Sabine Schoder: Liebe ist so scheißkompliziert

Nele ist für alle nur das Riesenmädchen. Mit ihren 17 Jahren überragt sie fast alle ihre Mitschüler. Nur einer scheint größer als sie: Basketballstar Jerome, der von allen Mädchen nur vergöttert wird. Dass ausgerechnet er sich auf einer Party für sie interessiert, kommt Nele nach Alkohl- und Drogenkonsum (versehentlich wohlgemerkt!) kaum mehr komisch vor. Doch am nächsten Tag kommt das böse Erwachen: Im Internet kursiert ein Video der halbnackten Nele in dem Bett, in dem sie mit Jerome lag. Hochgeladen von keinem geringeren als dem Basketballwunderkind! Da wird es fast zur Nebensache, dass Neles 13-jährige Schwester Lea auch Hals über Kopf in den jungen Mann verliebt ist.

Sabine Schoder erzählt eine Geschichte, die sich in ihrem Verlauf sehr wandelt. Am Anfang wirkt sie wie ein wahrgewordener Teenie-Traum, dann wie ein Teenie-Albtraum und läuft im letzten Drittel fast schon zu einer tiefgründigen Geschichte auf. Das hat mir am Roman sehr gut gefallen. Man erwartet erstmal etwas anderes, bekommt aber eine Story mit vielen Facetten. Mädchen ab 14 Jahren finden bestimmt etwas für jeden ihrer Geschmäcker! Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Gayle Forman: Irgendwas von dir

Cody und Meg sind seit Kindesbeinen an beste Freundinnen. Sie teilen alles miteinander, doch seitdem Meg zum Studieren weggezogen ist, hat sich etwas zwischen den jungen Frauen verändert. Der Kontakt ist weniger geworden, Cody hat Meg nur einmal besucht. Als Meg in einem Hotelzimmer tot aufgefunden wird, fällt sie deshalb aus allen Wolken. Und es ist nicht zu übersehen: Der Abschiedsbrief, die Vorbereitungen für die Zeit nach ihrem Tod – Meg hat sich umgebracht! Cody sucht verzweifelt nach den Gründen und begibt sich auf eine Reise, auf der sie auch ihre Freundschaft mit Meg unter die Lupe nehmen muss.

Cody befragt auf ihrer Reise die neuen Studienkommilitonen und Mitbewohner von Meg, ob ihnen etwas aufgefallen sei. Schon dort stellt Cody fest, dass es ihr vorkommt, als habe sie Meg überhaupt nicht gekannt. Denn bei diesen Menschen war Meg so anders als Cody sie kennt. Sie muss sich auch mit sich selbst auseinandersetzen: Hat Cody etwas übersehen, was wichtig gewesen sein könnte? Gab es Anzeichen, dass Meg einen Selbstmord plante? Auch sind sechs Wochen Emailverkehr auf Megs Laptop gelöscht. Was ist in der Zeit passiert? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Jan Schomburg: Das Licht und die Geräusche

Johanna und Boris diskutieren über Gott und die Welt. Beide gehen zusammen in dieselbe Klasse, beide sind ähnlich wissensdurstig, erlebnishungrig und intelligent und in einem Lebensalter, in dem sie gern philosophieren und alles hinterfragen.

Was es mit Boris‘ portugiesischer Freundin Ana-Clara auf sich hat, wie die beiden wirklich zueinander stehen, begreift Johanna nicht so recht. Sie ist trotzdem in Boris verliebt, aber es ist einfach zu schwierig, ihm dies zu vermitteln obwohl es genügend Gelegenheiten gäbe.

Bei einer Klassenfahrt nach Barcelona regeln sie das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Marcel und dem Nerd Timo  untereinander ohne Lehrer. Johanna, die eigentlich ganz gut vermitteln kann, macht die Erfahrung, dass Machtausübung verschiedene Facetten hat. Als Boris in einem Club ausgelassen tanzt und dann von Unbekannten zusammengeschlagen wird, ist es für Johanna schlimmer als für Boris selbst, der darüber lacht. Immerhin fahren sie anschließend mit ihren Rädern noch in der Nacht an den See und am nächsten Morgen ist Boris verschwunden. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Tanja Voosen: My First Love

Die 17-jährige Cassidy hat an ihrer Schule einen besonderen Ruf. Sie führt heimlich einen sogenannten „Schlussmach-Service“, bei dem sie Mädchen wie Jungs hilft, ihre Partner zu verlassen. Manche Mitschüler und Mitschülerinnen bezahlen sogar für den Service, so dass Cassidy nebenher etwas Geld sparen und auch einige Rechnungen der Familie begleichen kann. Vor einiger Zeit half sie der Freundin von Mädchenschwarm Colton, sich von ihm los zu machen. Colton nahm ihr dies sehr übel und seitdem besteht eine Feindschaft zwischen den beiden. Doch Cassidys Freundin Lorn schwärmt ausgerechnet für Coltons Cousin Theo. Und selbst darüber hinaus laufen die beiden Feinde sich ständig über den Weg …

