Ella Zeiss: Tage des Sturms 02: Von Hoffnung getragen

Russland, 1942: Mit 16 Jahren wird Harri in das Zwangsarbeitslager in Tscheljabinsk deportiert. Hier muss er in Kälte und Eis unter Aufwendung seiner ganzen Kraft tagtäglich schuften. Die Situation bessert sich auch nicht, als sein ehemaliger Nachbar Erich im Lager eintritt. Er muss sich ständig Sorgen machen um den schlechten Gesundheitszustand des jungen Mannes. Auch seine Familie vermisst Harri schmerzlich. Ein Lichtblick scheint Jahre später das Kriegsende zu sein. Doch wird jetzt wirklich alles besser?

Mit „Von Hoffnung getragen“ legt Ella Zeiss den zweiten und abschließenden Band ihrer kurzen Serie um die Familien Pfeiffer und Scholz vor, die sich bereits in den ersten Kriegsjahren, niedergeschrieben in „Wie Gräser im Wind“, durchbeißen mussten. Einst waren sie Nachbarn, wurden aber vom Krieg in alle Winde zerstreut. Im zweiten Band stehen vor allem Harri Pfeiffer und Yvonne Scholz, die jüngere Schwester von Erich, im Mittelpunkt. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Christian Hardinghaus: Die Spionin der Charité

Seit seinem Roman um den Arzt, der Soldat wurde um seine Familie zu retten, bin ich ja ein großer Fan von Christian Hardinghaus Romanen. Der Roman beginnt in Bern 1974. Die 56jährige Lilly Kolbe regt sich furchtbar über die Feiern zum Gedenken der Widerstandskämpfer des 20. Juli auf. Waren doch die Attentäter um Staufenberg bei weitem nicht die Einzigen, die für den Widerstand Kopf und Kragen riskiert haben. Lilly arbeitete in den ersten 40 ger Jahren des 20. Jahrhunderts in der Berliner Charité unter dem berühmten Professor Ferdinand Sauerbruch. Dort gab es den Donnerstagsclub, dessen Mitglieder nach ihren Möglichkeiten versuchen, dem Naziregime Steine in den Weg zu werden. Ihre Aktionen waren wenig öffentlichkeitswirksam und alle Mitglieder schworen, den Donnerstagsclub nach dem Krieg für immer geheim zu halten. Aber vielleicht ist jetzt, nach 30 Jahren des Schweigens, der Moment des Redens gekommen? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Stef Penney: Im Licht des Polarsterns

Großbritannien zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Schon seit sie 12 Jahre alt war, hat Florence einen Traum: Sie will Polarforscherin werden und die Antarktis erforschen. Doch schon in diesem zarten Alter merkt sie, dass dafür viel Kraft nötig sein wird. Die Forschung ist eine Männer-Domäne und sie muss nicht nur wortwörtlich ihren Mann stehen. Doch Florence setzt alles daran, ihren Traum zu verwirklichen, sie ist sogar bereit, dafür zu heiraten, um die finanziellen Mittel zu sichern. Dann lernt sie Jakob kennen, einen Mann aus dem Forschungsteam der Amerikaner und entdeckt ihre Gefühle für ihn.

Stef Penney ist ein interessanter und abwechslungsreicher Roman gelungen. Sie beschreibt die Geschichte aus den Perspektiven von Florence und Jakob und tatsächlich ist für jeden Geschmack etwas dabei: Da gibt es eine Liebesgeschichte, Gefühle und Irrungen und Wirrungen. Dann gibt es den interessanten historischen Kontext, die Geschichte der Polarforschung. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Ella Zeiss: Tage des Sturms 01: Wie Gräser im Wind

1930 auf der Halbinsel Krim, die zu diesem Zeitpunkt zur Sowjetunion gehört. Anna Scholz lebt mit ihren Kindern Erich und Yvonne sowie ihrem Mann Wilhelm zwar kein Leben im Überfluss, aber sie kommen irgendwie über die Runden. Doch dann wird erst der Pfarrer des kleinen Örtchens umgebracht und sie nimmt sich dessen Tochter Rita an und schließlich wird auch ihre eigene Familie noch enteignet und „umgesiedelt“. Sie werden gezwungen, umzuziehen und ein neues, beschwerliches Leben in Baracken und ohne Besitz zu beginnen.

