Marie Benedict: Frau Einstein

Zürich, 1896: Mileva Marić hat ein Ziel. Sie möchte einen Universitätsabschluss in Physik schaffen und das als Frau! In Zürich werden der jungen Serbin dazu viele Möglichkeiten gegeben. Zumindest sind Frauen von den Studiengängen nicht offiziell ausgeschlossen, leicht ist es für Mileva allerdings trotzdem nicht. Viele Männer wollen ihr Steine in den Weg legen und ihr das Leben schwermachen. Nur dieser Albert Einstein, der scheint ihr vom ersten Tag an wohlgesinnt. Er ist ein Kommilitone und bietet ihr bald Zusammenarbeit für ein Projekt an. Aber von Männern wollte sich Mileva fernhalten, viel wichtiger ist ihr die Physik und all die Wunder, die sie bereithält. Noch so viel ist unerforscht und Mileva würde gerne auch ihrem Namen Bedeutung verleihen und etwas Bahnbrechendes entdecken. Albert Einstein allerdings lässt nicht locker.

Mileva Marić ist die erste Ehefrau von Albert Einstein. Sie steht im Mittelpunkt des Romans, ihr Weg ins Studium, das Kennenlernen von Einstein, ihre Ehe. Immer wieder wird dabei deutlich, dass sie aber auch eine eigenständige Person war, mit eigenen Zielen, Träumen und Wünschen. Weiterlesen

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Imogen Hermes Gowar: Die letzte Reise der Meerjungfrau

September 1785, Londoner Hafen. Jonah Hancock wartet auf die Heimkehr der Calliope. Doch der Captain kommt ohne Schiff zurück; er hat es verkauft, um für Hancock etwas ganz Außergewöhnliches zu erwerben: eine Meerjungfrau, gefangen von einem japanischen Fischer. Leider hat das Wesen nicht überlebt, und es sieht nicht im Geringsten so aus, wie man sich eine Meerjungfrau vorstellt. Es ist klein wie ein Säugling, dessen Leib in einem Fischschwanz endet, und hat die Hände mit den schrecklichen langen Krallen vors fratzenhafte Gesicht geschlagen. Die harte, vertrocknete Haut erinnert Hancock an die toten Ratten, die er einmal hinter der aufgeschlagenen Küchenwand fand. Er ist entsetzt über den Verlust des Schiffes für dieses … Ding. Sein Captain hingegen ist davon überzeugt, dass man mit der Meerjungfrau Geld machen kann, viel Geld, wenn man sie als Kuriosität ausstellt.

Hancock entschließt sich, den Versuch zu wagen. Mit Hilfe seiner Nichte Sukie organisiert er die Zurschaustellung der Meerjungfrau. Wider Erwarten ist der Andrang groß. Auch das Interesse der Kupplerin Mrs. Chappell ist geweckt. Sie mietet das Exponat, um es bei einem rauschenden Fest in ihrem Bordell zu zeigen. Hancock ist hierzu eingeladen und lernt Angelica kennen, eine stadtbekannte gefeierte Edelhure.

Mit dieser Begegnung beginnt sich der Lebensweg des biederen Kaufmanns, der ein Bäuchlein und Hängebacken sein eigen nennt, mit dem der Kurtisane zu verflechten. Angelica könnte selbst eine Meerjungfrau sein, in fließende Stoffe gehüllt, mollig, rosig, mit wallenden blonden Locken. Sie liebt den Luxus und wird gerne bewundert. Allerdings steht sie mit siebenundzwanzig Jahren an einem Wendepunkt. Wenn sie sich von der Kupplerin befreien will, braucht sie einen reichen, kultivierten Mann, der sie aushält, bevor sie zu altern anfängt. Weiterlesen

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Armando Lucas Correa: Das Erbe der Rosenthals

Berlin, 1939: Für die fast 12-jährige Hannah und ihre jüdische Familie spitzt sich die Lage zu. Öffentliche Anfeindungen, böse Kommentare der Nachbarn und dann steht auch noch die Gestapo vor der Tür und verhaftet den Vater. Hannah, ihr Vater und ihre Mutter müssen alles daransetzen, aus dem Land zu fliehen. Nur die kleine Insel Kuba möchte die Familie aufnehmen. Mit gemischten Gefühlen besteigen sie im Mai das Schiff St. Louis und brechen Richtung Westen auf.