Tanja Voosen ist eine 1989 geborene deutsche Schriftstellerin. Sie hat bereits viele Kinder- und Jugendromane veröffentlicht. Die Handlung von „My First Love“ legt sie in die USA, ein kalifornisches Städtchen mit viel Sonnenschein. Alle Figuren sind irgendwie zwanghaft auf „cool“ gezeichnet. Einzig Cassidy ist in der Beliebtheitsskala ihrer Mitschüler und Mitschülerinnen nicht so weit oben angesiedelt. Auch die Lehrer sollen besser nichts von ihrem Schlussmach-Service wissen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Antonia Michaelis: Tankstellenchips

Sean, ich bleib mal bei dem Namen, obwohl sein iranischer Name nur so ähnlich klingt, also Sean lebt in einer Flüchtlingsunterkunft und ist seit zwei Monaten in Deutschland. Eigentlich möchte er studieren. Eines Nachts gerät er zufällig in ein Verbrechen und flieht gemeinsam mit Davy, gerade acht und schon aus dem Heim abgehauen. Was folgt ist eine Road-Story quer durch Deutschland.  Die Geschichte ist aus Seans Sicht erzählt und der Leser bekommt eine ganz eigene Sicht auf das deutsche Normalleben. Es gibt echt witzige Stellen, die zum Teil auch durch Seans Sprachbarrieren verursacht werden, manchmal ist er herrlich naiv, aber er ist ein guter Junge, der nur ziemlich viele schlechte Entscheidungen trifft. Schlechte, nicht böse. Außerdem geht eine Menge schief, für das er wirklich nichts kann.

Das Irre ist, das Sean die ganze Zeit davon überzeugt ist, dass er abgeschoben werden wird (was soweit richtig ist, als dass sein Abschiebebescheid bereits in seinem Spind in der Unterkunft liegt), dass er aber einen lupenreinen Asylgrund inklusive Berichterstattung im Internet vorweisen könnte, wenn er es denn täte. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Tamsyn Murray: Für immer und einen Herzschlag

Als beim Klettern im Familienurlaub Nias Zwillingsbruder Leo die Felswand hinabstürzt, ist er nur kurze Zeit später hirntot. Die Eltern entschließen sich zu einer Organspende und für Nia verändert sich alles auf der Welt. Ihr Fels in der Brandung, ihr Halt, er ist nicht mehr da. Nur schwer kann sie sich aufraffen, ohne Leo weiterzumachen.

Jonny lebt seit Wochen an ein Gerät gekoppelt. Sein Herz macht seinen Job nicht mehr und Jonny wartet dringend auf eine Organspende. Dann findet sich ein Herz, das passt, und alles geht ganz schnell. Nach der Operation fühlt sich wunderbar wie schon lange nicht mehr, doch es quält ihn auch eine Frage: Wer musste für ihn sterben? Wer gab ihm diese Chance und unter welchen Umständen? Heimlich begibt sich Jonny auf die Suche in den Medien.

Wohin diese Reise führen muss, ist wohl klar. Aber obwohl man den Verlauf von Tamsyn Murrays Roman vorhersehen mag, macht ihn das nicht weniger lesenswert. Die Geschichte ist locker, aber auch mit dem nötigen Ernst erzählt. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Eric Bell: Dieses Leben gehört: Alan Cole

Als hätte man es als 12-Jähriger nicht schon schwer genug, muss sich Alan Cole auch noch mit seinem größeren Bruder rumschlagen. Der entwirft mal wieder eine Challenge zwischen den beiden Jungen. Schafft Alan es nicht, mehr Aufgaben zu erfüllen als sein Bruder Nathan, will der allen in der Schule verraten, dass sich Alan in seinen Mitschüler Connor verliebt hat. Das muss Alan unter allen Umständen vermeiden. Deswegen gibt er sich größte Mühe, Schwimmen zu lernen, jemanden zum Weinen zu bringen, seinen ersten Kuss zu bekommen … doch Alan wäre nicht Alan, wenn das Chaos sowieso vorprogrammiert wäre.

