Klaus Englert: Wie wir wohnen werden: Die Entwicklung der Wohnung und die Architektur von morgen

Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Es korreliert mit unserem Bedürfnis nach Schutz und Geborgenheit, aber auch immer mehr mit unserem Wunsch nach Individualität und nach Repräsentation – Wohnungen sind ein Spiegel unseres Lebensstils. Zudem verbringen wir auch einen großen Teil unseres Lebens im privaten Umfeld – das ist der Ort, wo wir uns erholen, soziale Beziehungen ausleben, Interessen pflegen

Grund genug, sich mit den Wohnungen von morgen zu beschäftigen, könnte man meinen. Doch in seinem Buch „Wie wir wohnen werden“ setzt Klaus Englert den Fokus auf die Probleme, die mit steigendem Wohnraumbedarf immer dringlicher werden.

Guter Wohnraum wird teurer. Vor allem in den großen Städten haben international agierende Immobilieninvestoren das Gewinnpotential von Bebauungsflächen erkannt und ständig steigende Mieten verschärfen die Wohnungsnot. Vor allem an den Rändern der Städte entstanden Wohnwüsten – Einfamilienhaussiedlungen ohne Infrastruktur – oder einfallslose Neubaugebiete. Somit wird Wohnen zum sozialen Problem. Im Vorwort zum Buch umreißt Klaus Englert „die Misere des Wohnungsmarktes“. Weiterlesen

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Mary Shelley: Der letzte Mensch (1826)

Wir schreiben das Jahr 2089. In Europa wütet eine besonders ansteckende Form der Pest. Jeder der erkrankt, ist dem Tod geweiht. Nein, ich habe mich nicht verschrieben und ich habe mir das auch nicht ausgedacht, weil es gerade so schön passt. Das war Mary Shelley, bekannt vor allem durch „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“, welche im Jahre 1826 den Roman „Der letzte Mensch“, die erste Dystopie der Weltliteratur, veröffentlichte. Seit Februar 2021 liegt nun die erste vollständige deutsche Übersetzung vor.

Die Geschichte spielt gegen Ende des 21. Jahrhunderts. Der letzte englische König hat sein Amt niedergelegt, England ist eine Republik. Der Ich-Erzähler Lionel Verney, Sohn eines verarmten Adligen, wächst gemeinsam mit seiner Schwester Perdita als verachteter Waisenjunge auf. Als er beim Wildern auf Adrian, den Sohn des Königs trifft, nimmt dieser ihn freundlich auf und es entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen den Geschwistern, Adrian und dessen Schwester Idris. Bald kommt Lord Raymond als Fünfter im Bunde dazu. Er heiratet Perdita und auch Lionel und Idris werden ein Paar. Die jungen Leute verbringen glückliche Tage auf Schloss Windsor, sie beschäftigen sich mit Literatur und Philosophie und engagieren sich politisch, angetrieben von dem Wunsch, das Leben aller besser zu machen. Weiterlesen

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Helga Schubert: Vom Aufstehen: Ein Leben in Geschichten

Helga Schubert blickt auf 80 Jahre zurück, auf ein bewegtes Leben. Sie hat viele Geschichten zu erzählen. Jetzt ist ihr Erzählband „Vom Aufstehen – Ein Leben in Geschichten“ erschienen. Geboren 1940 in Berlin, großgezogen von ihrer Mutter – der Vater fiel 1941 an der Wolga – ein Kriegskind, ein Flüchtlingskind. Schule, Studium und Arbeitsleben in Berlin, inzwischen wohnt sie mit ihrem Mann in Neu-Meteln in der Nähe von Schwerin. Sie hat als Psychologin gearbeitet und war seit den 70er Jahren als freie Schriftstellerin erfolgreich. Sie veröffentlichte Kinderbücher und Erzählbände, aber auch Sachbücher. Für die Titelgeschichte erhielt sie 2020 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

