Taras Augen haben es ihm angetan. Alún kann sie einfach nicht vergessen. Vierzehn Jahre lebten sie nebeneinander. Anfangs waren sie Nachbarn, dann Freunde. Mit der Pubertät kamen die Liebe, erste Missverständnisse und Verletzungen. Wäre die Explosion nicht gewesen, wäre vielleicht alles anders gelaufen. Aber die Explosion hat alles verändert. Sie hat die nähere Umgebung vergiftet, Menschen getötet und Häuser zerstört.
Alún hat Tara buchstäblich aus den Augen verloren. Seine Eltern sind Ärzte und waren bei den ersten Anzeichen der Explosion extrem schnell, sich und ihre drei Kinder zu retten. In der gesicherten Zone lebt er nun wie ein Fremder. Seine Eltern streiten sich, und seine beiden Schwestern versuchen wie er, irgendwie mit der ständigen Überwachung und Ausgrenzung klarzukommen. Nur das Zeichnen und Malen gibt Alún Halt. Er hat angefangen, Taras Augen auf Kacheln zu malen. Sie sehen so lebendig aus, als würden sie ihn direkt ansehen. Eines Tages erhält Alún von Tara eine Textnachricht. Sie verändert alles. Weiterlesen

Henriette Valet (1900 – 1993) war in Paris Schriftstellerin und Journalistin. Sie schrieb für linke Arbeiter- und Gewerkschaftsblätter, Romane und darüber hinaus Theaterstücke. In der Szene linker Intellektueller lernte sie den marxistischen Philosophen und Soziologen Henri Lefebvre kennen, den sie 1936 heiratete. Nach 1946 verlieren sich ihre literarischen Spuren. Ihr Roman Madame 60a wurde 1934 veröffentlicht und erfuhr mehrere Auflagen.





