Dublin in den achtziger Jahren mit einem Heranwachsenden aus dem Proletariat, einer reichen, unglücklichen Frau mittleren Alters und einer leidenschaftlichen Liebe. – Wer nun eine Herz-Schmerz-Happy End-Story vermutet, der irrt gewaltig: Über der Geschichte liegt eine tiefe Melancholie. Beide Figuren sind Gefangene ihrer Hoffnungslosigkeit. Der junge Sonny kann seinem Milieu und der dort vorherrschenden Chancenlosigkeit nicht entkommen, die schöne Vera ist ihrer ureigenen Schwermut ausgeliefert. Doch für eine kurze Zeit tragen und bereichern die beiden ihre Leben mit ihrer ungewöhnlichen Liebe gegenseitig.
Seine Herkunft scheint dem sechzehnjährigen Sonny wie ein unsichtbarer Stempel auf die Stirn gedrückt. Das kleine Haus, in dem er mit seiner Familie lebt, steht in einem armseligen Viertel. Immer fehlt es an Geld, nicht selten auch an ausreichender Nahrung in der Küche. In seiner freien Zeit verdient Sonny sich ein bescheidenes Taschengeld in einer Metzgerei. Dort ist er hinterm Verkaufsraum zwischen blutigen Fleischstücken den obszönen Äußerungen über Frauen und Sex seinem Kollegen Mick ausgeliefert, der so versucht, ihn aus der Reserve zu locken und zu kompromittieren. Weiterlesen







„Weiß man eigentlich jemals, was vor sich geht?“, beginnt der erste Satz in dem schmalen, nur 144 Seiten starken Roman des finnischen Autors Johan Bargum. Am Ende wird klar, was den Ich-Erzähler Olof zu dieser Frage bewogen hat.