So etwas muss man mögen, sich darauf einlassen. Das ist mir leider nicht gelungen.
Das lag aber nicht am Stil der Autorin. Im Gegenteil, der war erfrischend anders, kühl, distanziert, analytisch. Fast wie der Bericht einer Wissenschaftlerin, die ein Forschungsobjekt beobachtet. Oder wie das Tagebuch eines Verhaltensforschers, der die Reaktionen der Probanden unter die Lupe nimmt. Dazu trägt besonders bei, dass die Protagonisten einmal mehr namenlos bleiben, es gibt nur eine Sie und einen Er.
Was mir an diesem Roman so gar nicht zusagt, ist das Gleiche, was mich auch an dem berühmten Roman „Liebesleben“ von Zeruya Shalev so gestört hat: die Handelnden befinden sich in einer Blase, es findet außerhalb ihrer eigenen Befindlichkeiten und Bedürfnisse nichts statt. Wobei diese Bedürfnisse für die beiden Beteiligten über allem stehen, ohne Rücksicht auf Verluste. So etwas mag es sicher geben, für mich ist das dennoch zu unrealistisch, zu weit weg vom „normalen“ Leben und zu weit weg von „normalen“ Menschen.
All das führt dazu, dass mir die Protagonisten fremd blieben, ich konnte keine Empathie entwickeln, mich weder in sie hineinversetzen noch nimmt mich ihr Schicksal irgendwie für sie ein. Weiterlesen








