George R. R. Martin: Feuer und Blut: Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros

Nach vielen Jahren, in denen sich die Geschichte von Westeros nur noch filmisch abspielte und die Fangemeinde vergeblich auf eine Fortsetzung der Buchreihe wartete, hat George R. R. Martin nun ein Geschichtswerk verfasst, das eindrücklich beweist, wie sehr er – ganz in Tolkiens Nachfolge – ein Autor ist, der beim Verfassen seiner Werke offensichtlich die größte Freude daran hat, komplexe Welten zu erschaffen. Feuer und Blut zeigt, dass sich das nicht nur auf Orte, Menschen und Strukturen der Gegenwart seiner Erzählungen betrifft. Er gibt seiner Schöpfung auch gleich einen historischen Kontext, der in Umfang und Vielfalt sehr an die mittelalterliche europäische Geschichte erinnert.

Martin lässt Erzmaester Gyldayn die Geschichte der sieben Königslande seit der Ankunft der Targaryens auf Drachenstein bis ungefähr 150 Jahre vor Beginn der Romane des Lieds von Eis und Feuer erzählen. Weiterlesen

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Romy Hausmann: Liebes Kind

„Am ersten Tag verliere ich mein Zeitgefühl, meine Würde und einen Backenzahn. Dafür habe ich jetzt zwei Kinder und eine Katze. Einen Mann habe ich auch. […] Unsere Fenster hat er mit Dämmplatten verschraubt. Er macht den Tag. Und die Nacht. Wie Gott.“

Lena lebt in einer abgeschiedenen Hütte im Wald. Nur ein Mann, dessen Name sie nicht kennt, und zwei Kinder namens Hannah und Jonathan, 13 und 11 Jahre alt, leisten ihr Gesellschaft. Die Hütte verlässt sie nie, das Tageslicht sieht sie auch nicht. Dann kann Lena aufgrund einer glücklichen Fügung mit Hannah fliehen und landet nach einem Autounfall im Krankenhaus. Die Eltern der vermissten mittlerweile 37 Jahre alten Frau rücken zur Identifikation an. Sie sind überglücklich und können nicht fassen, dass ihre Tochter nach 14 Jahren wiederaufgetaucht sein soll. Doch dann die Überraschung: Die Frau ist nicht Lena! Weiterlesen

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Lucy van Smit: The Hurting: Als du mich gestohlen hast

Die 15-jährige Nell lebt nur für ihre kranke Schwester Harper. Die 18-Jährige hat eine seltene Form von Leukämie und muss ständig mit Medikamenten versorgt werden. Und da der Vater sich weigert, ist das in dem Drei-Personen-Haushalt Nells Aufgabe. Ihr eigenes Leben hat sie völlig aufgegeben, ihrer Schwester Harper sogar geschworen, dass sie sich nicht verlieben wird, damit Harper sich als erste verlieben kann – wenn sie irgendwann mal wieder gesund wird. Doch dann stolpert Nell in dem norwegischen Städtchen über Lukas, von dem sie sich magisch angezogen fühlt. Er ist bei Wölfen aufgewachsen und wurde dann von der Familie eines reichen Ölmagnaten aufgenommen. Nells eigener Vater hasst den reichen Mann wie die Pest und deshalb sollte er besser nie erfahren, dass sich Nell mit seinem Adoptivsohn trifft.

Lucy van Smits Geschichte spielt im fernen Norwegen. Ihre Protagonistin ist zwar Britin, musste aber mit ihrem Vater und der Schwester nach Norwegen ziehen. Vom geheimnisvollen Lukas fühlt sich die 15-Jährige wie magisch angezogen. Weiterlesen

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Joël Dicker: Das Verschwinden der Stephanie Mailer

Orphea ist ein kleiner Badeort an der Ostküste. Ausgerechnet am ersten Tag des neu eingeführten Theaterfestivals geschieht dort 1994 ein Mord. Nicht nur einer. Die gesamte Bürgermeisterfamilie plus einer vorbeikommenden Joggerin wird geradezu abgeschlachtet. Natürlich wird der Mord eingehend untersucht,  es wird ein Täter gefunden, der wenig später stirbt und der ganze Fall trifft die Ermittler auch persönlich tief und bis tief ins Privatleben hinein. Trotzdem taucht kurz vor dem 20jährigen Jubiläum des inzwischen etablierten Theaterfestivals die Journalistin Stephanie  Mailer bei einem der Ermittler von damals auf und behauptet: „Ihr habt da wo nicht richtig hingeguckt.“ Dem lässt das natürlich keine Ruhe, obwohl er sich keiner Schuld bewusst ist. Zumal Stephanie kurz darauf unter mysteriösen Umständen verschwindet. Gemeinsam ermitteln die ehemaligen Partner Jesse Rosenberg und Derek Scott, beide inzwischen kurz vor der Rente, noch einmal in dem alten Fall – und kommen zu neuen und alten Erkenntnissen. Weiterlesen