Im Roman wird im Jahr 1937 ein weiteres Familienschicksal aufgegriffen, das der Familie Pfeiffer, die bisher im Kaukasus lebte. Mit Kriegsbeginn werden die deutschen Familien misstrauisch beäugt und auch zum Umsiedeln gezwungen. Der Roman basiert auf wahren Ereignissen, die von der Autorin aufgegriffen und in einen Roman verarbeitet wurden. Die Geschichte ist auf mehrere Bände angelegt, der zweite Band, „Von Hoffnung getragen“, ist in mehreren Ausgabearten bereits erhältlich. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

U. Gerold & W. Hänel: Allee unserer Träume

Ilse hat den Zweiten Weltkrieg überlebt. Sie überwand alle Widerstände und studierte Architektur. Wie ihr Vater will sie Schönes bauen. Doch die Umstände erlauben es nicht. Nach dem Krieg gibt es nur noch ihren an Alzheimer schwer erkrankten Vater und seine kleine Baufirma, die vor dem Bankrott steht. Ihr Organisationstalent wird gebraucht. Und während sie ihren Vater pflegt, zeichnet sie die Häuser, von denen beide geträumt haben. Sie entwickelt Straßenzüge, die von einem Neubeginn erzählen. Wie es der Zufall will, erhält ihr Vater eine offizielle Anfrage aus Berlin. Die Regierung sucht Architekten, die beim Neuaufbau mithelfen wollen. Insbesondere ist eine Prachtallee geplant, die dem Sozialismus ein Gesicht verleihen soll. Ilse begreift diesen Aufruf als ihre Chance. Ihre Träume könnten jetzt wahr werden: Schöne Häuser, vor denen sich die Wolken verneigen, bezahlbarer Wohnraum mit menschenwürdiger Ausstattung.

Das Autorenduo für Krimis und Thriller, Ulrike Gerold und Wolfram Hänel, hat einen detailreichen Roman über die Nachkriegszeit und den Aufbau der zukünftigen DDR geschrieben. Als Grundlage und Inspiration diente die Biographie von Wolfram Hänels Mutter. Im Zentrum der Handlung steht Ilse, eine junge Frau, die viel zu früh ihre gesamte Familie verliert. Das klassische Karriereziel für Frauen Kind und Herd will einfach nicht passen. Ilse lehnt sich auf. Je größer der Gegenwind um so stärker wird Ilses Wille, für ihre Träume zu kämpfen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Kati Naumann: Was uns erinnern lässt 

Thüringen, 1945: Genau am beliebten Rennsteig im Thüringer Wald liegt das Hotel Waldeshöh. Es wird von der Familie Dressler betrieben und muss in den Nachkriegsjahren vorerst stillgelegt werden. Doch Johanna glaubt fest daran, dass sie eines Tages wieder einen normalen Hotelbetrieb sicherstellen können. Ihr Mann Arno kommt aus dem Krieg verändert wieder und Johanna muss erkennen, dass sie nun vielfach auf sich allein gestellt sein wird. Zum Glück hilft der fast erwachsene Sohn Werner tatkräftig mit.

Thüringen, 2017: Bei ihrer Suche nach einem von ihr so geliebten verloren Ort, an dem seit langem keine Menschenseele mehr war, stolpert Milla über einen verlassenen Keller. Hier findet sie Zeitzeugnisse aus den 1970er Jahren. Sie macht sich auf die Suche nach dieser Familie Dressler, der die Dinge zu gehören scheinen.

Wie zu erkennen ist, verläuft die Romanhandlung auf zwei Ebenen. In der Haupthandlung trifft Milla auf die Familie Dressler in der Gegenwart und lernt die nächsten Generationen kennen, deren Groß- und Urgroßmutter Johanna war. Milla selbst ist alleinerziehende Mutter und in einer Anwaltskanzlei beschäftigt. Als sie hört, dass die Dresslers in den 1970er Jahren zu DDR-Zeiten enteignet wurden und der schöne Forst ihnen gar nicht mehr gehört, ist ihr Interesse geweckt. Da müsste man doch Einspruch einlegen können. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

AJ Pearce: Liebe Mrs. Bird

London, 1941: Die 22-jährige, junge Emmeline Lake hat einen großen Traum. Sie möchte Kriegsreporterin für eine große Zeitung werden. Dafür, das hat sie schon gelernt, muss man allerdings kleine Brötchen backen. Erstmal fängt sie bei einer Zeitung an, die immerhin zu einer großen Verlagsgruppe zu gehören scheint. Doch beim Vorstellungsgespräch vergisst Emmeline die wichtigsten Fragen und findet sich deshalb wenig später in einer Redaktion wieder, die Leserbriefe von Frauen beantwortet. Naja, zumindest ein paar. Denn die Redakteurin Mrs. Bird sortiert gnadenlos alles aus, in dem beispielsweise Affären, sexuelle Gedanken, Orientierungen und andere vermeintlich anstößige Dinge vorkommen. Übrig bleiben dann belanglose Briefe, die belanglose Antworten in einem belanglosen Magazin erhalten. Emmeline beschließt, heimlich auf die aussortierten Briefe zu antworten – und sie unterschreibt sogar mit Mrs. Birds Namen! Das kann ja nicht lange gutgehen … Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Paula Brackston: Die Tochter der Hexe

