Dieser Roman wird oft mit „Der Club der toten Dichter“ verglichen. Nicht ganz zu Unrecht. Die Thematik ist ähnlich. Hier ist es eine Mädchenschule, in der die unkonventionelle Miss Brodie ihren Schützlingen „Flausen in den Kopf setzt“, um sie für das Wahre und Schöne zu gewinnen, damit sie später zur „Crême-de-la-Crême“ gehören. Doch dieser Roman geht weiter. Er ist witziger, boshafter, sexueller, komplexer und damit faszinierender. Seine Heldin Miss Brodie ist streitbar. Sie schwärmt nicht nur für italienische Renaissancemaler wie Giotto, sondern auch für Mussolini. Neben den vielschichtigen Charakteren sind es vor allem Aufbau, Stil und Sprache, die dieses Meisterwerk so besonders machen.
Sie sind anders, als andere: Die Rede ist von der Brodie-Clique. Sechs Mädchen, die von ihrer Lehrerin in besonderem Maße gefördert werden. Miss Brodie lädt sie zu sich nach Hause zum Tee ein, besucht mit ihnen das Theater, zeigt ihnen die zwielichtigen historischen Altstadtviertel von Edinburgh. Jedes der Mädchen ist für ein besonderes Talent bekannt Weiterlesen
„Alle wahrhaft großen Gedanken kommen einem beim Gehen“, wusste schon Friedrich Nietzsche. Darauf zielt auch die Grundidee dieses Buches ab. Auf einer Art Pilgerfahrt zur letzten Ruhestätte ihres Vaters, lernt Nora nicht nur neue Seiten an sich selbst, sondern auch verborgene Familiengeheimnisse kennen. Der Roman bildet ein Konglomerat aus Komödie, Road- und Selbstfindungstrip, Drama plus philosophisches Gedankengut zum Thema Tod. Diese ambitionierte Mischung gelingt mal mehr, mal weniger gut.



Kurz und crazy: Auf rund 100 Seiten erzählt Andrew Kaufman eine skurrile Geschichte voller überbordender, phantastischer Elemente über einen seltsamen Raubüberfall. Hier geht es nicht um Geld oder Schmuck. Die Geplünderten einer Bankfiliale müssen einen Gegenstand mit dem für sie größten emotionalen Wert an den Räuber aushändigen. Der nimmt anschließend 51 Prozent ihrer Seele mit. Was dann passiert, lässt sich schwerlich in Worte fassen. Ist es ein Märchen oder ein Gleichnis? Eine Fantasy-Story oder ein durchgeknallter Literatur-Trip? Vielleicht ein wenig von allem. Sicher ist: In Kaufmans Welt ist nichts unmöglich. Wahnsinnig komisch!

