Neal Shusterman: Kompass ohne Norden

Caden ist eigentlich ein ganz normaler 15-jähriger Junge. Aber es gibt diese Momente in seinem Leben, da ist er Teil einer Schiffbesatzung auf einem Schiff mit besonderem Ziel. Die tiefste Stelle des Meeres im Marianengraben wollen sie messen und Caden, der wenig Ahnung von Navigation hat, soll sie führen. Dann wieder ist Caden ein ganz normaler Schüler und glaubt, ein Mitschüler wolle ihn umbringen. Und immer wieder das Schiff, das Schiff, der einäugige Kapitän, sein einäugiger Papagei. Als sowohl der Kapitän als auch der Papagei von ihm verlangen, den jeweils anderen zu töten, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und Caden muss erkennen, was seine Mitmenschen von der ganzen Sache halten: Schizophrenie lautet die Diagnose.

Auf Neal Shustermans Roman muss man sich sehr einlassen. Man wird in das Geschehen geworfen und weiß nicht recht, wo oben und unten sind. Die Zeit auf dem Schiff verläuft seitwärts wie eine Krabbe, die Mannschaft ist äußerst sonderbar und das Schiff scheint geradezu riesig. Und dann wieder ist Caden ein normaler Junge mit einer Schwester und Eltern, kein Schiff weit und breit. Weiterlesen

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Derek Landy: Skulduggery Pleasant 11: Mitternacht

Einst war sie ein ganz normales Mädchen mit einem etwas absonderlichen Onkel. Die Rede ist von Walküre Unruh, wie sie jetzt heißt. Dass sie nach dem Tod ihres Onkels, eines gefeierten Horror-Schriftstellers nicht nur dessen Vermögen sondern auch seine Freunde erbt, brachte sie in Kontakt mit dem Übernatürlichem. An der Seite von Skulduggery Pleasant, einem unsterblichen aber beseelten Skelett, lernte sie nicht nur Magie kennen und wirken, sie ermittelte bei übernatürlichen Verbrechen und stellten sich dem Weltuntergang entgegen. Inzwischen sind Darquise und die alten Götter gebannt, der Krieg der Sanktiarien beendet und Walküre aus dem selbst gewählten Einsiedlerdasein wieder zurückgekehrt.

Dass das sicherste Gefängnis der magischen Welt von der wiederauferstandenen Ex-Freundin von Skulduggery erobert, entführt und die Gefangen befreit wurde, sorgt naturgemäß für Unruhe. Als dann einer der Ex-Häftlinge Walküres sieben-jährige Schwester kidnappt und droht sie umzubringen, wird die Angelegenheit für sie persönlich. Fehler, ganz ganz großer Fehler von Cadeverus Gant, denn jetzt hat er nicht nur eine naseweise Siebenjährige und ihren Babysitter Omen, immerhin Bruder des verheißenen Weltenretters an der Backe, auch Walküre befindet sich im Kampf- und geliebte Schwester Befreiungsmodus … Weiterlesen

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Katherine Rundell: Mitten im Dschungel

Irgendwo mitten am Amazonas stürzt eine kleine Propellermaschine ab. Der Pilot verstirbt bei der Bruchlandung, die vier jungen Kinder, die er als Passagiere an Bord hatte, überleben allerdings leicht verletzt. Und so müssen sich Lila, ihr 5-jähriger Bruder Max, Fred und Constantia, genannt Con, allein durch den Urwald schlagen. Dabei kommen sie alle aus Städten und haben von der Wildnis kaum eine Ahnung. Nur Lilas breit gefächertes Wissen über Tiere hilft ihnen wirklich. Können die vier es schaffen, im wilden Wald zu überleben?

Das Alter der jungen Menschen wird, mit Ausnahme des kleinen Max, nicht näher benannt. Müsste ich es tippen, wären sie wohl etwa 11 bis 12 Jahre alt. In dem Bereich liegt deshalb auch meine Altersempfehlung für dieses Kinder- und Jugendbuch. Es spricht vor allem Leserinnen und Leser beider Geschlechter zwischen 11 und 13 Jahren an. Die Geschichte ist mit einigen Abenteuern gespickt, die vor allem in der ersten Hälfte im Mittelpunkt stehen. Hier erfährt man so gut wie gar nichts von den Figuren und auch sie selbst hinterfragen ihre Situation kaum. Weiterlesen

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Chandler Baker: Das Ende ist erst der Anfang

Die 17-jährige Lake hat zwei beste Freunde, Will, mit dem sie auch fest zusammen ist, und Penny. Als die drei nach einem Ausflug einen Autounfall haben, sterben Will und Penny. Nun ist das in der Zukunft keine großartige Sache mehr. Menschen können wieder ins Leben gerufen werden. Doch da es zu wahren Bevölkerungsexplosionen kam, ist diese Möglichkeit nun limitiert. An ihrem 18. Geburtstag darf Lake einen Menschen aussuchen, den sie wiedererwecken möchte. Penny oder Will? Will oder Penny? Doch die Sache ist viel komplizierter, denn schon vor Jahren hat Lake ihren Eltern und ihrem Bruder Matt, der seit einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt ist, versprochen, dass sie ihre Auferstehung für Matt nutzen wird, der nur wenige Tage zuvor „überraschend“ zu Tode kommen wird.