Eric Bell entwirft einen Jugendroman für Kids beider Geschlechter ab 12 Jahren. Dabei ist die Geschichte absolut nichts Besonderes und plätschert so vor sich hin. Was sie dann doch gut macht, ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Freundschaft – was natürlich im klassischen Jugendbuch auch nicht gerade selten vorkommt. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Colleen Hoover & Tarryn Fisher: Never Never

Eines Morgens sitzt Charlie in der Schule und weiß nicht einmal mehr ihren eigenen Namen. Sie kann sich an nichts erinnern, nicht wo sie wohnt, wer zur ihrer Familie gehört und von dem Typen, der neben ihr sitzt und ihr Freund sein soll, weiß sie auch nichts. Silas ist der Typ neben ihr und ihm geht es genauso! Wer ist er und wer ist Charlie? Die beiden müssen sich gemeinsam auf eine Schatzsuche nach ihren eigenen Erinnerungen begeben und schnell wird klar, dass dies nicht einfach ist. Ihre Familien sind verfeindet seit einem Vorfall, Charlies Vater sitzt sogar im Gefängnis. Der Kontakt zwischen Charlie und Silas wird von keiner der Familien gern gesehen. Und dann finden die beiden auch noch heraus, dass sie einander betrogen haben. War das wirklich die ganz große Liebe zwischen ihnen?

Colleen Hoover steht für herzzerreißende, gefühlvolle Schmachtgeschichten mit gelegentlichem Sex und ganz vielen Irrungen und Wirrungen. Tarryn Fisher schreibt Thriller für Frauen. Wie passen diese beiden Autorinnen also zusammen und was kommt hinten raus? Auf jeden Fall kein Hoover-typischer Roman. Fans werden da eher enttäuscht sein. „Never Never“ kratzt bestenfalls an der Oberfläche und liefert einen unglaubwürdigen Ablauf der Geschichte, am Ende wird es sogar ganz abstrus und durcheinander. Irgendwie ist dieser Roman nicht gelungen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Dirk Pope: Abgefahren

Viorel ist nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter abgefahren – mit ihrer Leiche im Kofferraum, weg aus Essen-Vogelheim, hin in den Wilden Osten Europas. Der dicke, phlegmatische Junge entwickelt plötzlich Energie und Tatendrang, um den letzten Wunsch der Mutter, nämlich in der Heimat begraben zu werden, zu erfüllen. Schon zu Beginn des Romans stellt der Autor eine Verbindung her zwischen Bram Stokers „Dracula“ und dem Land, in das Viorel reist: Rumänien.

Gleich vorweg: Es erhöht die Spannung und Lesefreude, wenn man die klassische Dracula-Geschichte kennt.

Viorel hat das Ruhrgebiet nie verlassen, bei Kilometer 279 beginnt die Reiseerzählung, wobei Roadmovie die Stimmung des Textes besser trifft.

Die Reise gestaltet sich schwierig, das Auto ist alt, der Sprit knapp, ebenso das Geld, und der Leichnam ein Risiko. Außerdem besitzt Viorel keinen Führerschein. Dass seine Mutter nicht monatelang, durch Schläuche versorgt, im Krankenhaus dahingesiecht ist, ist ihm ein Trost. Trotzdem ist seine Trauer riesig und er bekämpft das Gefühl – wie alle Gefühle – mit viel Zucker, Kohlehydraten und Fett. Das Thema Essen begleitet Viorel die ganze Reise über, Essen aus Lust, zum Glücklichsein, auf Kommando. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Stefanie Höfler: Der große schwarze Vogel

Es ist ein strahlender Oktobertag, als die Mutter des 14-jährigen Bens überraschend tot im Bett aufgefunden wird. Ben beschreibt einige Tage danach, was mit der restlichen Familie – ihm, seinem kleinen Bruder, der liebevoll Krümel genannt wird, dem Vater und der Tante – passiert. Wie ist es, wenn plötzlich die Mutter nicht mehr da ist? Ben muss viel über seine Mutter nachdenken, macht sich aber auch Gedanken, wie es weitergehen soll, wie die Zukunft aussieht ohne sie.

Stefanie Höfler hat einen ruhigen Roman über Trauer geschrieben, der nicht nur etwas ist für junge Leser und Leserinnen ab 13 Jahren, sondern auch Eltern und Erwachsene generell ansprechen sollte. Es sind die leisen Töne, die hier die Musik machen. Ja, man könnte fast sagen, die Autorin schafft es, Bens Sprachlosigkeit in Worten einzufangen. Die Geschichte setzt sehr dramatisch im Moment der versuchten Wiederbelebung von Bens Mutter durch die Sanitäter ein. Ben ist im Nebenraum und hört nur, was passiert. Die Bilder dazu sind aber unweigerlich in seinem Kopf. Die Wohnung ist klein, man kann sich der Situation nicht entziehen. Auch nicht, als die Sanitäter aufgeben und seine Mutter für tot erklärt wird. Als Leser oder Leserin ist man gleich mittendrin statt nur dabei und kann sich – wie Ben – nicht aus dem Staub machen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: