Elke Heidenreich: Männer in Kamelhaarmänteln: Kurze Geschichten über Kleider und Leute

Protect me from what I want“ So steht es jetzt auf den T-Shirts einer Frau, die sich immer wünschte, mit einem Musiker zusammenzuleben und die bekam, was sie sich wünschte ….

Ein prickelndes, erfrischendes Potpourri aus Anekdoten, Erinnerungen und skurrilen Geschichten findet sich in dem neuen Buch der bekannten Autorin Elke Heidenreich. Sie erzählt aus ihrer Kindheit und der Zeit ihrer Pubertät, als Kleiderfragen dem Alter entsprechend lebenswichtig wurden. Sie berichtet von Treffen mit Berühmtheiten, zu denen sie völlig unpassend gekleidet erschien. So geschehen bei einem Interview mit Heinz Rühmann, bei dem sie zu einer ihrer eigenen Jeans eine geliehene Seidenbluse trug, was dazu führte, dass der Schauspieler sie während des Gesprächs völlig ignorierte. Elke Heidenreich blickt auch zurück auf ihre Beziehung zu ihren Eltern und besonders zu ihrem Vater, „der einzige Mann, der Kamelhaarmäntel tragen konnte“.

Was die Autorin, die ich auch wegen ihrer anderen Bücher sehr schätze, in diesem Band in kleinen, feinen Geschichten zeigt, ist vor allem, was Kleider aus den Menschen machen können, im positiven wie im negativen, wie wichtig Kleidung für das Ego ist und wie fatal falsche Kleidung am falschen Ort für Reputation oder die eigene Selbstsicherheit sein kann. Weiterlesen

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Mary Beth Keane: Wenn du mich heute wieder fragen würdest

Eine Familiengeschichte, eine Liebesgeschichte, eine Geschichte von Schuld und Verantwortung, all das ist dieser Roman. Ein Roman mit präzise ausgearbeiteten Figuren, lebensecht, sympathisch, mit Fehlern, Ängsten und Störungen, mit starken Persönlichkeiten und scheiternden Charakteren.

Kate und Peter wachsen auf als Nachbarskinder in einer Kleinstadt in der Nähe von New York. Ihre Väter sind beide Polizisten und haben kurz nacheinander die benachbarten Häuser in Gillam gekauft. Francis und Lena Gleeson haben drei Töchter, die jüngste ist Kate. Sie wird nur wenige Monate nach Peter geboren, dem einzigen Kind von Brian und Anne Stanhope. Während Lena in ihrer Familie zu Hause und mit Haushalt und der Erziehung der Kinder ausgelastet ist, kommt Anne nie wirklich im Kleinstadtidyll an und wird im Laufe der Jahre psychisch immer labiler. Das zeigt sich besonders in ihrem Umgang mit ihrem Sohn Peter und ihrer strikten Ablehnung seiner Freundschaft mit Kate. Schließlich ist genau das der Auslöser einer schlimmen Katastrophe, die das Ende der Freundschaft zwischen den Familien und die Trennung von Kate und Peter bedeutet. Sie verlieren sich aus den Augen. Weiterlesen

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Karoline Sander: Connis großer Adventskalender: 24 Tage bis Weihnachten

Weihnachten – die schönste Zeit im Jahr. Natürlich auch für Conni. Aber irgendwie läuft im Hause Klawitter in diesem Jahr nichts nach Plan. Erst brennt der Adventskranz, dann verkünden Oma und Opa, dass sie über die Feiertage wegfliegen. Und dann werden auch noch Connis Eltern krank. Was wird nun aus dem Weihnachtsfest? Conni und ihr kleiner Bruder Jakob wollen Weihnachten retten und haben jetzt richtig viel zu tun. Ein Tannenbaum muss her, das Weihnachtsessen muss vorbereitet werden, und außerdem müssen sie noch Mama und Papa versorgen. In 24 Kapiteln nimmt uns Conni mit durch ihre Vorweihnachtszeit. Weiterlesen

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Tomohito Oda: Komi can’t communicate 01

In „Komi can’t communicate“ geht es um die Highschoolschülerin Komi, welche unter einer starken Sozialphobie leidet. Sie schafft es nicht mal, ein anderes Wort zu einem ihrer Mitschüler zu sagen. Dabei ist es doch ihr größter Wunsch 100 Freunde zu finden.

