Joann Sfar: Der Ewige

joDass der Franzose Joann Sfar eigentlich Comic-Zeichner ist, merkt man seinem aberwitzigen und schrillen Debütroman „Der Ewige“ an. Die Geschichte ließe sich hervorragend in Bilder umsetzen. Und die wären zum Teil recht drastisch – die Farbe Rot für das viele Blut wäre eindeutig in der Übermacht. Aber wie sollte das bei einem Vampirroman auch anders sein?

Der Ukrainer Jonas stirbt auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs. Doch muss er bald feststellen, dass der Tod nur vorübergehender Natur war. Schon bald erwacht er als Vampir, immer noch verliebt in seine Jelena … Weiterlesen

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Peter Richter: 89/90

89Mit 15 mitten in der Pubertät hat man schon Probleme genug. Aber was macht man, wenn in dieser Situation zu allem Überfluss auch noch die Welt zusammenbricht? Mit dieser Frage beschäftigt sich Peter Richters autobiografischer Roman „89/90“. Er erzählt vom Ende der DDR aus der Sicht des jugendlichen Ich-Erzählers und seiner Freunde in Dresden.

Es macht Spaß, diesen Roman zu lesen, weil er auch sprachlich genauso rotzfrech geschrieben ist, wie 15-Jährige Jungs und Mädchen eben sind – nicht nur in der untergehenden DDR –, sodass man zwischendurch immer wieder laut auflacht oder auch leise vor sich hinkichert. Weiterlesen

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Will Wiles: Kein Leben ohne Minibar

keinDieser seltsame Roman wechselt ungefähr auf der Mitte sein Genre. Zuerst liest sich „Kein Leben ohne Minibar“ wie eine Kritik an der modernen Geschäftswelt, danach wird das Buch unvermittelt zum Horror-Schocker – und bleibt es bis zum Ende.

Neil Double hat einen Job, den es eigentlich gar nicht gibt. Er ist Messevertreter – heißt: Er geht stellvertretend für Geschäftsleute, die dazu keine Lust haben, auf Messen. Kein Wunder, dass die Organisatoren nicht unbedingt gut auf ihn zu sprechen sind: Double hält mögliche Besucher von ihren Messen fern. Weiterlesen

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David Monteagudo: Wolfsland

wolfIn einem kleinen Dorf in Galicien treibt ein Werwolf sein Unwesen – wer solche Themen mag, der sollte zu David Monteagudos „Wolfsland“ greifen.

Eine Serie von Frauenmorden, die sich immer in der Vollmondnacht ereignen, erschüttert das Dorf Brañaganda. Die Bewohner glauben schnell an einen Werwolf. Nur der Waldhüter Enrique, verheiratet mit der Dorfschullehrerin und verantwortungsbewusster Familienvater, versucht, Vernunft in die Aufklärung der Morde zu bringen. Doch dann fällt der Verdacht ausgerechnet auf ihn selbst. Könnte er etwa der gesuchte Werwolf sein, ohne es selbst zu wissen? Weiterlesen

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T.C. Boyle: Hart auf Hart

hartViele Kritiker meinen, die heutigen Bücher von T. Coraghessan Boyle haben nicht mehr soviel Pep, Spannung und Esprit wie seine früheren Werke – etwa „Wassermusik“ (1982). Dem Amerikaner sei seine bei den Lesern so beliebte Fabulierlust abhanden gekommen.

Der neueste Roman des 1948 geborenen Kultautors jedoch – „Hart auf Hart“ heißt er – scheint diesen Trend zu stoppen. Das Buch ist spannend, psychologisch glaubwürdig und bevölkert mit allerlei skurrilen Figuren. Weiterlesen

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Arno Geiger: Selbstporträt mit Flusspferd

Geiger_24761_MR2.inddIn seinem neuen Roman „Selbstporträt mit Flusspferd“ gelingt es dem Gewinner des Deutschen Buchpreises von 2005, Arno Geiger, hervorragend, sich in die Psyche eines 22-Jährigen namens Julian hineinzuversetzen.