Chandler Bakers Roman wirkt erstmal sehr befremdlich. Da erfährt man von dem Unfall und der tiefen Verbindung zwischen Lake, Will und Penny. Dann sind die beiden letzteren plötzlich tot und Lake noch lebendig. Statt zutiefst zu trauern und in ein schwarzes Loch zu fallen, steht Lake schon am nächsten Tag wieder auf und geht dem Alltagsgeschäft nach. Weiterlesen

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A. J. Steiger: Jeder von uns ist ein Rätsel

Alvie hatte es im Leben noch nie leicht. Mittlerweile ist sie 17 Jahre alt und lebt in einer eigenen Wohnung, ist so gut wie eine auf sich ganz allein gestellte Erwachsene. Dann kann sie endlich tun und lassen, was sie will. Doch kann sie dann auch keine Hilfe mehr in Anspruch nehmen und muss das Leben allein meistern. Und das hat so seine Tücken. Mehrmals wollten Ärzte und Psychologen Alvie schon das Asperger-Syndrom diagnostizieren. Ja, mit Menschen zu kommunizieren fällt Alvie zugegeben schwer. Mit Tieren ist es viel einfacher und die junge Frau liebt ihren Job im Wildpark. Dann fordert ihr Sozialarbeiter Alvie dazu auf, sich Freunde und soziale Kontakte zu suchen. Alvie wählt den 19-jährigen Stanley als ihr „Opfer“ aus. Er soll mit ihr schlafen, die einfachste Sache auf der Welt. Das wird Alvie doch wohl noch hinbekommen …

J. Steigers Roman stellt zwei ganz besondere junge Menschen in den Mittelpunkt der Handlung. Alvie hat eine soziale Behinderung in Form des Asperger-Syndroms, eine Form des Autismus. Sie ist lieber für sich oder unter Tieren. Soziale Interaktion fällt ihr schwer und sei es nur im Supermarkt an der Kasse. Sex hat sie schon bei Tieren beobachtet und selbst die bekommen das hin. Weiterlesen

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Lucy Invision & Tom Ellen: Dance. Love. Learn. Repeat.

Für Phoebe beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Endlich hat sie die Schule hinter sich und geht auf die Universität studieren. Doch gleich am ersten Tag erfährt sie etwas, das sie völlig aus dem Konzept bringt. Ihr langjähriger Schwarm Luke, früher ihr Klassenkamerad, geht auf die gleiche Uni! Doch er scheint sich nicht zu erinnern, dass er und Phoebe jahrelang gemeinsam die Schulbank gedrückt haben. Das könnte daran liegen, dass Phoebe sich nie getraut hat, ihre Gefühle öffentlich zu machen. Oder daran, dass Luke eine Freundin hat. Phoebe stürzt sich unglücklich in die Erstsemester-Woche und lernt neue Menschen kennen. Wer braucht schon Luke?

Nach „Sannah & Ham“ und „Never Evers“ ist „Dance. Love. Learn. Repeat.“ bereits der dritte Roman von Tom Ellen und Lucy Invision, der auf Deutsch übersetzt wurde. Im Mittelpunkt steht eine locker-flockige Collegestory in England, die sehr viele überaus witzige Szenen enthält. Weiterlesen

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Ursula Poznanski: Thalamus

Timo ist siebzehn, als er mit dem Mofa verunglückt. Trotz Helm trägt er schwere Kopfverletzungen davon, kann nicht reden, nicht gehen. Deswegen kommt er zur Rehabilitation auf den „Markwaldhof“, der sich auf solche Fälle spezialisiert hat. Timo kommt in ein Zweibettzimmer mit einem Komapatienten, von dem man ihm sagt, dass er vollständig im Koma wäre. Aber er steht nachts auf, redet mit Timo, läuft herum, bedroht ihn. Zunächst kann Timo das niemandem mitteilen, er kann ja nicht sprechen und er zweifelt auch an seinen eigenen Beobachtungen. Alles nur Folgen der Kopfverletzung?

Timo lernt im Rollstuhl seine Mitpatienten und ihre Schicksale kennen und eines Nachts steht auch er auf. Kann laufen, kann reden. Morgens ist alles wie immer. Es gibt Fortschritte, aber keinen Durchbruch. Und Timo hört Stimmen. Stimmen, die ihn beeinflussen, die ihm Befehle erteilen.

