungen beigetragen. Besonders begehrt sind die Zeichnungen, Geschichten und Filme, die dem Marvel Multiversum zuzuordnen sind.

Das Marvel Buch von Stephen „Win“ Wiacek bietet tiefgehende Informationen über die Konzepte, Welten und Figuren des Multiversums von Marvel. Und die sind umfassender und vielfältiger als erwartet. Wunder spielen ebenso eine Rolle wie der ewige Konflikt zwischen Krieg und Frieden, wie Superforschung, Technologien, Magie, Übernatürlichkeit und kosmische Kräfte, Weltraumabenteuer, alternative Welten und andere Zeitachsen. Weiterlesen

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Bas Kast: Das Buch eines Sommers

Seinen Ernährungskompass, der so viele Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste der Sachücher war oder vielleicht sogar immer noch ist, habe ich sehr gerne gelesen. Das Buch ist informativ, flüssig und in flottem Stil geschrieben und brachte, zumindest für mich, interessante Informationen. Also war ich gespannt, wie der Autor nun eine fiktive Geschichte in einen Roman zu packen vermochte.

Bas Kast erzählt von der Lebenskrise eines erfolgreichen Mannes. Nicolas, der als Junge Schriftsteller werden wollte wie sein geliebter Onkel Valentin, hatte stattdessen die Firma des Vaters übernommen, ein Unternehmen, das zum Zeitpunkt der Handlung ein Präparat zur Verzögerung des Alterungsprozesses beim Menschen entwickeln möchte. Nicolas ist glücklich verheiratet mit Valerie und Vater des kleinen Julian.

Der plötzliche Tod des Onkels, den Nicolas trotz der großen Zuneigung nur noch selten und zuletzt vor längerer Zeit besucht hatte, bringt ihn dazu, sein Leben zu überdenken. Er stellt sich die Frage, ob er das Leben lebt, das er sich erträumt hatte bzw. warum er eben gerade dieses Leben nicht führt. Auch seine Beziehung zu Valerie, seine Einstellung zu seiner Firma, all das stellt er auf den Prüfstand. Angefacht durch die Begeisterung seines kleinen Sohnes für erfundene Geschichten lässt Nicolas immer öfter auch seiner Fantasie freien Lauf. Weiterlesen

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Candice Carter-Williams: Queenie

„… Kyazike lachte. ‚Denkst du, das Leben ist ein Film? Und selbst wenn es einer wäre, Fam, wir sind schwarz. Egal, in welcher Schattierung‘, ahmte sie meine Stimme nach, ‚wir wären die Ersten, die sterben müssen.‘“ (S. 372) Die Auszeit sollte befristet sein. Dies hatten Queenie und Tom vereinbart. Danach wollten sie wieder für ein Gespräch zusammenkommen, um ihre Beziehung zu kitten. Mit viel Hoffnung zog Queenie aus der gemeinsamen Wohnung, die sie allein nie hätte finanzieren können. Eine bezahlbare Wohnung in London zu finden, bedeutet für sie, in einer Bruchbude ein WG-Zimmer zu mieten. Und während sie auf das Ende der Auszeit wartet und sich auf ein gemeinsames Leben mit Tom freut, stürzt Queenie von einem Chaos ins nächste. Anfangs dachte sie, wenn sie sich eine Liste mit Vorsätzen schreibt, hätte sie einen Leitfaden für ein ruhigeres Leben. Sie glaubt, Regeln reduzieren automatisch das ständige Chaos in ihrem Leben. Gleichzeitig lässt sie sich auf Parties mit den falschen Männern ein. Schneller als gedacht, erlaubt sie eine Ausnahme und dann nach eine, bis Queenie schließlich wieder all ihre Regeln bricht. Das Chaos wächst, bis eine heftige Panikattacke sie zum Nachdenken zwingt.