Das unfertige Wesen dieses jungen Mannes auf der Schwelle zwischen Jugend und Erwachsensein wird wohl am besten in seinen Gedanken auf Seite 276 zusammengefasst: „Gehe ich nach rechts oder links? Wird eine stabile Persönlichkeit aus mir oder ein Niemand, der nichts auf die Reihe kriegt? Finde ich meinen Platz oder gehe ich unter?“ Solche oder ähnliche Gedanken dürften viele Menschen in seiner Generation haben – was dieses Buch so allgemeingültig und lesenswert macht. Weiterlesen

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Hanif Kureishi: Das letzte Wort

hanifHanif Kureishi kennen Kinogänger wegen des Drehbuchs zum lebenslustigen Stephan-Frears-Film „Mein wunderbarer Waschsalon“ (1985) und Leser wegen seines herrlichen Romans „Der Buddha aus der Vorstadt“ (1990).

Nun liegt ein neues Buch des mittlerweile 60-jährigen Briten mit pakistanischem Vater vor: „Das letzte Wort“: Ein alternder Schriftsteller namens Mamoon engagiert den jüngeren Kollegen Harry, auf dass er die Biographie des Seniors schreibe.
Harry quartiert sich in Mamoons Landsitz ein, und versucht Details aus dem Leben des Älteren in Erfahrung zu bringen – ein Unterfangen, das sich als schwierig erweist, weil Mamoon sonderbarerweise alles andere als bereit ist, mit Harry zu reden … Weiterlesen

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Ian McEwan: Kindeswohl

kindBei Ian McEwan ist es egal, über was er schreibt, gut ist es – fast – immer. Das Wörtchen „fast“ bezieht sich auf seinen vorigen Roman „Honig“ (2013), von dem einige Kritiker sagen, dass er etwas schwächer ist, als seine übrigen Werke. Sollte das stimmen, so hat der 1948 geborene Brite diese Schwäche spätestens mit seinem neuesten Roman „Kindeswohl“ überwunden.

McEwan schlüpft diesmal in den Kopf einer Familienrichterin am High Court in London. Sie muss nicht nur den Seitensprung und den Auszug ihres Mannes verdauen, sondern steht auch beruflich vor einer schwierigen Entscheidung. Weiterlesen

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Stephan Thome: Gegenspiel

gegenDer neue Roman von Stephan Thome – „Gegenspiel“ heißt er – ist ein literarisches Experiment. Der 1972 geborene Autor benutzt dieselben Figuren und teilweise dieselbe Handlung wie in seinem vorigen Werk „Fliehkräfte“ (2012) – nur dass diesmal nicht der Philosophieprofessor Hartmut Hainbach im Mittelpunkt steht, sondern seine Frau Maria Antonia Pereira, eine gebürtige Portugiesin.

Abwechselnd durch die Zeiten springend, zeichnet der Roman das Leben Marias nach, wobei es besonders um ihre Beziehungen zu verschiedenen Männern geht. Weiterlesen

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Leonie Swann: Dunkelsprung: Vielleicht kein Märchen

leoMit ihrem Schafskrimi „Glennkill“ hatte Leonie Swann 2005 einen Mega-Erfolg. Nach „Garou“ (2010) folgt nun ihr dritter Streich: ein Buch mit dem wunderschön mysteriösen Titel „Dunkelsprung“.

Und dafür hat die 1975 geborene deutsche Autorin ganz tief in die Fantasy-Kiste gegriffen. Flöhe, die nach ihrer Auferstehung von den Toten denken können, kommen genauso vor wie eine sonderbare Frau mit Hörnern oder ein Mädchen, das ganz aus Schnecken besteht – um nur einige wenige der sonderbaren Gestalten zu nennen, die dieses Buch bevölkern. Weiterlesen

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