Das Buch ist spannend vom Anfang bis zum Ende und beschäftigt sich mit dem, was Medizin vielleicht kann und darf. Weiterlesen

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Kai Meyer: Der Pakt der Bücher

Willkommen zurück im London des Jahres 1880. Genauer gesagt in Cecil Court, der Straße der Buchhändler. Hier, inmitten kleiner Buchhandlungen, die das Herz eines jeden Liebhaber gedruckter Werke höher schlagen lassen, leben Mercy, Tempest und Philander und betreiben gemeinsam das Liber Mundi Antiquariat. Was wenige auch nur ahnen ist, dass Mercy und Tempest nicht nur wackere Bibliomanthen sind, sondern, dass Mercy sich ihren Lebensunterhalt und das wirtschaftliche Überleben des Antiquariats auch durch ihre perfekt ausgeführten Diebstähle finanziert. Dabei hat sie sich auf das Organisieren von seltenen Büchern spezialisiert.

Zuletzt war sie, für niemand geringeren, als Sedgwick,den Leiter der Polizei Londons auf der Suche nach den verschollenen Kapiteln des legendären Flaschenpostbuchs, im Einsatz. Und sie hat es fast geschafft – bis auf ein Kapitel hat sie ihrem Auftraggeber alle legendären Teile beschafft. Nun drängt dieser darauf, dass sie auch das letzte Kapitel besorgt. Erst dann kann Sedgwick seinen Traum, mittels des Flaschenpostbuches eine Figur aus einem legendären, unvollendeten Roman in seine Welt zu holen und das Rätsel, um den unvollendeten Schluss des Buches lösen, erfüllen.

Doch dann kommt es, wie es scheinbar immer kommen muss – dritte Parteien mischen sich vehement und gewaltbereit ein, Agenten und Attentäter, Revoluzzer und Terroristen hinterlassen ihre blutigen Spuren und die Welt der Magie der Bücher selbst scheint bedroht … Weiterlesen

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Alex Wheatle: Die Ritter von Crongton

Der Autor Alex Wheatle hat eine Mission. Er zeigt, wie Jugendliche in sozialen Brennpunkten überleben können. Seine Devise: Nur mit echten Freunden kann man den Gangs und ‚Ghettoratten‘ fernbleiben. Echte Freunde halten auch zusammen, wenn es mal richtig schlimm wird.

Die Freunde McKay, Little Bic und Jonah sind echte Freunde. Doch nun kommt die erste Verliebtheit ins Spiel und bringt alles durcheinander, als Little Bic von Venetias Schwierigkeiten erfährt. Ihr Exfreund, drei Jahre älter und Mitglied einer Gang, hat ihr Handy gestohlen, auf dem unter anderem sehr persönliche Bilder gespeichert sind. Wenn diese Bilder veröffentlicht würden, wäre dies für Venetia mehr als nur eine Katastrophe. Natürlich will ihr Little Bic helfen. Und wenn er hilft, dann sind auch McKay und Jonah mit von der Partie, die unbedingt Venetias Freundin näher kennenlernen wollen. Als Gruppe begeben sie sich in Feindesland, überraschen Venetias Exfreund in seiner Wohnung und erobern das gestohlene Handy zurück. Weiterlesen

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Louise O’Neill: Du wolltest es doch

Emma ist 18 Jahre alt und die Welt liegt ihr zu Füßen. Sie kann jeden Jungen haben, den sie möchte. Ganz egal, ob der schon vergeben ist oder nicht. Sie wird bewundert und gehasst – auch in ihrem Freundeskreis. Denn seit sie ihrer Freundin Jamie geraten hat, eine vermeintliche Vergewaltigung nicht anzuzeigen, ist das Verhältnis der Mädchen schwierig. Aber sie hat ja auch noch die ungeteilte Aufmerksamkeit von Ali und Maggie. Dann passiert nach einer Party am Wochenende das Unfassbare: Im Netz tauchen Bilder von Emma auf, nackt und scheinbar bewusstlos. Mehrere Jungen aus ihrem Freundeskreis haben Sex mit ihr, auch Maggies Freund. Ein weiterer Schachzug der perfekten Emma oder ein grausames Verbrechen?

Louise O’Neills Jugendroman geht unter die Haut, auch wenn das auf den ersten Blick nicht klar erkennbar ist. Denn am Anfang lernt man erstmal die vier Mädchen aus Emmas Sicht kennen. Emma hält sich für perfekt, ist reichlich arrogant und weiß, was sie will. Dafür würde sie auch über Leichen gehen, notfalls sogar die Leichen ihrer besten Freundinnen, die alle aus gut betuchten Häusern kommen, aber zum Glück in Emmas Augen nicht annähernd so perfekt sind wie sie. Weiterlesen

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