Als sie Tadano kennenlernt, scheinen sich die Dinge zum Besseren zu ändern. Er wird ihr erster richtiger Freund und gemeinsam schaffen sie es, zwei weitere Freunde zu gewinnen. Doch je beliebter Komi wird, desto unbeliebter wird Tadano. Als Göttin der Klasse verehrt, scheint jeder Komi zu mögen aber auch gleichermaßen zu meiden. Ihre Stille wird als kühle Eleganz wahrgenommen und sogar ihre Lehrer passen sich dem an.

Diesen Manga habe ich mit gemischten Gefühlen gelesen. Er war keinesfalls schlecht und vor allem die Zeichnungen haben mir gefallen, doch gleichzeitig hat leider auch die Spannung oder das Drama gefehlt. Es fiel mir leicht ihn an einem Stück zu lesen, was hingegen wieder für „Komi can`t communicate“ spricht. Weiterlesen

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Toriyoshi: Wenn ich deine Stimme höre 01

In „Wenn ich deine Stimme höre“ von Toriyoshi geht es um Tatsumi. Er ist einer der beliebtesten Hosts und stets von Frauen umgeben. Es fehlt ihm nicht an Angeboten und er schätzt seine Beliebtheit. Als er eines Tages die Stimme des Synchronsprechers Shuichi hört, ist er hin und weg. Als Shuichi bald darauf auch noch vor ihm steht, beginnt Tatsumi, sich in ihn zu verlieben. Und Shuichi? Er kennt Tatsumi von früher und ist bereits zehn Jahre lang in ihn verliebt. Bald darauf sind die beiden in einer Beziehung, doch wie in jeder Beziehung gibt es große und kleine Hürden…

Mir persönlich hat dieser Manga wirklich gut gefallen. Die beiden Protagonisten Shuichi und Tatsumi waren wirklich sympathisch und auch die Geschichte war weitgehend realistisch und ansprechend gestaltet. Man konnte sich gut in die Charaktere hineinfühlen und ihre Handlungen nachvollziehen. Das Erzähltempo war angenehm und auch die Zeichnungen sahen wirklich gut aus. Weiterlesen

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Tomo Kurahashi: Sick

In „Sick“ geht es um Keito, dessen Leben nur aus Partys, Uni und Sex zu bestehen scheint. Die Kerle wollen sein wie er, die Mädchen vergöttern ihn. Als Macho genießt er die Aufmerksamkeit, die ihm von jedem entgegengebracht wird. Doch eine Person entzieht sich Keitos Charme.

Shota ist zwei Jahre älter und teilt sich ein Labor mit Keito. Er ignoriert seinen jüngeren Mitstudenten regelrecht und nimmt ihn kaum wahr. Kurzum, er hat keinerlei Interesse an Keito. Als dieser ihn jedoch mit auf eine Party schleppt, kommt es zum unfreiwilligen Kuss. Das Eis ist gebrochen und beide bemerken, das da vielleicht doch mehr ist, als sie vielleicht gedacht hätten.

Mir persönlich hat der Manga von Tomo Kutahashi nicht so gut gefallen. Die Charaktere wirkten sehr flach und waren streng nach den Klischees eines Machos und eines Nerds aufgebaut. Die Geschichte hat Potenzial, konnte dieses aber im Rahmen eines One Shots nicht richtig ausschöpfen und hätte mehr Zeit zum Reifen gebraucht. Weiterlesen

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Owen O’Kane: Der kleine Alltagsentschleuniger

Das Buch könnte genauso gut „Ten to Zen“ heißen, obgleich Zen nicht in seiner wörtlichen Bedeutung zu nehmen ist. Der erste Gedanke beim Lesen des Titels mag wohl automatisch so klingen: Nicht schon wieder ein Ratgeber für ein stressfreies Leben (für den mir echt die Zeit zum Lesen fehlt). Owen O’Kanes kleiner Alltagsbremser unterscheidet sich erfreulicherweise von anderen Ratgebern zum Thema.

Das Buch im wortwörtlichen Taschenbuchformat darf gerne mit auf die Reise in unseren Alltag, ins Büro, die Küche und den Keller. Kurze Kapitel erleichtern das stückweise Lesen des Sachbuches. Schließlich handelt es sich hier weniger um einen Fantasy-Titel, mit dem LeserIn stundenlang in eine andere Welt versinkt.