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Melanie Metzenthin: Mehr als die Erinnerung

Friederike von Aalen lebt und arbeitet auf Gut Mohlenberg, einer Einrichtung für Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder geistigen Behinderung in der Nähe von Lüneburg. Sie unterstützt ihren Vater, der diese Anstalt gegründet hat, vor allem bei der Verwaltung, aber auch zu den Bewohnerinnen und Bewohnern hat sie ein gutes Verhältnis. Manche kennt sie schon, seit ihrer Kindheit. Sie sieht – genau wie ihr Vater – in ihnen die Menschen, nicht nur die Patienten und weiß, dass oft mehr in ihnen steckt, als auf den ersten Blick sichtbar ist.

Ihren großen Traum, Ärztin zu werden, hat sie kurz vor ihrem Abschluss aufgegeben, um ihren Mann Bernhard pflegen zu können, der im 1. Weltkrieg bei einer Explosion eine schwere Kopfverletzung erlitten hat. Mühsam musste er wieder lernen, sich zu bewegen. Nun – im Jahr 1920 – ist er körperlich fast wieder hergestellt, aber sein Erinnerungsvermögen weist große Lücken auf und geistig ist er auf den Stand eines 5jährigen zurückgefallen. Die Ärzte machen Friederike keine großen Hoffnungen, dass sich sein Zustand noch weiter verbessern wird, doch sie steht treu zu ihrem Mann und kann sich ein Leben ohne ihn nicht vorstellen. Weiterlesen

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Axel Kutsch (Hrsg.): Versnetze_zwölf

Bereits seit 2008 gibt Axel Kutsch im Verlag Ralf Liebe jährlich die Versnetze heraus. Die Idee hinter den Netzen ist spannend, denn sie verbinden die Verse regional und über die Generationen hinweg. Innerhalb der großräumigen Sortierung nach deutschen Postleitzahlenbereichen erfolgt die Anordnung nach dem Alter der Autorinnen und Autoren – am Beginn stehen jeweils die Jüngsten. Die Bandbreite reicht vom Jahrgang 1929 bis 1997, wobei der Schwerpunkt deutlich auf den Jahrgängen zwischen 1940 und 1970 liegt. Hinzu kommt der „kleine Grenzverkehr“, in dem auch deutschsprachige Lyrikerinnen und Lyriker aus anderen Ländern zu Wort kommen.

Die Vielfalt der Sammlung ist beeindruckend, die unterschiedlichsten Stile und Themen sind vertreten. Rätselhafte Verse wechseln sich ab mit leicht verständlichen, gereimte mit ungereimten, konkrete mit abstrakten, heitere mit ernsten oder gar wütenden. Manche bestehen nur aus wenigen Worten, andere füllen eine ganze Seite. Weiterlesen

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Len Vlahos: Welcome to Reality

Was würdest du tun, wenn dein Arzt dir sagt, dass du nur noch wenige Wochen zu leben hast? Jared hat da einen genauen Plan. Er möchte seine Familie absichern und versteigert deshalb sein Leben bei Ebay. Die Auktion wird natürlich aus dem Netz genommen, doch ein Fernsehproduzent hat bereits angebissen und möchte das Leben der Familie Stone in Jareds letzten Tagen verfilmen. Und so wird die 15-jährige Jackie nebst Mutter, Vater und Schwester Megan unverhofft zum TV-Star. Schon bald können die Stones keinen Finger mehr rühren ohne das Fernsehteam. Da beschließt Jackie, das wahre Leben der Familie Stone mit ihrem Handy zu filmen und den Nutzern auf einem Video-Portal zur Verfügung zu stellen.