Candice Carty-Williams arbeitet unter anderem als Journalistin und Drehbuchautorin. Der Roman Queenie ist ihr überzeugendes Debüt, in dem sowohl kurzweilige Unterhaltung, Drama aber auch aktuelle Gesellschaftspolitik miteinander verbunden sind. Henriette Zeltner-Shane übersetzte den gelungenen Roman. Weiterlesen

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Jo Nesbø: Ihr Königreich

Der norwegische Bestsellerautor Jo Nesbø (Jahrgang 1960) schreibt erfolgreiche Krimis. Vor allem die Bücher mit seinem Ermittler Harry Hole sind sehr bekannt. Nesbø kann aber auch ohne ihn, wie zuletzt mit „Macbeth“ (2018), den er im Rahmen des Shakespeare-Projektes von Hogarth Press neu erzählte. Und jetzt wieder mit dem Kriminalroman „Ihr Königreich“, der am 2. September 2020 in einer Übersetzung von Günther Frauenlob bei Ullstein Buchverlage erschienen ist.

Kein Harry Hole in „Ihr Königreich“, stattdessen zwei norwegische Brüder als Protagonisten: Roy und Carl Opgard aus einem norwegischen Dorf in den Bergen haben ihre Eltern früh verloren. Roy, der ältere der beiden Brüder, versucht sich um Carl zu kümmern. Er wird Automechaniker und Tankstellenpächter in ihrem Heimatort Os, Carl geht in die USA und studiert. Nach etlichen Jahren kommt er mit seiner Frau Shannon und großen Plänen nach Os zurück. Carl will ein Wellnesshotel im Dorf bauen. Roy steht der Rückkehr mit gemischten Gefühlen gegenüber. Er freut sich auf seinen jüngeren Bruder, aber er befürchtet, dass alte Geschichten wieder aufgewärmt werden. Und er interessiert sich ein bisschen zu sehr für Carls Ehefrau aus Barbados. Carl gewinnt die Bürger von Os für sein Bauprojekt. Doch dann treten Schwierigkeiten auf und Roy muss seinem Bruder, wie immer, aus der Patsche helfen. Weiterlesen

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Volker Klüpfel & Michael Kobr: Funkenmord

Kluftinger bleibt sich treu. Oder vielmehr Klüpfel und Kobr bleiben sich treu. Denn auch in diesem neuesten Band um den kauzigen Allgäuer Kommissar bleibt alles beim Alten. Und das bezieht sich diesmal sogar auf den Kriminalfall, den Kluftiger und sein Team zu lösen haben.

Der Roman schließt fast nahtlos an den Vorgängerband „Kluftiger“ an. Das Manko dabei: wer diesen nicht gelesen hat oder bei wem die Lektüre schon etwas länger her ist, hat einige Probleme, der Handlung zu folgen. Denn es wird wenig erläutert oder nacherzählt, so dass denen, die den vorherigen Band nicht kennen, der Hintergrund fehlt. Das erschwert mir natürlich auch ein wenig die inhaltliche Zusammenfassung von „Funkenmord“, denn die ist kaum möglich, ohne bei „Kluftinger“ zu spoilern.

Kommissar Kluftinger hadert diesmal sehr mit sich, denn er hat vor mehr als dreißig Jahren den Falschen für einen Mord ins Gefängnis gebracht. Das hatte sich in dem Roman „Kluftinger“ herausgestellt und dort hatte Kluftinger dem sterbenden fälschlich Verurteilten versprochen, den wahren Täter zu finden. Seine Kollegen zeigen dafür zuerst wenig Verständnis, zumal sie noch immer den tragischen Tod ihres Kollegen und Freundes Strobl verarbeiten müssen. Weiterlesen

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Alois Brandstetter: Lebensreise

In diesem autobiografischen Text begibt sich der große österreichische Germanist, Autor, Gelehrte, Universitätsprofessor und auch Humorist Alois Brandstetter 2019 auf eine Pilgerfahrt. Er folgt den Spuren seines Namenspatrons Aloysius von Gonzaga. Der Jesuit und zeit seines Lebens vorbildliche Christ starb 1591 bei der Pflege von Pestkranken.