England, 1627: Für Bess bricht eine Welt zusammen, als die Pest einen Großteil ihrer Familie dahinrafft. Sie selbst überlebt die Krankheit auf wundersame Weise. Von ihrer Familie ist nur ihre Mutter noch an Bess Seite geblieben und die beiden schlagen sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Doch dann taucht ein Hexenjäger in der Stadt auf und Bess‘ Mutter wird mit einer älteren Frau zusammen als Hexe angeklagt. Sie ist chancenlos und scheint tatsächlich einen Pakt mit dem Teufel eingegangen zu sein. In ihren letzten Minuten schickt sie die Tochter zu dem geheimnisvollen Gideon Masters, der ihr angeblich weiterhelfen kann.

England, 2007: Elizabeth lebt abgeschieden von einem kleinen Örtchen am Waldrand. Die Menschen scheut sie so gut es geht. Nur für das Allernötigste mischt sie sich unter die Bewohner. Als die Teenagerin Tegan sich für sie zu interessieren beginnt, ist das Elizabeth nicht gerade recht. Wie wird man lästige Beobachter und neugierige Mädchen los? Doch schon bald merkt Elizabeth, dass sie ihr bestgehütetes Geheimnis vielleicht vor Tegan nicht zu verstecken braucht. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Snorri Kristjánsson: Blut und Gold

Irgendwo in Skandinavien, 970 n. Chr.: Die junge Helga Finnsdottir lebt als Ziehtochter beim Clan des Wikingers Unnthor Reginsson. Er hat seine vier Kinder zu sich gerufen und sie erscheinen mit ihren kompletten Familien. Karl, der Geldsorgen hat, der kräftige Bjorn, der schlaue aber zurückhaltende Aslak und die einzige Tochter, Jorunn, die nicht weniger stark als die Herren ist. Als alle zusammengekommen sind, wird schnell klar, dass sie mehrere Konflikte miteinander haben. Nach einer feuchtfröhlichen Nacht liegt dann eins von Unnthors Kindern tot in seinem Bett. Helga ist misstrauisch und versucht, herauszufinden, was in der vermeintlichen Mordnacht geschehen ist.

Snorri Kristjánsson versucht sich in „Blut und Gold“ an einer Art Detektivgeschichte zur Zeit der Wikinger mit weiblicher Protagonistin. Leider hat die Geschichte so gar nichts Spannendes an sich und plätschert komplett vor sich hin. Der einzige Grund, sie wirklich zu Ende zu lesen, ist die Suche nach dem Täter. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Beate Sauer: Der Hunger der Lebenden. Ein Fall für Friederike Matthée

Juni 1947: Im Bergischen Land, unweit von Köln, wird die Hofbesitzerin und ehemalige Polizistin Ilse Röder ermordet. Vier Schüsse direkt ins Gesicht haben ihre Schönheit zerstört, die viele Männer bewundert haben. Franziska Wagner, ein junges Mädchen mit einem langen Vorstrafenregister und viel Wut im Bauch, wird mit einer Pistole in der Hand neben der Toten gefunden. Für Hauptkommissar Heimerzheim, der die Ermittlungen leitet, ist der Fall klar, vor allem, als herauskommt, dass Ilse Röder für die Einweisung von Franziska Wagner in ein Polizeiliches Jugendschutzlager verantwortlich war. Zudem wurde Franziska Tage vor der Tat in der Nähe des Hofes gesehen. Doch Friederike Mathée von der weiblichen Polizei in Köln beginnt bald daran zu zweifeln. Sie fängt an – teilweise auch auf eigene Faust – Informationen über Franziska und über Ilse Röder zu sammeln. Bei einer Polizeiaktion lernt sie die kleine Elli kennen, die gemeinsam mit Franziska in einer verfallenen Fabrik Unterschlupf gefunden hat und Friederike ganz neue Facetten der jungen Frau zeigt. Und als die Obduktion ergibt, dass Ilse Röder vor Kurzem ein Kind geboren hat, obwohl ihr Mann in Russland vermisst wird, kommen neue Verdächtige ins Spiel. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: