Was für ein Roman! Dieser Roman vom wunderbaren Daniel Glattauer zieht einem die Schuhe aus. Und man wird ihn so schnell nicht vergessen.
In einzigartiger, bissiger und sehr österreichischer Weise erzählt der Autor, dessen „Gut gegen Nordwind“ wohl heute jeder kennt und liebt, von Ereignissen innerhalb dreier Familien. Die durch einen dramatischen Schicksalsschlag verbunden werden, der sie aber gleichzeitig auch brutal trennt.
Dabei ist die Art, wie Glattauer diese Geschichte erzählt, ungemein wirkungsvoll. Gleich am Anfang bekommt an den Eindruck, ein Theaterstück zu sehen, ein Beobachter zu sein, der nicht nur zuschaut, sondern quasi parallel einen Kommentar des Erzählers mitgeliefert bekommt. Der sich jedoch nicht in lesbaren Worten, sondern in Formulierungen, in Adverbien und Adjektiven, in zwischen den Zeilen liegendem Sarkasmus zeigt. Und der die Gesellschaft, die Menschen, derart seziert, als lägen sie auf einer Petrischale unter dem Mikroskop.
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