Philip Norman: Paul McCartney

Mehr McCartney geht nicht. Auf fast 1000 Seiten liefert der Autor, der 2008 bereits eine John Lennon Biografie veröffentlichte, alles Wissenswerte über den Ex-Beatle. Dabei lernen wir nicht nur die öffentliche Person kennen, die für unvergessliche Lieder wie „Yesterday“ oder „Penny Lane“ sorgte, sondern die private gleichermaßen. Wie kam er zur Musik, wer beeinflusste ihn, wen liebte er, mit wem überwarf er sich? Norman lässt dafür unzählige Weggefährten zu Wort kommen – ehemalige Schulkameraden, Bandmitglieder und vor allem auch seine Familie. Er liefert interessante Hintergrundfakten zu den Songs der Beatles und bietet einen spannenden Einblick in das nicht immer ganz einfache Leben eines  Beatle. Wie nebenbei erhält man außerdem das Portrait eines halben Jahrhunderts Popgeschichte. Weiterlesen

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Graham Masterton: Die Schlaflosen

Ein Flugzeug stürzt kurz nach dem Start in der Nähe von Boston ab. An Bord über dreihundert Menschen, darunter der zukünftige als unbestechlich bekannte Leiter der Drug Enforcement Agency, die in einen grausamen, unnötigen Tod stürzen. Eine der Leichen, eine junge Frau wird nie gefunden. Zwei Jahre später – wieder Boston, wieder ein Absturz. Dieses Mal sind der liberale, designierte Richter am obersten Gerichtshof der USA und seine Familie Opfer des Unglücks. Im dem mehr als 10 Minuten nach dem Absturz ausbrennenden Helikopter fehlt die Leiche der Tochter des Richters. Kurz darauf stößt die Polizei auf zwei Frauenleichen. Beide wurden bestialisch gefoltert, geschändet und gequält. Und beiden wurde, sehr professionell, aus der Nebenniere Adrenalin entnommen.

Der Versicherungsdetektiv Michael Reardon, Detective Thomas Boyle von der Bostoner Polizei und der schwarze Bügerrechtler Matthew Monyatta machen sich zunächst unabhängig voneinander auf, die Hintergründe der Morde zu erforschen. Weiterlesen

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Jean-Philippe Blondel: Die Liebeserklärung

Tatsächlich wieder ein Blondel und leichtfüßig, wie immer bei ihm, kommt sein neues Büchlein daher. Es geht mir bei Blondel so, dass ich mir vorstelle, ein milder Windstoß ließe ein Blatt durch das Küchenfenster hereinwehen, es würde auf meinem Tisch landen und ich halte ein schönes, klug aufgebautes Gedicht in den Händen. Nichts weltbewegendes, doch im Nachhinein genießt man die Zeit, die man mit diesem Gedicht verbracht hat und schaut melancholisch durch das andere Fenster, aus dem das Blättchen, mit einer neuerlichen lyrischen Erfassung des einzig wirklich großen belletristischen Themas, nämlich der Liebe, mit dem Wind wieder verschwunden ist.

Corentin ist mit seinen 27 Jahren ein Prototyp einer unentschlossenen Generation. Eher zufällig, in Ermanglung von Alternativen,  arbeitet er im Fotogeschäft seines Patenonkels, dessen unique selling point es ist, Hochzeiten zu dokumentieren. Weiterlesen

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Michael Robotham: Der Schlafmacher

Der australische Schriftsteller Michael Robotham, geboren 1960, hat mit „Der Schlafmacher“ den zehnten Band seiner Psychothriller mit den Hauptfiguren Joseph (Joe) O’Loughlin (forensischer Psychologe) und Vincent Ruiz (Ex-Detective) geschrieben. Das Original ist unter dem Titel „Close your eyes“ 2015 erschienen. Nun liegt die Taschenbuchausgabe in einer Übersetzung von Kristian Lutze bei Goldmann vor. Professor O’Loughlin bekommt es dieses Mal mit einem Doppelmord zu tun. Mutter Elizabeth und Tochter Harper Crowe werden in ihrem Haus, der Windy Hill Farm, in Clevedon, einer englischen Küstenstadt, tot aufgefunden. Detective Chief Superintendent Veronica (Ronnie) Cray bittet den Psychologen um Unterstützung bei der Bearbeitung des Falls.

