Lydia Conradi: Das Haus der Granatäpfel

Smyrna, 1912: Klara Reinecke durfte sich in ihrem Leben bisher fast alles aussuchen. Auch ihren Ehemann möchte der Vater ihr deshalb kaufen. Als sie sich für Peter Delacloche, den Sohn eines Kaufhausmagnaten, entscheidet, ist Klaras Vater mehr als angetan, auch wenn dies bedeutet, dass seine Tochter von Deutschland ins ferne Smyrna, das heutige Izmir und mittlerweile Teil der Türkei, ziehen wird. Doch die Ehe ist für Klara nicht von Freude gekrönt und sie langweilt sich. In Smyrna verliebt sie sich in den jungen Arzt Sevan, der aber ebenfalls mit seiner großen Liebe verheiratet ist.

Was sich in der Kurzzusammenfassung liest wie die Neuauflage von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ entwickelt sich dann doch sehr positiv. Charlotte Lyne schreibt hier unter dem Pseudonym Lydia Conradi und man merkt schnell, dass sie ihr Handwerk bestens versteht. Weiterlesen

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Ken Follett: Das Fundament der Ewigkeit

Eines der bekanntesten und vielleicht auch besten Bücher Ken Folletts dürfte ‚Die Säulen der Erde’ sein. Alle, die das Buch gelesen oder zumindest die Verfilmung gesehen haben, werden sich an die zum Teil dramatischen Konflikte erinnern, die sich um den Bau der Kathedrale in der fiktiven westenglischen Ortschaft Kingsbridge drehten. Das Buch ist auch heute noch, nach fast 30 Jahren, ein beliebter historischer Roman.

Im Jahr 2008 erschien mit ‚Die Tore der Welt‘ ein guter, aber insgesamt doch schwächerer Folgeband. Die Handlung ist rund 200 Jahre nach den Ereignissen des ersten Bandes angesiedelt und spielt im 14. Jahrhundert. Zum Teil knüpft Follett dabei an Personen und Geschehnisse aus ‚Die Säulen der Erde‘ an.

Nun ist im September mit ‚Das Fundament der Ewigkeit‘ ein weiterer Roman der Serie erschienen, der in den Jahren 1558 bis 1620 spielt und damit die historische Epoche der Regierungszeit von Königin Elisabeth I. (1558 – 1603), der Hinrichtung Maria Stuarts (18.2.1587), der Bartholomäusnacht (23./24.8.1572) und der versuchten Invasion der spanischen Armada (1588) umfasst. Weiterlesen

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Oliver Plaschka: Marco Polo: Bis ans Ende der Welt

Jeder kennt Marco Polo. Und jeder hat schon einmal darüber diskutiert, ob es ihn nun gab oder nicht. Wen es auf jeden Fall gibt, ist Oliver Plaschka. Und der hat sich der historischen Figur angenommen in seinem aktuellen Buch „Marco Polo – Bis ans Ende der Welt“. Gerade einmal 17 Jahre ist Marco, als er mit Vater und Onkel eine weite Reise antritt, um das Wesen des Christentums dem Hof des Kublai Khan näher zu bringen. Und natürlich ist die Reise beschwerlich – die mit ihnen geschickten Gelehrten geben weit vor dem Ziel auf und auch Marco selbst muss mehrmals dem Tod von der Schippe springen.

Gefallen hat mit der Rahmen, in den Plaschka seine Geschichte bettet. Er lässt den Protagonisten seine Erlebnisse selbst erzählen Weiterlesen

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Lauren A. Forry: Abigale Hall

Nachkriegsdrama, Horrorstory, Psychothriller – „Abigale Hale“ ist hochgradig spannend!  Lauren A. Forry hat in ihrem Debütroman den richtigen Ton getroffen, wofür sie mit dem Faber und Faber Creative Writing Prize ausgezeichnet wurde. Dieser Roman packt das Grauen auf mehreren Ebenen – auf der übernatürlichen, realen und psychologischen.

1947: In Londons Straßen herrscht der alltägliche Nachkriegshorror. Zwischen zerbombten Ruinen und langen Warteschlange vor Ausgabe der Lebensmittelrationen, tummeln sich Menschen, denen ihre persönlichen Kriegstraumata ins Gesicht geschrieben stehen: Kriegsversehrte, Witwen und Waisen. Zu letzteren gehören auch die 17-jährige Eliza und ihre fünf Jahre jüngere Schwester Rebecca. Sie haben ihre Eltern verloren und leben seitdem bei ihrer Tante Bess. Diese hat die beiden zwar pflichtschuldig aufgenommen, hegt aber kaum Sympathien für die ihr anvertrauten Nichten. Weiterlesen

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Nicole C. Vosseler: Der englische Botaniker

China, 1843: Der schottische Botaniker Robert Fortune lässt seine Familie in der Heimat zurück, um die Pflanzenwelt des fernen Landes zu erforschen. Er will unbekannte Pflanzen katalogisieren, seltene Exemplare mit nach England bringen und vielleicht sogar Namensgeber für bisher unbekannte Exemplare werden. Dass er dafür ein ganzes Jahr von seiner Frau und den kleinen Kindern getrennt ist, muss er in Kauf nehmen. Über Briefe bleiben sie allerdings in Kontakt. Als seine Reise aufgrund der Feindlichkeit der Chinesen gegenüber Fremden ins Stocken gerät, lernt Fortune die Kämpferin Lian kennen, die ihm weiteren Zutritt zu entfernten Gärten der Chinesen verschafft. Doch zwischen den beiden ungleichen Menschen keimen noch ganz andere Dinge … Weiterlesen

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Carmen Korn: Zeiten des Aufbruchs

Die vier Freundinnen Henny, Käthe, Ida und Lina haben den Krieg überstanden. Nur Käthe glauben sie verloren zu haben, da diese sich von Hennys Mann denunziert meinte und nach dem Krieg jeden Kontakt vermeidet. Hamburg ist völlig zerstört, aber sie haben noch sich. Als Käthes Mann Rudi auftaucht, findet auch Käthe zurück in den Kreis der Freundinnen.