Das Anliegen des Sachbuchs ist strenggenommen das genaue Gegenteil davon, nämlich das Innehalten, das Achtsamsein auf die Gegenwart und auf sich selbst. Klingt gut, ist aber bekanntlich nicht einfach umzusetzen. Weiterlesen

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Kaska Bryla: Roter Affe

Kaska Bryla legt mit „Roter Affe“ ihren Debütroman vor. Um es vorweg zu nehmen: Es ist ein starkes Erstlingswerk.

Wir lernen Mania kennen: Eine Protagonistin, die keinesfalls in den Mainstream passt und dennoch authentisch dargestellt wird und handelt. Mania ist auf der Suche nach Tomek. Nach Tomek, dem Jungen, den sie seit ihrer Kindheit kennt, ihrem besten Freund. Mit ihm verlor sie Kaja, Tomeks Mutter und auf eine Art auch ihre, durch Freitod. Mania war die erste, die Tomek in den Arm nahm, nachdem sich ein älterer Junge an ihm vergangen hatte. Und dennoch sind Mania und Tomek nie ein Liebespaar geworden oder doch?

Mania sucht Tomek. Es ist das Grundthema dieses Romans, der durchzogen wird von Erinnerungen, Tomeks Notizen und gegenwärtigen Handlungen. Mania sucht Tomek zusammen mit Ruth, ihrer besten Freundin, Zahit, einem syrischen Flüchtling, den Mania einst illegal über Ungarn nach Österreich schleuste und von Sue, Tomeks Hündin. Die Handlung wird aus diesen verschiedenen Perspektiven erzählt (ja, auch aus der Sicht von Sue). Zu viert sitzen sie im Mietwagen und fahren von Wien nach Warschau auf den Spuren des verschwundenen Tomek. Weiterlesen

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Hilde Artmeier: Stille Donau

Hilde Artmeier schreibt Thriller und Kriminalromane, manchmal zusammen mit ihrem Mann Wolfgang Burger. In „Stille Donau“ beginnt alles mit Bernedettas Leidenschaft für Regensburgs Gotteshäuser. Protagonistin aber ist Anna di Santosa, Privatdetektivin und Besitzerin einer Modeboutique für Damen.

Der Kriminalroman nimmt seinen Lauf mit dem Mord an Jakob Laudamer, einem Journalisten der Süddeutschen Zeitung. Er war mit Mona bekannt, der Freundin und Mit-Boutique-Besitzerin von „BellaDonna“, die auch Anna di Santosa gehört.

Mona wiederum ist reichlich genervt von Bernedetta, der Aushilfe in der Boutique, die ihre Vorliebe für die Gotteshäuser in Regensburg ihren Aufgaben in dem Damenmodegeschäft vorzieht. So muss Anna, die gerade einen Auftrag als Detektivin abschließt, zur Boutique eilen, um Mona abzulösen, die einen wichtigen Gerichtstermin hat. Mona wird diesen verpassen, denn Anna findet den eingangs erwähnten ermordeten Journalisten. Weiterlesen

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Ilka Piepgras: Schreibtisch mit Aussicht: Schriftstellerinnen über ihr Schreiben

Ilka Piepgras ist Autorin verschiedener Bücher und arbeitet momentan als Redakteurin im Zeitmagazin. Das Essay von Anne Tyler aus den Siebzigern „still just writing“ war der ausschlaggebende Impuls für sie, dieses Buch zu verfassen. Eingangs ergründet sie darin ob und wie sich die Bedingungen des Schreibens von Männern und Frauen unterscheiden. Dabei stellt sich heraus, dass schreibende Frauen mit mehr Problemen zur kämpfen haben und auch im Literaturbetrieb weniger wahrgenommen werden. Über Jahrhunderte hinweg war und ist der Literaturbetrieb eine Männerdomäne. Für Frauen waren keine Plattformen vorhanden und sie mussten reichlich Mut aufbringen, um mit ihrem Schreiben an die Öffentlichkeit zu gehen. Da Frauen in der Literaturgeschichte keine Tradition haben,   mussten sie sich ihre Anerkennung in der Kunst- und Kulturszene eben auch immer härter erkämpfen als Männer. Zwar ist es mittlerweile längst so, dass immer mehr Frauen Bücher veröffentlichen und auch die Leserschaft überwiegend weiblich ist,  – die Schreibbedingungen für Schriftstellerinnen haben sich jedoch nicht wesentlich geändert. Aus diesem Grund gibt Ilka Piepgras in diesem Buch den Schriftstellerinnen ein Podium. Weiterlesen

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