Joe O’Loughlin lebt nach wie vor getrennt von seiner Frau Juliane, nachdem er sie nach Erhalt seiner Parkinson-Diagnose mit einer anderen Frau betrogen hatte. Ihre ältere Tochter Charlie ist auf dem Weg an die Universität, die jüngere Tochter Emma ist zehn Jahre alt. Joe liebt Juliane immer noch und ist erfreut, dass sie ihn bittet, den Sommer über bei ihr und den Kindern zu wohnen. Weiterlesen

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Olivier Adam: Die Summe aller Möglichkeiten

Ein Ferienort an der Côte d’Azur: Zur Nebensaison bleiben nur diejenigen zurück, die vom Leben abgehängt wurden. Eine fürchterliche Sturmflut wirbelt alles durcheinander: Fußballspieler Antoine liegt halbtot geprügelt vor dem Krankenhaus, ein stummes Mädchen wird von der Flut angespült, andere ertrinken im Meer, verlorene Seelen versuchen, mehr schlecht als recht den Kurs zu halten.

Krimi? Gesellschaftsstudie? Gegenwartsroman? Olivier Adams Werk ist alles in allem und noch viel mehr. Es geht um falsch eingeschlagene Wege im Leben. Und wie das Leben aussehen könnte, hätte man einen anderen Zug genommen oder zumindest die Möglichkeit gehabt, sich das Zugticket zu leisten.

In 23 Episoden lernen wir 22 unterschiedliche Figuren kennen. Mit nur wenigen Sätzen zeichnet der Autor Charaktere von ungewöhnlicher Tiefe, deren Ängste und Wünsche universell sind. Weiterlesen

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A. K. Benedict: Die Seelen von London

Jeden Morgen, lange bevor die Langschläfer und Büromenschen überhaupt an das Aufstehen denken, ist Maria unterwegs. Zusammen mit einer ganzen Reihe von Mitforschern durchsucht sie das Themeseufer nach Überbleibseln der Vergangenheit. Archäologen sind sie nicht, aber sie haben sich Wissen um professionelle Suche nach Artefakten angeeignet und sind mit Feuereifer bei der Sache. Dass Maria blind war, ist dabei kein Hinderungsgrund. Zwar könnte sie, nach der erfolgreichen Operation sehen, doch sie hat sich dafür entscheiden eine Binde zu tragen, sonst wäre sie ja nicht mehr sie selbst.

Ihr Haus ist ein Sammelsurium von Fundstücken. Scherben, Schlüssel und Edelsteine finden sich wohlgeordnet und sorgfältig verpackt in ihren Regalen.

Eines Morgens aber findet sie ein ganz besonderes Stück. In einer kleinen Kassette wird ihr von einem anonymen Verehrer ein Ring überlassen. In Braille Schrift steht auf der beigelegten Karte „Willst Du mich heiraten, Maria“. Originell meinen sie, ja, aber doch eher makaber, ist der Ring doch noch am Finger der ermordeten Vorbesitzerin befestigt. Weiterlesen

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Arun Gandhi: Wut ist ein Geschenk

Es ist so eine Art Buch, welches man nach der Lektüre sinnend zur Seite legt und sagt: ja! Wie recht hat der Mann, bzw. wie recht hatte (bzw. hat) Mahatma Gandhi.

