Susanne Fischer: Wolkenkönigin

Für Corinna ist nach dem Umzug vor dem Umzug mit dem üblichen Ablauf: neue Schule, neue Klassenkameraden und der erste Platz bei den Außenseitern. Häufig wird ihr Name für Hänseleien genutzt. Mit den Worten »Iih, Corry zieht ins Kanakennest!« (S. 13) wird sie verabschiedet. Aus diesem Grund will sie die immer gleichen Abläufe ändern. Bei ihrer Anmeldung in der neuen Schule behauptet sie einfach, ihr Name sei Corinna Marie und Marie der Rufname. In ihrer neuen Klasse gibt es nur noch einen freien Stuhl. Wie es der Zufall so will, saß dort vor kurzem noch eine andere Marie, die Pechmarie. Pechmarie musste die Schule verlassen.

Schnell findet Corinna Marie Anschluss. Auch zu Marc, der eine Etage unter ihr wohnt und sie zu seinem Lieblingsplatz führt.

»… Schon merkwürdig, dass du mir das erzählst, wir kennen uns doch gar nicht.« … Marc lächelt schief. »Du heißt Inna, dein Vater ist mit einer Tussi weg, du gehst auf die Schwitze, vorher warst du in Neuenmarken. Dein Bruder ist ein Spasti, deine Mutter harzt. Ich bin Mark, … , meine Mutter jobt beim Billig, keine Geschwister. Vater weg. Mutter hat gerade einen neuen Typen. Kennen wir uns?« (S. 28/29) Weiterlesen

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Lara Avery: Was von mir bleibt

Samantha ist 18 Jahre alt und steht kurz vor ihrem Schulabschluss. Eigentlich sollte ihr die Welt zu Füßen liegen, denn sie hat sich in der Schule stets angestrengt, um ihr großes Ziel zu erreichen: Die Universität in New York. Doch alles kommt anders und Samantha erkrankt an einem seltenen Gendefekt, der sonst eher bei jüngeren Kindern vorkommt und sie kaum bis zur Pubertät überleben lässt. Niemann-Pick Typ C wird dafür sorgen, dass sie immer mehr ihre Erinnerung verliert. Deshalb setzt Sammie alles daran, ihre Erinnerungen zu konservieren. Sie schreibt auf, was sie erlebt und was ihr wichtig ist.

Dabei ist der Einstieg für Leser, die der Pubertät selbst schon entwachsen sind, nicht ganz so einfach. Denn manchmal notiert Sammie Gespräche tatsächlich im Dialogstil mit Doppelpunkt und danach dem entsprechenden Wortbeitrag. Das wird aber nach den ersten Kapiteln besser und der Roman lässt sich gut lesen. Weiterlesen

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Neal Shusterman: Scythe 01: Die Hüter des Todes

Citra lebt in einer perfekten Welt. Es gibt keine unheilbaren Krankheiten mehr, keinen Tod, nicht mal Alter, denn man kann sich einfach ab 60 Jahren auf ein beliebiges Alter über 20 zurücksetzen lassen. Es gibt nur eine tödliche Gefahr und das sind die Scythe. Sie wurden von den Menschen beauftragt, ein bestimmtes Kontingent zu töten, denn es gibt weiterhin Kinder. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, für die nicht jeder geeignet ist und die niemand haben will. Ausgerechnet Citra wird berufen, sich zur Scythe ausbilden zu lassen, ein Ruf, dem man besser folgt. Aber es kommt noch schlimmer. Sie ist nicht der einzige Lehrling dieses besonderen Scythe, sondern beginnt ihre Ausbildung gemeinsam mit Rowan. Nur einer kann am Ende Scythe werden und so geraten die beiden in einen Wettkampf des Versagens. Aber das ist noch nicht das Allerschlimmste. Weiterlesen