In 29 Geschichten schreibt Helga Schubert über ihr Leben. Die einzelnen Texte sind allesamt biographisch, aber nicht chronologisch angeordnet. Sie behandeln scheinbar zufällig Lebensstationen der Autorin und Ich-Erzählerin.  Ich lese von sorgenfreien Sommerferien bei der Großmutter, davon, wie Mutter und Vater sich fanden und wieder verloren, vom Alltag in der DDR und ihrer Freude über die deutsche Einheit, von Begegnungen mit anderen Menschen und immer wieder werde ich eingeladen, Bilder und Assoziationen wirken zu lassen oder verschiedensten Betrachtungen zu folgen. Manche Geschichten sind wie kurze Streiflichter auf ein Objekt geworfen, andere greifen ein Ereignis auf, um daraus ein Geflecht aus Erinnerungen und Gedanken zu erschaffen. Weiterlesen

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Robert Moor: Wo wir gehen

Die ältesten Pfade entstanden vor über 550 Millionen Jahren. Am südöstlichen Ende von Neufundland wurden auf einer Felszunge die Abdrücke von Ediacara, der wohl frühesten bekannten Form tierischen Lebens, entdeckt. Ameisen folgen auf ihren Straßen der Pheromonspur von Artgenossen. Zebras erobern sich einen alten Pfad aufs Neue, indem sie dem Erinnerungsvermögen von Elefanten vertrauen. Wege sind keine Erfindung der Menschen.

Der US-amerikanische Autor und Journalist Robert Moor ist ein leidenschaftlicher Wanderer. Im Frühjahr 2009 nahm er eine Herausforderung an, die schon seit Kindheitstagen auf ihre Chance wartete: Er machte sich auf, den Appalachian Trail zu bezwingen – mehr als 2000 Meilen vom Springer Mountain in Georgia bis zum Mount Katahdin in Maine. Beim Laufen kamen die Fragen: Warum gibt es Wege und wie entstehen sie?

Auf der Suche nach Antworten reist Robert Moor sieben Jahre lang quer über den Globus. Er trifft sich mit Forschern, Wanderern, Wegebauern, Schafhirten, Jägern und vielen anderen ganz unterschiedlichen Menschen. Er begleitet sie bei ihrem Tun und auf ihren Wegen und nähert sich so von verschiedenen Seiten dem Wesen von Wegen und Pfaden. Weiterlesen

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Horst Evers: Wer alles weiß, hat keine Ahnung

Ich sitze mit meinem Buch in der Hand auf dem Hometrainer und schüttele mich vor Lachen. Stelle bei einem kurzen Blick über den Buchrand fest: Alle Achtung, schon 15 Km gefahren. Das muss man erst mal können, ein Buch zu schreiben, bei dessen Lektüre ich 15 km durchs Schlafzimmer düse, fast nebenbei. Horst Evers kann das.

Sein neuer Geschichtenband „Wer alles weiß, hat keine Ahnung“ ist sicherlich kein Ratgeber, aber ein bewährtes Hausmittel gegen Stimmungsschwankungen und aggressive Schübe. Bei mir sorgen seine Geschichten immer wieder für die zeitnahe Regeneration von guter Laune und Seelenfrieden.

So erfährt der geneigte Leser zum Beispiel, warum es sinnvoll ist, einen Doppelgänger zu haben oder wie man den flügge gewordenen Nachwuchs dazu bringt, mal wieder vorbei zu kommen – nach dieser Geschichte habe ich direkt meine Mutter angerufen.

Horst Evers beschreibt seinen Alltag und lässt den Leser an Beobachtungen, Verwirrungen und Fettnäpfchen teilhaben. Er ist der Mann mit dem Spiegel und immer wieder denke ich beim Lesen: ‚Ui, das bin ja ich, hoffentlich kriegt das keiner mit.‘  Selten kann ich so erfrischend über mich selbst lachen. Weiterlesen

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