Als ich von diesem Buch hörte, hatte ich nicht allzu viele Erwartungen. Ein Historiker, der einen Roman geschrieben hat. OK, das geht meistens schief, aber die Geschichte an sich hat mich interessiert. Und Christian Hardinghaus kann schreiben. So richtig. Belletristik. Also spannend. Und flüssig.
Und so, dass man weiterlesen möchte. Und vor allem so, dass etwas im Leser von dem Buch hängen bleibt.
Im Winter 1941/42 ist Friedrich der Sanitätsoffizier des Arztes Wilhelm Möckel und in der Südukraine stationiert. Und Möckel tut sich durch Tapferkeit bis hin zur Waghalsigkeit hervor. Dahinter stecken nicht etwa Selbstmordabsichten, sondern eine tragische Geschichte. Eine echte Liebesgeschichte. 1932 lernt der aufstrebende Augenarzt die Medizinstudentin Annemarie kennen. Amor trifft sie beide mit voller Wucht und sie denken schon an das Heiraten. Dann kommt 1933 und die Nazis an die Macht. Wilhelm findet das zunächst alles nicht so furchtbar bedrohlich, muss sich denn nicht etwas ändern in diesem Land? Wilhelms Einstellung ist eher neutral, solange er nicht selbst betroffen ist und das ist für mich einer der Punkte, der den Roman so wichtig macht. Denn ja, es ist eine Liebesgeschichte und ja, es ist eine Heldengeschichte und ja, es ist nach einer wahren Geschichte – und trotzdem ist diese Geschichte ganz anders, ganz eigen und ganz besonders. Weiterlesen







erger wirklich gegeben haben, hat er es als Schriftsteller zumindest nicht ins Internet geschafft und außerdem könnte man beim sonstigen Aufbau des Buches über die Einstufung als „Roman“ diskutieren. Somit blieb mir der Sinn der Realitätsbehauptung verschlossen.