Vier Freunde unternehmen eine Kanutour irgendwo in der deutschen Provinz. Von Anfang an merken sie, dass ihnen die Einheimischen nicht wohlgesonnen sind. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass einer der Vier schwarz ist. Diese Ablehnung löst anfangs bei den Ausflüglern nicht mehr als eine Beklemmung aus, die man ignori
eren kann, wird später aber zu einer tödlichen Gefahr.
Dirk Kurbjuweits Roman ist seltsam. Man weiß nicht recht, ob er Thriller, Drama, Sozialexperiment, Horrorroman oder Groteske ist. Für Letzteres spräche, dass die Bedrohung der Freunde ein Maß erreicht, das jeglicher Realitätsgrundlage entbehrt. Für einen Thriller ist der Roman nicht spannend genug, denn die Ereignisse auf den Flüssen und in den Schleusen der Umgebung werden immer wieder durch Rückblenden unterbrochen, die nichts zum Handlungsfortgang beitragen. Weiterlesen

Michael Hartung, Besitzer einer schlecht laufenden Videothek, wird durch einen Journalisten mit einem (fiktiven) Vorfall konfrontiert, an dem er in den 80er-Jahren beteiligt gewesen war. Damals soll er eine Weiche so gestellt haben, dass ein Zug mit 127 Menschen am Bahnhof Friedrichstraße unbehelligt von Ost- nach West-Berlin fuhr.

Der in Frankreich lebende chinesische Autor Dai Sijie ist 2001 durch seinen später auch verfilmten Roman „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ bekannt geworden. In seinem neuesten Werk „Die lange Reise des Yong Sheng“ widmet er sich dem Leben seines Großvaters, der zum ersten christlichen Pastor der chinesischen Stadt Putian wurde.
„Der letzte Sommer in der Stadt“ von Gianfranco Calligarich ist im Original bereits 1973 erschienen und hat sich in Italien seither zu einer Art Kultroman entwickelt. Literaturzirkel diskutieren ihn, Studenten schreiben Seminararbeiten über ihn. Nun ist er endlich auch auf Deutsch erschienen.

