„Damit die Götter sich richtig amüsieren, muss der Sturz des Helden gewaltig sein“, wird der Maler und Schriftsteller Jean Cocteau in diesem Buch zitiert. Und tatsächlich: Pierre Lemaitre stößt seinen Helden – oder vielmehr: seine Heldin – von ganz oben aus dem Olymp nach ganz unten in den Dreck.
Damit sie sich wieder wie die Phönix aus der Asche erheben kann, um alles und jeden zu verbrennen, der sich ihr in den Weg gestellt hat…
Madeleine Péricourt, Tochter einer wohlhabenden Bankiersfamilie, lebt ein sorgenfreies Leben im Pariser Stadtpalais ihrer Familie. Bis 1927 Familienoberhaupt Marcel Péricourt stirbt. Madeleine wird Alleinerbin, hat allerdings von den Geschäften ihres Vaters wenig Ahnung. Dazu ereilt sie ein fürchterlicher Schicksalsschlag. Ihr siebenjähriger Sohn Paul stürzt am Tag der Beerdigung aus dem Fenster und ist fortan an den Rollstuhl gefesselt. War es ein Unfall? Wurde er gestoßen? Ist er sogar freiwillig gesprungen? Falls ja, welches dunkle Geheimnis könnte ihn dazu veranlasst haben? Von Schuldgefühlen geplagt, nimmt Madeleine nicht wahr, wie sich um sie herum ein Komplett zusammenbraut. Eine Frau an der Spitze eines Bankenimperiums wirft viele Neider auf den Plan! Noch dazu, wo sich einige in Péricourts Umfeld um ihren Anteil geprellt sehen. Da ist Gustave Joubert, der jahrelang als Prokurist sein Leben der Bank gewidmet hat. Da ist ihr Onkel Charles, der sich als jüngerer Bruder von Marcel stets übergangen fühlte. Weiterlesen





ust auf ihre Erstkommunion hat, rasiert sich Sofia die Haare ab. Als Kind spielt sie lieber mit Jungs, verliert sich in Piratengeschichten. Sie lehnt Essen ab, ebenso wie die Notwendigkeit, sich festzulegen. Sofia lässt sich vom Leben treiben. Als Punk, Schauspielerin, Geliebte. Vor der Kamera glänzt Sofia mit Präsenz, kaum ist diese abgeschaltet, verschwindet sie nahezu unsichtbar. Sofia liebt die Farbe Schwarz, weigert sich aber in Filmen zu sterben. Begründung: Als Lebender könne man nicht wissen, wie es ist zu sterben, und wer es wisse, sei bereits tot.
rpressung und Gier, während Haus und Hühnerstall dringend einer Renovierung bedürfen. Kurz: Niemand schenkt ihnen Gehör – einfach, weil sie Frauen sind. Diese bittere Erfahrung müssen auch vier Damen aus der Stadt Prospect machen, deren Männer gefallen, verschollen oder als nervliches Wrack aus dem Krieg heimgekehrt sind. Allein auf sich gestellt, beschließen sie einen Mann zu engagieren, der all das tun soll, was ihnen ihre Geschlechterrolle versagt: Er soll Gläubiger einschüchtern, faire Konditionen aushandeln, Bilanzen überprüfen, sich um Pferde kümmern und Farmarbeit erledigen. Daher geben die Damen eine Kontaktannonce auf. Hört sich bereits auf dem Papier schräg an und wird in der Umsetzung noch besser. Ein herrlicher Spaß! 
„Alle wahrhaft großen Gedanken kommen einem beim Gehen“, wusste schon Friedrich Nietzsche. Darauf zielt auch die Grundidee dieses Buches ab. Auf einer Art Pilgerfahrt zur letzten Ruhestätte ihres Vaters, lernt Nora nicht nur neue Seiten an sich selbst, sondern auch verborgene Familiengeheimnisse kennen. Der Roman bildet ein Konglomerat aus Komödie, Road- und Selbstfindungstrip, Drama plus philosophisches Gedankengut zum Thema Tod. Diese ambitionierte Mischung gelingt mal mehr, mal weniger gut.