Il diavolo in gonnella – der Teufel im Rock – wurde sie genannt, und es war nicht freundlich gemeint. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schickte es sich nicht für ein Mädchen, mit nackten Beinen auf dem Rad zu fahren, von Rennen ganz zu schweigen. Doch für Alfonsina ist das Fahrrad ein Symbol für Freiheit und Selbstbestimmung. Sie bringt sich das Fahren selbst bei – heimlich, nachts, mit dem viel zu großen Rad des Vaters. Vom ersten Lohn kauft sie sich ein eigenes Rad, mit 13 gewinnt sie ihr erstes Rennen. Sie fährt zweimal die Lombardei-Rundfahrt und nimmt als erste und einzige Frau am Giro d’Italia teil.
Sie erringt die Bewunderung ihres Mannes und die Anerkennung mancher Fahrer, bekommt den Beinamen „Königin der Tretkurbel“. Von den Leuten und besonders von ihrer Familie erntet sie dagegen nur Schimpf und Vorwürfe. Sie ist „die Irre“ oder gar „die Nutte“.
Das Buch erzählt die Geschichte eines besonderen Tages – es ist der Tag, an dem Alfonsina Strada noch einmal ein Rennen als Gast besucht: Am 13.September 1959 fährt sie mit dem Motorrad zum Tre Valli Varesine. Alfredo Binda und Fausto Coppi werden erwartet. Sie freut sich auf die Begegnung mit Freunden, auf gute Gespräche und einen kleinen Rest Ruhm. Weiterlesen







Das Buch „Meine Freundin Annabel Lee“ erschien 1903, da war die Autorin tatsächlich gerade 21 Jahre alt und schon kein unbeschriebenes Blatt mehr. Ihren ersten Roman – „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ schrieb sie mit 19 Jahren und wurde mit einem Schlag berühmt. Der in Tagebuchform verfasste Versuch, in narzisstischer Selbstüberhöhung und provokanter Gesellschaftskritik aus der Enge der Kleinstadt Butte/Montana auszubrechen, war ein voller Erfolg. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Bücher ermöglichten der jungen Autorin, der Provinz den Rücken zuzukehren. 