Im Wirtschaftswunder geht es langsam aufwärts. Die Söhne werden zu Männern, die Töchter ergreifen Berufe, von denen die Mütter nur träumen konnten. Aber das Deutschland der 50er Jahre ist nicht ohne Probleme. Schwule müssen sich verstecken, mancher Traumberuf gilt noch als verrufen.

Carmen Korn nimmt uns mit auf eine Zeitreise. Wie auch im ersten Band „Töchter einer neuen Zeit“ taucht der Leser tief ein in die so nahe und doch so fremde Zeit. Weiterlesen

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Graeme Macrae Burnet: Sein blutiges Projekt: Der Fall Roderick Macrae

Culduie, ein winziger Ort in den Highlands, liegt malerisch in der Nähe des Meeres. 1869 ist das Leben der verarmten Bauern hart und überschaubar. Zum Entsetzen der Bewohner soll Lachlan Mackenzie, einer der größten Streithammel, der neue Constable werden, um die unbeliebte Arbeit des Erfüllungsgehilfen für den Gutsverwalter zu übernehmen. Natürlich nutzt er die ihm verliehene Macht für seine Rachefeldzüge. Keiner ist vor ihm sicher. Geldstrafen, Sonderarbeiten und Gewalt verändern das dörfliche Miteinander.

Der ärmste Bauer ist Roderick Macraes Vater und gleichzeitig der einzige, der passiven Widerstand leistet. Innerhalb weniger Monate verändert sich das Leben des sechszehnjährigen Roderick gravierend. Weiterlesen

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Rebecca Gablé: Die fremde Königin

Der Panzerreiter Gaidamar kennt weder seinen Vater, noch seine Mutter. Er wurde Um 930 einem Adeligen als Ziehsohn übergeben und weiß nicht mehr, als dass während seiner Kindheit ein adeliger Mann manchmal heimlich zu Besuch kam und dass das sein Vater gewesen sein muss. Eines Tages hörten die Besuche einfach auf.

Inzwischen ist Gaidamar erwachsen und ein erfolgreicher Panzerreiter – ebenso wie sein Ziehbruder. Aber Gaidamar wird ausgewählt, um die italienische Königin Adelheid und ihre Tochter aus der Gefangenschaft zu befreien zum zu König Otto zu bringen und das bindet ein Band, dass die beiden nie wieder werden lösen können.

Die fremde Königin ist bereits der zweite Teil von Rebecca Gablés Romanreihe um König Otto und schließt fast nahtlos an den ersten Teil an – es empfiehlt sich, diesen zuerst zu lesen, da der zweite Band ziemlich viele Andeutungen enthält, die dann einfach mehr Spaß machen. Auffällig fand ich, dass mit Gaidamar zwar eine fiktive Figur eine recht große Rolle hat, aber bei weitem ist das hier nicht so ausgeprägt wie in anderen Gablé-Romanen. Weiterlesen

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Annie Proulx: Aus hartem Holz

Mehr als 10 Jahre sind vergangen, seit die Pulitzerpreisträgerin Annie Proulx ihren letzten Roman veröffentlicht hat. Sie hat so erfolgreich und polarisierende Werke wie „Brokeback Mountain“ geschrieben und auch in ihrem neuen Roman ist wenig so, wie es zu sein scheint.

1693 möchten zwei junge Franzosen in Kanada (Neufrankreich zu dieser Zeit natürlich noch) ihr Glück machen. Beide finden zunächst einmal die Gefangenschaft, weil sie in eine Art Leibeigenschaft geraten und den lieben langen Tag Bäume fällen müssen. Sie gehen damit unterschiedlich um. Der eine wird der beste Baumfäller von allen, der andere flüchtet und scheint in der endlosen kanadischen Wildnis einfach zu verschwinden. Der eine heiratet eine einheimische Indianerin legt damit die Grundlage zu einer Familie von Holzfällern, die sich über das ganze Land verteilen werden. Der andere pflegt seinen Hass und gründet das erfolgreichste Holzunternehmen der nächsten 300 Jahre. Weiterlesen

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Graham Moore: Die letzten Tage der Nacht

New York, 1888: Paul hat sein Jura-Studium erst vor kurzem beendet, als sich ihm eine großartige Möglichkeit bietet. Ausgerechnet George Westinghouse bittet ihn um juristischen Beistand! Dieser Mann ist kein geringerer als der ärgste Konkurrent von Thomas Edison, der die Glühbirne erfunden haben will. Paul muss sich auf die Suche nach der Wahrheit begeben. Wer hat tatsächlich die Glühbirne erfunden und kann ein Patent auf sie anmelden? Dass er sich dabei mit einem der mächtigsten Männer des Landes anlegen muss, stört ihn kaum. Als ein serbischer Wissenschaftler auftaucht, der an der Erfindung der Glühbirne maßgeblich beteiligt gewesen sein scheint, schöpft Paul neue Hoffnung für die Wahrheitsfindung. Weiterlesen

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