„Welcome to Reality“ ist ein sehr schräger Roman. Er wird aus zig verschiedenen Perspektiven erzählt und dennoch findet man sich in der Geschichte eigentlich gut zurecht. Man lernt alle Bieter von Ebay kennen, die sich für Jareds Leben interessieren. Und nicht jeder hat sie gute Absichten wie die mitbietende Nonne. Manch einer will Jared auch gewaltig an den Kragen. Im Mittelpunkt steht letztlich die 15-jährige Jackie, die sich mit der TV-Sendung nicht einfach abfinden will. Sie begehrt im Rahmen ihrer Möglichkeiten gegen das Team des Senders auf und probt den Aufstand. Dabei stellen sie und ihre Familie wichtige Fragen. Was ist ein Menschenleben wert? Wie soll es enden? Was ist menschenwürdig? Weiterlesen

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Justin Travis Call: Die Keos-Saga 01: Sohn der Sieben

Das versteckt liegende Dorf Chaenbalu hat ein Geheimnis. Nein, ich meine jetzt weder den einäugigen Schmied, noch den findigen Priester Sodar, sondern den Orden, der hier, fernab der Metropolen, eine Akademie betreibt. Hier werden sie ausgebildet, die jungen Novizen die eines Tages die Welt bereisen und dabei auf Suche nach magischen Artefakten gehen sollen um sie im unterirdischen Verlies sicher wegzuschließen. Dass die Stäbe und Kleidungsstücke, Waffen und Hilfsmittel von Keos, dem Verderber höchstelbst geschaffen wurden ist den Ordensmitgliedern Grund genug, alles was mit diesen zusammenhängt zu verdammen und für immer aus dem Verkehr zu ziehen.

Eine der Akolythen, Annev, lebt nicht mit seinen Mitschülern in der Akademie, sondern wird von Sodar im Tempel aufgezogen. Sein Tag beginnt noch weit früher, als die seiner Mitstudierenden, unterrichtet sein Mentor ihn doch in etwas, das, so es bekannt würde, dazu führen würde, dass Beide, Lehrer wie Schüler gesteinigt würden. Annev besitzt die Gabe der Magie. Einst, bei seiner Geburt wurde er als Kind Leos mit nur einem Arm geboren. Der Vorsteher des Dorfes sorgte dafür, dass seine Eltern geopfert wurden, das Kind sollte im Wald ausgesetzt, den wilden Bestien als Nahrung dienen. Weiterlesen

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Jojo Moyes: Nächte, in denen Sturm aufzieht

„Nächte, in denen Sturm aufzieht“ ist eine Neuauflage vom bereits 2008 erschienenen „Dem Himmel so nah“, auf Englisch „Silver Bay“. Das stellt der Verlag leider nicht so deutlich in den Vordergrund, so dass manche Leserin doch verärgert sein mag.

Letztlich merkt man das diesem Roman allerdings auf mehreren Ebenen an. Denn er ist bei weitem nicht so gut wie die heutigen Bücher der beliebten Autorin. Liza ist mit ihrer Tochter Hannah vor der Vergangenheit nach Australien zu ihrer Tante in die Silver Bay geflohen. Hier spricht niemand mehr von ihrer anderen Tochter, die nun nicht mehr lebt. Hannah und Liza können zur Ruhe kommen und die Natur genießen. Bis Mike Dormer auf dem Plan erscheint und das Idyll mit Walen und Delfinen nachhaltig stört. Sein Boss will eine riesige Hotelanlage mit Freizeitangeboten in der kleinen Bucht hochziehen. Doch das sagt Mike erstmal besser niemandem und ermittelt inkognito, wie das Vorhaben am Besten in die Tat umgesetzt werden kann. Weiterlesen

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Dan Wells: Mirador 03: Active Memory

Los Angeles, 2050: Die Menschen gehen völlig in der Technik auf. Kaum jemand rührt noch für Kleinigkeiten einen Finger. Alles ist technisiert. Auch Marisa hat einen technischen Arm statt eines lebendigen. Diesen Arm verlor sie als 2-Jährige in einem mysteriösen Unfall. Sie selbst hätte eigentlich gar nicht an Bord des Autos sein sollen. Seit Jahren löchert sie ihren Vater zu den Umständen und bekommt doch nichts aus ihr heraus. Die Frau, die mit ihr im Auto saß, ist tot. Doch dann wird ihre abgetrennte Hand an einem Tatort gefunden. Sollte das alles eine Lüge gewesen sein? Lebt Zenaida de Maldonado? Marisa schöpft neue Hoffnung, ihre drängendsten Fragen endlich beantwortet zu bekommen.

„Active Memory“ ist der letzte Band der Reihe um das Viertel Mirador. Bisher hat Mari noch nicht viel über ihre Vergangenheit herausgefunden. Im letzten Band nun soll sich alles klären. Wie immer geht es turbulent und actionreich vonstatten. Alle Figuren, die einem in den letzten Bänden zusehends ans Herz gewachsen sind, tauchen natürlich wieder auf. Weiterlesen

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