Evelyn Waugh: Lust und Laster (1930)

eveDer Schweizer Diogenes-Verlag setzt seine Evelyn-Waugh-Reihe mit einem frühen Werk des exzentrischen englischen Autors (1903-1966) fort: „Lust und Laster“, ein Roman aus dem Jahre 1930.

In teils überdrehter Manier wird die oberflächliche englische Spaßgesellschaft der 20er-Jahre portraitiert. Man betrinkt sich, rennt von Party zu Party, und die schlimmste Katastrophe, die passieren kann, ist, zu einem wichtigen gesellschaftlichen Event nicht eingeladen zu werden. Heiratsversprechen haben nichts Bindendes, wer Geld hat, gibt es mit vollen Händen (meist für Alkohol) aus. Erst ein Unfall bei einem Autorennen und der Ausbruch eines (fiktiven) Krieges ändern die Verhältnisse. Weiterlesen

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Paul Bokowski: Alleine ist man weniger zusammen

alleinDer in Berlin lebende Autor Paul Bokowski schreibt seine Geschichten in erster Linie, um sie auf den Lesebühnen „Brauseboys“ oder „Fuchs & Söhne“ vor Publikum vorzutragen – entsprechend kurz und pointiert sind sie.

In Buchform auf dem heimischen Sofa konsumiert, verlieren sie denn doch möglicherweise ein wenig von ihrem Reiz. Es fehlt das Live-Erlebnis der Lesung. Außerdem fällt es schwer, sich alle drei oder vier Seiten auf ein neues Thema einzulassen. Weiterlesen

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Maylis de Kerangal: Die Lebenden reparieren

lebenOrganspende und -transplantation sind die Themen in Maylis de Kerangals Roman „Die Lebenden reparieren“. Das französische Original hat bereits mehrere Preise erhalten.

Als der 19-jährige Simon nach einem Unfall für hirntot erklärt wird, stellt sich bei aller Trauer schnell die Frage, ob seine Eltern ihn als Organspender freigeben wollen.

Die 1967 geborene französische Autoren begleitet in diesem sehr intensiven Roman die Menschen, die mit dieser Situation zu tun haben, über 24 Stunden hinweg. Sie schlüpft abwechselnd in die Köpfe des Opfers, der Eltern, der Ärzte, der Pfleger und zuletzt auch derjenigen, die die Organe des Toten empfangen sollen und damit Hoffnung auf ein neues Leben verbinden. Weiterlesen

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Ryan Bartelmay: Voran, voran, immer weiter voran

voranWas für ein starkes Debüt! Der amerikanische Autor Ryan Bartelmay begleitet in seinem ersten Roman „Voran, voran, immer weiter voran“ über Jahrzehnte hinweg eine Reihe von Menschen, die ein paar Fehler in ihrem Leben gemacht haben und fortan damit klarkommen müssen.

Im Mittelpunkt steht Chic Waldbeeser. Sein Hauptfehler: Er hat die falsche Frau geheiratet. Sie ist kaltherzig und liebt ihn nicht. Chic stellt stattdessen der Frau seines Bruders, Lijy, nach, der seinerseits wenig auf die Reihe bekommt. Weiterlesen

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Shelly King: Mr. Lawrence, mein Fahrrad und ich

shellyWer einen leichten Unterhaltungsroman für lange Zugfahrten oder – in ein paar Monaten – einen Tag am Strand sucht, der ist mit Shelly Kings Debut „Mr. Lawrence, mein Fahrrad und ich“ gut bedient. Wer von Büchern etwas Tiefgang verlangt, der sollte die Finger von diesem Titel lassen.

Maggie, aus deren Ich-Perspektive dieser Roman geschrieben ist, verliert ihren Job in der IT-Branche. Sie heuert in einem heruntergekommenen, aber gemütlichen Antiquariat an. In einer alten Ausgabe von „Lady Chatterly“ von D.H. Lawrence entdeckt sie handschriftliche Notizen, die auf eine große Liebesgeschichte hindeuten. Weiterlesen

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Nikolaus Breuel: Schlossplatz, Berlin

nikoPolitische Entscheidungsprozesse im Bundestag und ihre gelegentliche Absurdität, aber auch die zeitweilige Flucht der Abgeordneten vor diesem Alltag sind die Themen in Nikolaus Breuels Debutroman „Schlossplatz, Berlin“.

Der charismatische Politiker Rödel setzt mitten in Berlin den Bau einer riesigen Badelandschaft durch. Doch das Projekt wird und wird nicht fertig. Immer neue Schwierigkeiten tauchen auf, immer mehr Geld versickert. Weiterlesen

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Alexander Osang: Comeback

comeAlexander Osang, der sich auch als Spiegel-Reporter einen Namen gemacht hat, begleitet in seinem neuen Roman „Comeback“ die fiktive Ostberliner Rockband „Steine“ über 30 Jahre hinweg.

Die Band, die sich nicht dagegen wehrt, als „Rolling Stones der DDR“ bezeichnet zu werden, steht unter der Knute der launischen, lauten und politisch engagierten Sängerin Nora. Weiterlesen

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Mark Watson: Hotel Alpha

hotelEin liebenswerter Roman über das Leben in einem fiktiven Londoner Nobelhotel ist dem englischen Komiker und Autor Mark Watson gelungen. Der Leser begleitet den ruhigen und sympathischen Concierge Graham, den egozentrischen Hotelbesitzer Howard York sowie eine ganze Reihe von anderen detailreich ausgearbeiteten Figuren über einen Zeitraum von etwa 40 Jahren bei ihrem Wirken im „Hotel Alpha“ – so auch der Titel des Romans. Weiterlesen

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Ralf Bönt: Das kurze Leben des Ray Müller

rayDas ist ein seltsames Buch. Man weiß nicht so recht, worauf Ralf Bönts „Das kurze Leben des Ray Müller“ hinauswill, was genau der Kern dieses Romans ist.

Ein Mann namens Marko Kindler – der Ich-Erzähler – sitzt im Wartezimmer eines Polizeipsychologen, weil er offenbar seinen zwei Wochen alten Sohn Ray entführt hat. Dass diese Geschichte nicht gut ausgegangen sein könnte, lässt bereits der Titel vermuten. Aber was es genau mit der Entführung auf sich hat und was dabei passiert ist, erfährt der Leser erst auf den allerletzten Seiten des Buches, und es nimmt einen vergleichsweise kleinen Teil ein. Weiterlesen

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Kate Christensen: Das Ehespiel

eheDen Niedergang einer Ehe beschreibt die amerikanische Autorin Kate Christensen in ihrem Roman „Das Ehespiel“.

Harry und Luz sind seit 30 Jahren verheiratet und haben zwei Kinder, als sie ihn aus der gemeinsamen Wohnung wirft, weil sie ihn verdächtigt fremdzugehen. Obwohl er das nicht tut, hat Luz kein Einsehen, bis sie schließlich sogar die Scheidung verlangt. Harry dagegen setzt alle Hebel in Bewegung, seine Frau zurückzuerobern. Weiterlesen

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