Brandstetter beschreibt aber nicht nur die Eindrücke und Vorkommnisse während seiner Fahrt durch Italien, sondern begibt sich eloquent immer wieder „abseits des Weges“. Er lässt den Leser teilhaben an seinem ungeheuren Wissen. Seien es Theologie, Malerei, Architektur, seien es geisteswissenschaftliche Themen jeder Art, historische Fakten, etymologische Erklärungen von Wörtern, eigene Erinnerungen oder Anekdoten von Begegnungen mit Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts,… der Autor nimmt den Leser plaudernd an der Hand und leitet ihn Seite um Seite durch seinen reichen Erfahrungsschatz. Wenn Brandstetter erzählt, wird dem Leser nie langweilig. Manches Thema wird mit Augenzwinkern und aus humorvoller Distanz betrachtet. Weiterlesen

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Lena Wanke: Wo einst Leben war

Der Roman von Lena Wanke beginnt für Protagonistin wie LeserInnen misslich und zwar mit einem Prolog. Es bleibt mir ein Bücherleseleben lang unerschlossen, warum Autoren nicht schlicht mit dem Anfang beginnen, sondern vor diesen noch ein Voranfang setzen. Als müsse der Leser sanft und behutsam eingestimmt werden, bevor er sich in der Geschichte verlieren darf. Liebe AutorInnen: Das braucht kein LeserIn. In „Wo einst Leben war“ ist der Prolog für Kapitel 1 ganze 85 Seiten lang und bewegt sich abwechselnd zwischen zwei Zeitebenen. Weise der Philosoph, der behauptete: Aller Anfang ist schwer.

Jona ist die Protagonistin des Erstlingswerks von Wanke. Das junge Mädchen bewegt sich mit ihren Geschwistern und Taube in den Trümmern einer alten Welt. Die Dystopie hält für die meisten Menschen ein sorgloses Leben parat. Dafür zahlen sie mit der Aufgabe ihrer Individualität. Die Eltern von Jona, Tobias, Luki und Emma (Taube greift die Gruppe später auf) wünschen sich für ihre Kinder ein selbstbestimmtes Leben und schicken sie auf die Reise und Suche.

Bei dieser, genauer auf Nahrungssuche, kommt Tobias abhanden. Jona und ihre Gruppe suchen Holger und dessen Sohn Oliver auf. Es sind Freunde der Eltern und versorgen die Kinder mit Essen und für ein paar Tage auch mit einer Unterkunft. Doch warum streiten sich Oliver und Holger am Tag, als Jonas Gruppe weiterzieht? Weiterlesen

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Laura Miller (Hrsg.): Wonderlands

„Wonderlands“ gibt es viele – nicht nur Alice war dort. Hundert Wunderländer aller Art aus über 3.000 Jahren Literaturgeschichte hat die US-amerikanische Journalistin, Kritikerin und Autorin Laura Miller in diesem Buch zusammengestellt. Geschrieben wurden die jeweils wenige Seiten umfassenden Essays von rund 40 Autorinnen und Autoren, ins Deutsche übersetzt von Hanne Henninger, Susanne Kolbert und Madeleine Kaiser.

„Alle in diesem Buch beschriebenen Werke spielen in Ländern, die rein der Fantasie entspringen“, schreibt Laura Miller in ihrer Einleitung (Seite 10). Dabei können diese fantastischen Welten sehr viel Ähnlichkeit mit (früheren oder aktuellen) realen Gegebenheiten haben, aber sie können auch in der Zukunft, im Jenseits oder auf anderen Planeten liegen oder von Wesen bevölkert sein, die mit der Wirklichkeit – wie wir sie kennen – so gut wie nichts zu tun haben. Gemeinsam ist ihnen, dass sie der Vorstellungskraft von ganz besonderen Menschen entstammen. Menschen, die mit ihren Ideen, ihrem Einfallsreichtum und ihrem literarischen Schaffen Generationen von Leserinnen und Lesern geprägt haben und das weiterhin tun werden.