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Alex Wheatle: Liccle Bit

Bits Chance, abzurutschen, sieht gar nicht mal so schlecht aus. Trotz seines Zeichentalents und den guten Freunden. Denn sein Vater lebt bei der neuen Familie und hat für ihn seit Jahren keine Zeit mehr. Seine Mutter ebenso. Ständig muss sie für kleines Geld Doppelschichten arbeiten. Auch Elaine, seine große Schwester, die früher immer für Bit da war, weiß gerade nicht, wie es mit ihr weiter gehen soll. Vor etwa zwei Jahren hat sie sich von Manjaro, dem Chef der Gang in South Crongton schwängern lassen. Wie soll sie allein ein Studium organisieren, wenn ihr kleiner Sohn Jerome keine Betreuung hat? In Bits Ohren scheint die häusliche Stimmung nur noch aus Schimpfen und Schreien zu bestehen.

Zur gleichen Zeit ködert Manjaro Bit mit Geld und kleinen Aufträgen. Einer besteht aus dem Transport eines Päckchens. Kurz darauf wird ein Mitglied der North Crongton Gang erschossen. Bits bester Freund McKay sieht zwischen dem Päckchen und dem Toten einen Zusammenhang. Und dann stirbt wieder ein Junge, dieses Mal aus Manjaros Gang. Weiterlesen

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John Green: Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

Die 16-jährige Aza leidet unter den verschiedensten Angststörungen. Sie hat ständig Angst vor Bakterien und Keimen oder davor, sich irgendwo zu infizieren oder anzustecken. Deshalb ist das Leben auf der High-School für sie alles andere als einfach. Zum Glück hält ihre Freundin Daisy zu ihr und kennt sich mit ihren Problemen aus. Als Daisy vorschlägt, den verschwundenen Milliardär Russel Pickett zu suchen, ist Aza dennoch alles andere als begeistert. Vor Jahren war sie etwas verschossen in dessen Sohn Davis, deswegen glaubt Daisy nun, es müsse Aza leichtfallen, den Vater zu finden. Immerhin geht es um eine Belohnung von 100.000 Dollar – was man damit alles anstellen könnte!

Beim eigentlichen Lesen des Romans stellt sich dann heraus, dass die Suche nach Russel Pickett sehr schnell in den Hintergrund gerät. Alles dreht sich im Wesentlichen um Aza und die macht nicht gerade viel, um den verschwundenen Mann zu finden. Weiterlesen

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Kim Kestner: Zeitrausch 01: Spiel der Vergangenheit

Eines Morgens wacht Alison auf und niemand in der Familie scheint sich daran zu erinnern, dass es einmal einen kleinen Bruder Namens Jeremy gegeben hat. Alison ist Kandidatin in der Show „Top the Reality“, die mehrere hundert Jahre in der Zukunft erst erfunden wird und sich ihre Kandidaten einfach aus der Vergangenheit holt. Alison muss die Vergangenheit gemeinsam mit ihrem Mentor Kay bereisen und versuchen, ihre eigene Realität wieder herzustellen, indem sie Veränderungen vornimmt. Das klingt einfacher als es ist und mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten, weil der Plot wirklich super aufgebaut ist.

Überhaupt ist die Autorin eine echte Entdeckung. Während des sehr verwickelten Plots lässt sie den Leser nicht mehr von der Angel, ich habe das Buch an einem Samstag durchgelesen und wollte SOFORT den nächsten Band. Weiterlesen

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Dan Gemeinhart: Ein weiter Weg

Amerika, 1890: Joseph ist 13 Jahre alt und schon Vollwaise. Im letzten Jahr starben seine Mutter und seine Schwester an Typhus, erst kürzlich sein Vater bei einem Unfall. Er kommt bei einem verschrobenen alten Mann mit seinem Pferd Sarah unter. Doch als der Mann Sarah an einen Pferdehändler verkauft, sieht Joseph rot. Er schnappt sich nachts das Geld, welches der Mann durch den Verkauf erhielt und läuft davon. Nichts anderes hat er im Sinn als seine geliebte Sarah zurückzukaufen. Denn dieses Pferd ist für ihn seine einzige Heimat und durch nichts möchte er von dem treuen Tier getrennt sein.