Wir lesen die Aufzeichnung eines Enkels des Mahatmas (sagt man das so? Nun fix gegoogelt und schon weiß ich folgendes: er hieß eigentlich: Mohandas Karamchand Gandhi und Mahatma ist eine Ehrentitel), eben Arun Gandhi, der zwei Jahre als Heranwachsender im Ashram seines Großvaters gelebt hat und nun die Lehren von Gandhi in 11 Lektionen aufbereitet, plus Vor- und Nachwort! Und was dabei herausgekommen ist, macht einen echt demütig. Es ist auch eine Art Geschichtskunde, denn der Mahatma hat viele gewaltfreie Aktionen inszeniert, wie z.B. den Salzmarsch, der sich gegen den britischen Kolonialismus richtete und zur Unabhängigkeit Indiens führte. Ich will hier gar nicht die Vita von Mahatma Gandhi nacherzählen, die steht ja im Buch, es gibt eine, oder es gibt die wichtigste Komponente, über die sich nachzudenken lohnt: was macht das mit mir!? Weiterlesen

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David Levithan: Was andere Menschen Liebe nennen

Stephen ist 16 Jahre alt, hat keine Freunde, war noch nie in der Schule oder hat mit Gleichaltrigen gespielt. Seit einiger Zeit hat er sogar nicht mal mehr mit einem Menschen geredet – denn seine Mutter ist gestorben. Warum das alles so ist? Stephen ist für andere Menschen unsichtbar. Nur seine Mutter und seinen Vater wissen, dass es ihn gibt, doch sein Vater hat die Familie vor langer Zeit verlassen und nach dem Tod der Mutter ist Stephen auf sich gestellt. Nur wenn er sich stark konzentriert, kann er Dinge wie Türklinken benutzen oder Gegenstände berühren. Denn so geisterhaft Stephens Existenz zu sein scheint, hat er doch menschliche Bedürfnisse, muss essen und möchte an die frische Luft. Als er im Hausflur schließlich die neue Mitbewohnerin Elizabeth trifft, kann er seinen Ohren kaum trauen: Elizabeth spricht ihn direkt an und scheint ihn sehen zu können! Der erste Mensch seit 16 Jahren! Kann das möglich sein? Weiterlesen

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Håkan Nesser: Elf Tage in Berlin

Håkan Nesser, 1950 geborener schwedischer Schriftsteller, ist vor allem mit seinen Kriminalromanen um Kommissar van Veeteren weltberühmt geworden. Sein Roman „Elvar dagar i Berlin“ erschien 2015 in Schweden und liegt seit dem 13. Juni 2017 als Taschenbuch bei btb unter dem deutschen Titel „Elf Tage in Berlin“ vor. Es ist die unterhaltsame und liebenswerte Geschichte von Arne Albin Hektor Murberg und seiner Reise nach Berlin.

Aber zunächst zum Inhalt: Torsten Murberg, Arnes Vater, stirbt an einer Krebserkrankung und gesteht seinem Sohn kurz vorher, dass seine Mutter Violetta Dufva nicht gestorben ist. Sie hatte Torsten verlassen, als Arne ein Jahr und sieben Monate alt war, und lebt nun in Berlin. Torstens letzter Wille ist, dass Arne sie in Berlin besuchen und ihr ein kleines, verschlossenes Kästchen überreichen soll. Weiterlesen

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Flurin Jecker: Lanz

Der 14-jährige Lanz hat Projektwoche und eigentlich keine Lust, einen Blog schreiben. Trotzdem meldet er sich bei dem Projekt „Ich schreibe einen Blog“ an, weil er weiß, dass Lynn da sein wird. Dass sein Lehrer Gilgen den Kurs leitet und Lynn gar nicht da ist, frustriert ihn.

Natürlich hat er keine Ahnung, was er schreiben soll. Als er dann aber beginnt, werden seine Einträge so persönlich, dass niemand den Blog lesen darf: Lanz hat zwei Zuhause, ein Zimmer bei der Mutter, eins beim Vater, und versucht beiden Eltern das Gefühl zu geben, dass es bei ihnen jeweils am schönsten ist.

Das Dorf in der Schweiz, in dem er lebt, steht nicht gerade für Spaß und Abwechslung. Am meisten beschäftigen ihn seine Gefühle für Lynn, die dann doch noch im Kurs auftaucht. Allerdings meint Gilgen, dass es unmöglich sei, im Projekt „Ich schreibe einen Blog“ erst gar nicht zu bloggen, dann seine Texte geheim zu halten, obwohl der Sinn eines Blogs das Teilen von Eindrücken, Geschichten und Gefühlen mit anderen ist. Weiterlesen

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