„Die fantastischen Welten von Lewis Carroll, J. K. Rowling, Stephen King, J. R. R. Tolkien, Haruki Murakami u.v.a.“ – so lautet der Untertitel des Buches. Und tatsächlich gibt es viel mehr als nur Welten zu entdecken: zum Beispiel den Einfluss der antiken Epen auf unzählige spätere Werke; eine Menge Wörter und Wendungen, die aus den Geschichten in die Sprache übernommen wurden (wie Echo und Narziss aus Ovids Metamorphosen oder „Big Brother is watching you“ aus George Orwells 1984) oder die philosophische Tiefe mancher Erzählungen, die auf den ersten Blick eher auf Effekte und Spannung setzen. Weiterlesen

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Ragnar Jónasson: Nebel

Im Grunde ist es ja eine wirklich ungewöhnliche und überraschende Idee, eine Trilogie rückwärts zu erzählen (oder doch mindestens zu veröffentlichen). Das Ganze hat aber einen entscheidenden Nachteil: die Spannung geht dabei definitiv verloren. Der vorliegende Band „Nebel“ ist nun der dritte Teil der Trilogie um die isländische Kommissarin Hulda und er erzählt den Anfang ihrer privaten Geschichte, die in den beiden vorherigen Bänden, die ich ebenfalls rezensieren durfte, bereits ausführlich thematisiert wurde. Daneben dreht sich der Roman um einen Mordfall mit mindestens zwei Toten.

Wie auch in den vorhergehenden Bänden „Dunkel“ und „Insel“ erschafft der Autor mit großem Geschick und prägnanten Worten die unheimliche und dramatische Atmosphäre der isländischen rauen, harten Natur und schildert deren Gefahren drastisch und bildhaft. Und auch die inneren Gefahren, die Zerrissenheit, die Depressionen und psychischen Schäden, die die Menschen, nicht zuletzt aufgrund der Landschaft und des Klimas, erleiden, beschreibt Ragnar Jónasson in so plastischen, aufregenden Bildern, dass die Leserin manches Mal die Kälte und Einsamkeit am eigenen Leib zu spüren scheint.

Wir erfahren nun, was mit Huldas Tochter geschah und in Andeutungen den Grund für ihren Selbstmord. Damit beginnt der Roman und erzählt dann in Rückblenden die Wochen vor diesem schrecklichen Moment. Parallel wird die Handlung weitergeführt, Hulda ist nach ein paar Wochen Auszeit wieder zur Arbeit gekommen, weil sie dort den Tod ihrer Tochter besser verarbeiten zu können glaubt. Weiterlesen

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Elian Mayes: Umbrae Noctis 01: Jäger und Gejagter

Elias und Kiresh sind die Protagonisten von Elian Mayes Teil 1 der Umbrae Noctis-Reihe. Die beiden könnten gegensätzlicher nicht sein. Elias wohnt bei seiner Mutter in einer der unteren Stockwerke, während Kiresh eine Kreatur ist, ein Monster, das nachts auf der Erdoberfläche vornehmlich Menschen jagt, sie tötet und frisst. Die Menschen und die Jäger, wie die Kreaturen wie Kiresh genannt werden, haben ein Abkommen. Der Tag gehört den Menschen, die Nacht den Jägern. Die Menschheit lebt unter der Erdoberfläche, während diese den Jägern gehört. Die menschliche Gesellschaft unterscheidet sich wenig von unserer, wer unten lebt, hat einen geringen gesellschaftlichen Status, wer oben lebt, ist mächtig.

Elias und Kiresh Wege kreuzen sich, als Elias seine Freundin Annie auf der Suche nach deren Schwester Finja auf die Erdoberfläche begleitet. Nur knapp können sie dem Angriff von Kiresh widerstehen. Der Jäger bleibt bewusstlos liegen. Elias und Annie entkommen. Am nächsten Tag wird Elias eine Arbeitsstelle im Labor angeboten. In diesem Labor arbeitete bereits sein Vater und es war die einzige Bewerbung von Elias. Hier begegnet er Kiresh wieder, der von den Menschen gefangen wurde. Den Jäger erwarten Versuche, Test, Folter und Tod. Weiterlesen

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