Dan Gemeinhart ist mit „Ein weiter Weg“ ein ganz besonderer, kurzer Roman gelungen. Er beschreibt Josephs Weg über viele Meilen, um den Pferdehändler und sein Pferd zu finden. Weiterlesen

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Alina Bronsky: Und du kommst auch drin vor

Ich bin ich. Und einzigartig! Oder?

Es ist nicht einfach, vierzehn zu sein, wenn sich die Eltern gerade getrennt haben und die Mutter nur noch in Diäten denkt, wenn die Schule nervt und sich das schmutzige Geschirr unter dem Bett stapelt. Und dann noch dieses Buch! Niemand aus der Klasse hört bei der Lesung in der Bibliothek zu, nur Kim wird aus ihrer Lethargie gerissen. Kein Wunder, denn das Buch handelt … von Kim! Von ihrer Familie, ihrem Leben, ihren Gedanken. Zugegeben, ein paar Namen und unwichtige Details stimmen nicht, aber der Rest – ist eindeutig Kim.

Sie besorgt sich das Buch; zu lesen ist eine ganz neue Erfahrung für Kim. Es ist mühsam, ihre beste Freundin Petrowna davon zu überzeugen, dass es darin tatsächlich um sie geht. Hat nicht der Vater des Mädchens im Buch plötzlich eine dunkelhäutige Freundin, mit der er ein Baby erwartet – genau wie Kims Vater? Petrowna ist skeptisch, aber als im Buch Jonathan stirbt, der im echten Leben kein anderer sein kann als Jasper, ist klar: Jaspers Tod muss verhindert werden. Weiterlesen

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Tom Limes: Tick Tack Fuck. #echthartezeiten

„Ich hatte eigentlich schon ein völlig anderes Buch begonnen (allerdings auch reales Jugendbuch), als es mich auf dem Konzert von Heisskalt total riss. Ich wartete da inmitten vieler junger Leute zwischen Vorgruppe und Hauptact, als mir zwei junge Mädchen auf die Schulter tippten und fragten: ‚Sorry, können wir vor dich? Wir können sonst nicht richtig sehen.‘ Daraufhin sagte ich: ‚Klar, könnt ihr. Aber macht euch keine Sorgen, in wenigen Minuten wird hier nichts mehr sein, wie es gerade ist.‘ Sie schauten mich dankbar an und begriffen meine Worte, als wir wenige Sekunden nach Konzertbeginn mitten in einem pogenden Moshpit versanken. Da krallten sie sich an mir fest und ihre Stimmung wechselte von Überraschung über Irritation hin zu Begeisterung Weiterlesen

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Meredith Russo: Als ich Amanda wurde

Die 17-jährige Amanda zieht aus ihrem Heimatort weg, um ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Denn zu viele Menschen dort wissen, dass Amanda nicht immer so hieß. Geboren wurde sie als Andrew Hardy. Doch den hat sie lange hinter sich gelassen. Denn Andrew spürte schon als kleines Kind, dass er ein Mädchen ist. Die geschlechtsangleichenden Operationen hat Amanda endlich hinter sich und durch die Hormoneinnahmen ist sie auch sonst ein Mädchen. Im Wohnort ihres Vaters will Amanda neu anfangen und alles klappt erstmal total gut. Sie findet schnell neue Freunde und dann taucht sogar ein Junge auf: Grant. Amanda verliebt sich Hals über Kopf. Doch was passiert, wenn irgendjemand hier die Wahrheit herausfindet?

Meredith Russo behandelt in ihrem Roman ein Thema, das sehr selten in Jugendbüchern angesprochen wird. Transgender scheint bei deutschen Autoren immer noch ein Tabuthema, internationale Autoren wagen sich langsam heran. Weiterlesen

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