New York, 2014: Die fast 12-jährige Anna weiß nur wenig über ihren Vater, der vor ihrer Geburt im September 2011 bei den Anschlägen in der Stadt starb. Jede noch so kleine Information über ihn hütet sie deshalb wie einen Schatz. Als ein Brief aus Kanada eintrifft, der ihren Vater mit seiner Heimat Kuba in Verbindung bringt, befindet sich Anna in heller Aufruhr. Gemeinsam mit ihrer Mutter will sie sich auf Spurensuche begeben. Weiterlesen

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Beate Sauer: Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée

Januar 1947: Mitten im „Hungerwinter“ wird in der Eifel der Kölner Alteisen- und Schrotthändler Jupp Küppers erschlagen. Schnell wird klar, dass Küppers seine Finger auch in Schwarzmarktgeschäften hatte. Nachdem in einem seiner Lager englische Waren entdeckt werden, nimmt Richard Davies von der britischen Militärpolizei die Ermittlungen auf. Doch aus dem einzigen Zeugen des Mordes, dem sechsjährigen Peter Assmuß bekommt die (männliche) Polizei kein Wort heraus. Davies fordert Unterstützung von der weiblichen Polizei in Köln an und bekommt sie in Person der jungen Polizeiassistentenanwärterin Friederike Matthée.

Friederike ist eher widerwillig Polizistin und nach einigen Fehlern schwebt über ihr schon das Damoklesschwert der Entlassung. Für sie war der Eintritt in die Polizei, der noch gar nicht lange zurück liegt, die beste (und vielleicht auch einzige) Möglichkeit, nach der Flucht aus Ostpreußen gemeinsam mit ihrer Mutter im Westen Fuß zu fassen und zu einer Unterkunft zu kommen. Weiterlesen

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Lydia Conradi: Das Haus der Granatäpfel

Smyrna, 1912: Klara Reinecke durfte sich in ihrem Leben bisher fast alles aussuchen. Auch ihren Ehemann möchte der Vater ihr deshalb kaufen. Als sie sich für Peter Delacloche, den Sohn eines Kaufhausmagnaten, entscheidet, ist Klaras Vater mehr als angetan, auch wenn dies bedeutet, dass seine Tochter von Deutschland ins ferne Smyrna, das heutige Izmir und mittlerweile Teil der Türkei, ziehen wird. Doch die Ehe ist für Klara nicht von Freude gekrönt und sie langweilt sich. In Smyrna verliebt sie sich in den jungen Arzt Sevan, der aber ebenfalls mit seiner großen Liebe verheiratet ist.

Was sich in der Kurzzusammenfassung liest wie die Neuauflage von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ entwickelt sich dann doch sehr positiv. Charlotte Lyne schreibt hier unter dem Pseudonym Lydia Conradi und man merkt schnell, dass sie ihr Handwerk bestens versteht. Weiterlesen

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Ken Follett: Das Fundament der Ewigkeit

Eines der bekanntesten und vielleicht auch besten Bücher Ken Folletts dürfte ‚Die Säulen der Erde’ sein. Alle, die das Buch gelesen oder zumindest die Verfilmung gesehen haben, werden sich an die zum Teil dramatischen Konflikte erinnern, die sich um den Bau der Kathedrale in der fiktiven westenglischen Ortschaft Kingsbridge drehten. Das Buch ist auch heute noch, nach fast 30 Jahren, ein beliebter historischer Roman.

Im Jahr 2008 erschien mit ‚Die Tore der Welt‘ ein guter, aber insgesamt doch schwächerer Folgeband. Die Handlung ist rund 200 Jahre nach den Ereignissen des ersten Bandes angesiedelt und spielt im 14. Jahrhundert. Zum Teil knüpft Follett dabei an Personen und Geschehnisse aus ‚Die Säulen der Erde‘ an.

