Der Vater, Leutnant in der portugiesischen Armee im Krieg in Angola, zerstört mit seinen Leuten ein Dorf, mordet, brandschatzt. Stellt sich schützend vor einen schwarzen Jungen, dessen Eltern er zuvor getötet hatte. Nimmt das Kind mit nach Portugal und an Sohnes statt auf.
Viele Jahre später sticht der Sohn den Vater beim Schlachtfest nieder und wird darauf von den Nachbarn erschlagen. Das ist der Rahmen und er wird gleich auf den ersten Seiten aufgebaut.
Der Autor António Lobo Antunes war selbst in Angola, hat den Krieg miterlebt, die Gräuel, das Leiden. Das Buch ist ein Zeugnis davon. Es ist keine leichte Lektüre. Der Autor lässt abwechselnd Vater und Sohn sprechen, lässt den Leser in die Gedankenwelt eintauchen. Die Stimme des Vaters ist voller Resignation, voller Enttäuschung und schwer fassbarer Schuld. Die Bilder der Kriegserlebnisse beherrschen sein Denken, überschatten alltägliche Geschehnisse. Die Gespräche mit dem Psychologen konnten daran nichts ändern. Die Stimme des Sohnes ist voller Zynismus, genährt aus Demütigungen durch Familie und Ehefrau. Er ist zwischen allen Welten und nirgends zu Hause. Er fährt mit seiner Ehefrau, die er spöttisch als Exzellenz bezeichnet und die ihn verachtet, obwohl sie von seinem Geld lebt, ins Dorf zu seinen Eltern, die nicht wirklich seine Eltern sind, wo Schlachtfest gefeiert werden soll. Weiterlesen








Das Buch „Meine Freundin Annabel Lee“ erschien 1903, da war die Autorin tatsächlich gerade 21 Jahre alt und schon kein unbeschriebenes Blatt mehr. Ihren ersten Roman – „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ schrieb sie mit 19 Jahren und wurde mit einem Schlag berühmt. Der in Tagebuchform verfasste Versuch, in narzisstischer Selbstüberhöhung und provokanter Gesellschaftskritik aus der Enge der Kleinstadt Butte/Montana auszubrechen, war ein voller Erfolg. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Bücher ermöglichten der jungen Autorin, der Provinz den Rücken zuzukehren.