Nun ist im September mit ‚Das Fundament der Ewigkeit‘ ein weiterer Roman der Serie erschienen, der in den Jahren 1558 bis 1620 spielt und damit die historische Epoche der Regierungszeit von Königin Elisabeth I. (1558 – 1603), der Hinrichtung Maria Stuarts (18.2.1587), der Bartholomäusnacht (23./24.8.1572) und der versuchten Invasion der spanischen Armada (1588) umfasst. Weiterlesen

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Oliver Plaschka: Marco Polo: Bis ans Ende der Welt

Jeder kennt Marco Polo. Und jeder hat schon einmal darüber diskutiert, ob es ihn nun gab oder nicht. Wen es auf jeden Fall gibt, ist Oliver Plaschka. Und der hat sich der historischen Figur angenommen in seinem aktuellen Buch „Marco Polo – Bis ans Ende der Welt“. Gerade einmal 17 Jahre ist Marco, als er mit Vater und Onkel eine weite Reise antritt, um das Wesen des Christentums dem Hof des Kublai Khan näher zu bringen. Und natürlich ist die Reise beschwerlich – die mit ihnen geschickten Gelehrten geben weit vor dem Ziel auf und auch Marco selbst muss mehrmals dem Tod von der Schippe springen.

Gefallen hat mit der Rahmen, in den Plaschka seine Geschichte bettet. Er lässt den Protagonisten seine Erlebnisse selbst erzählen Weiterlesen

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Lauren A. Forry: Abigale Hall

Nachkriegsdrama, Horrorstory, Psychothriller – „Abigale Hale“ ist hochgradig spannend!  Lauren A. Forry hat in ihrem Debütroman den richtigen Ton getroffen, wofür sie mit dem Faber und Faber Creative Writing Prize ausgezeichnet wurde. Dieser Roman packt das Grauen auf mehreren Ebenen – auf der übernatürlichen, realen und psychologischen.

1947: In Londons Straßen herrscht der alltägliche Nachkriegshorror. Zwischen zerbombten Ruinen und langen Warteschlange vor Ausgabe der Lebensmittelrationen, tummeln sich Menschen, denen ihre persönlichen Kriegstraumata ins Gesicht geschrieben stehen: Kriegsversehrte, Witwen und Waisen. Zu letzteren gehören auch die 17-jährige Eliza und ihre fünf Jahre jüngere Schwester Rebecca. Sie haben ihre Eltern verloren und leben seitdem bei ihrer Tante Bess. Diese hat die beiden zwar pflichtschuldig aufgenommen, hegt aber kaum Sympathien für die ihr anvertrauten Nichten. Weiterlesen

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Nicole C. Vosseler: Der englische Botaniker

China, 1843: Der schottische Botaniker Robert Fortune lässt seine Familie in der Heimat zurück, um die Pflanzenwelt des fernen Landes zu erforschen. Er will unbekannte Pflanzen katalogisieren, seltene Exemplare mit nach England bringen und vielleicht sogar Namensgeber für bisher unbekannte Exemplare werden. Dass er dafür ein ganzes Jahr von seiner Frau und den kleinen Kindern getrennt ist, muss er in Kauf nehmen. Über Briefe bleiben sie allerdings in Kontakt. Als seine Reise aufgrund der Feindlichkeit der Chinesen gegenüber Fremden ins Stocken gerät, lernt Fortune die Kämpferin Lian kennen, die ihm weiteren Zutritt zu entfernten Gärten der Chinesen verschafft. Doch zwischen den beiden ungleichen Menschen keimen noch ganz andere Dinge … Weiterlesen

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Carmen Korn: Zeiten des Aufbruchs

Die vier Freundinnen Henny, Käthe, Ida und Lina haben den Krieg überstanden. Nur Käthe glauben sie verloren zu haben, da diese sich von Hennys Mann denunziert meinte und nach dem Krieg jeden Kontakt vermeidet. Hamburg ist völlig zerstört, aber sie haben noch sich. Als Käthes Mann Rudi auftaucht, findet auch Käthe zurück in den Kreis der Freundinnen.

Im Wirtschaftswunder geht es langsam aufwärts. Die Söhne werden zu Männern, die Töchter ergreifen Berufe, von denen die Mütter nur träumen konnten. Aber das Deutschland der 50er Jahre ist nicht ohne Probleme. Schwule müssen sich verstecken, mancher Traumberuf gilt noch als verrufen.

Carmen Korn nimmt uns mit auf eine Zeitreise. Wie auch im ersten Band „Töchter einer neuen Zeit“ taucht der Leser tief ein in die so nahe und doch so fremde Zeit. Weiterlesen

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