Marah Woolf: House Of Verity

Wie kann man ein Schicksal ändern – oder die Planeten und Averies Zuhause retten? Droht eine kriegerische Auseinandersetzung, die die Zeit selbst verändert? Mit diesen Fragen muss sich die Protagonistin Averie gemeinsam mit ihren Freunden auseinandersetzen. Auch ich als Leserin wurde sofort mitten ins Geschehen hineingezogen. Allerdings entwickelte sich die Handlung anschließend nicht in rasantem Tempo. Vielmehr erhielten die verschiedenen Figuren und Handlungsstränge genügend Raum, um sich zu entfalten.

Gegen Ende des Buches zog das Erzähltempo jedoch spürbar an – vielleicht, weil die Zeit für das große Finale gekommen war. Dieses wirkte auf mich stellenweise etwas in die Länge gezogen. Zudem musste ich einige Sätze mehrfach lesen, um den Faden nicht zu verlieren; an manchen Stellen wurde mein Lesefluss dadurch gestört. Vor allem das Ende war mit zahlreichen Details gespickt, die sowohl die Figuren als auch mich als Leserin überraschend getroffen haben. Weiterlesen →

Richard Schwartz: Schwarze Wacht

Richard Schwartz gehört zu den wenigen deutschsprachigen Autoren, die eine riesige Fangemeinde hinter sich vereinen. Seit seinem Debüt mit dem ersten Teil seiner „Askir-Saga“ sorgt er in seinem Hausverlag Piper für Umsatz und verwöhnt seine Leserinnen und Leser mit ganz unterschiedlichen Themen.

Neben der High Fantasy (Lytar-Trilogie, Askir-Reihe) hat er uns bislang drei Bände seiner LitRPG-Reihe um „Die Eisraben“ präsentiert und mit den beiden „Sax-Romanen“ die Welt der Space Opera betreten.

Allen diesen Veröffentlichungen – zu denen er unter anderen Pseudonymen noch weitere Werke außerhalb der Phantastik hinzugefügt hat – ist gemeinsam, dass Richard Schwartz keine kurzen, dünnen Bücher schreibt.

Anstatt nun den abschließenden (?) vierten Band der „Eisraben“ oder Band drei von „Sax“ vorzulegen, erwartet uns hier ein Stand-alone-Titel, wie es neudeutsch so schön heißt. Ein Einzelband, umfangreich – gegenüber dem Manuskript, das ich vorab lesen durfte, noch einmal erweitert –, wie wir es von ihm gewohnt sind, entführt uns der Verfasser in eine neue Welt. Weiterlesen →

Karen Inge Nielsen: Niemand rettet dich

Ein gelungener Abschluss der Trilogie um Verbrechen im deutsch-dänischen Grenzgebiet. Gut gezeichnete Charaktere, die uns von Anfang an eben sympathisch oder nicht sind, die sich entsprechend entwickeln im Laufe der Erzählung und uns vertraut werden. Eine Geschichte, die sich als roter Faden durch alle drei Bände zieht und eben im letzten ihren Abschluss, ihre Erklärung findet.

Der dänische Kommissar Mads Lundstrom ist besessen von dem Gedanken, dass sein Vater, ein verantwortungsvoller, guter Polizist, sich vor über zwanzig Jahren nicht selbst das Leben genommen haben kann, wie alle behaupten und wie es in der Akte steht. Mads kann und will das nicht glauben und ist so sehr in die Idee, das auch zu beweisen verbissen, dass er nicht selten seine aktuelle Arbeit als Kriminalkommissar vernachlässigt. Damit macht er sich nicht wirklich Freunde unter den Kollegen. Einzig sein Chef, Per Teglgard, hält ihm mehr oder weniger regelmäßig, wenn auch widerwillig den Rücken frei, wenn er wieder mal einen seiner häufigen Alleingänge durchzieht. Das hat jedoch ein jähes Ende als Per schwer krank in die Klinik eingeliefert wird und ausgerechnet Mads‘ ärgster Widersacher unter den Kollegen zum kommissarischen Nachfolger bestimmt wird. Weiterlesen →

Ferdinand von Schirach: Der stille Freund

Version 1.0.0

Unaufgeregt und sachlich, wie wir das bereits aus seinen anderen kleinen Bänden kennen, schafft es von Schirach auch hier wieder, den Leser mitzunehmen in eine scheinbar andere Welt. Fast meint man, in einem der typischen tiefen cognacfarbenen oder rotbraunen Ledersessel einer Hotelbar oder -lobby zu versinken und der warmen, sonoren Stimme eines Erzählers zu lauschen, der von Begebenheiten, Ereignissen oder Anekdoten berichtet, die wir uns so kaum vorstellen können.

Sei es Massimo, der einen eigentlich ganz unspektakulären alltäglichen Moment seinen „stillen Freund“ nennt oder Cynthia, die sich in Mateo verliebt, der sie vielleicht zunächst vergöttert, aber -dennoch misshandelt und quält, bis sie ihn verlässt, um später mit dem wesentlich älteren Nicco glücklich zu werden. Nicco, der sie beschützen will, für den sie das Kostbarste und Wichtigste in seinem Leben ist, und der – mit der Macht und den Möglichkeiten einer seit Jahrhunderten einflussreichen Familie in Rom – in oder mit Cynthias Vergangenheit „aufräumt“. Weiterlesen →

Catharina Maura: The Wrong Bride

Die Familie Windsor ist bekannt für ihre ausgeklügelte Heiratspolitik in den höchsten Kreisen der High Society. Ihr Leben lang musste Raven dabei zusehen, wie ihre ältere Schwester Hannah – und nicht sie – verlobt und auf das Leben vorbereitet wurde, von dem Raven insgeheim träumt: an der Seite von Ares Windsor. Als Hannah jedoch am Hochzeitstag nicht am Altar erscheint, bleibt der Modedesignerin Raven keine andere Wahl, als einzuspringen und Ares zu heiraten – den Mann, in den sie schon immer verliebt war. Von nun an jeden Tag mit ihm zusammen zu sein, obwohl er ihre Gefühle nicht erwidert, ist ein wahr gewordener Albtraum – oder die perfekte Chance, Ares endlich für sich zu gewinnen …

Die Situation in dem Buch ist kompliziert: Einerseits geht Ravens Wunsch, Ares zu heiraten, in Erfüllung, andererseits weiß sie, dass er sie nie lieben wird.

Der Fokus auf die High Society gefällt mir sehr, denn hier taucht man in eine Welt ein, die teils ein wenig skurril wirken mag, gleichzeitig aber einfach faszinierend ist. Weiterlesen →

Jay McLean: Loving Lucas: Losing Logan: Leaving Leo: Preston Brothers

Loving Lucas
Lucas Preston muss sich nach dem Tod seiner Mutter um seine fünf Brüder kümmern. Genauso gehört es zu seinem Alltag, dass er um Mitternacht bei Laney klopft. Sie ist längst mehr als nur eine Freundin für ihn. Einst war sie das einsame Einzelkind, bis sie in das Leben der Preston-Familie eintauchte. Nun fragt sie sich, ob Lucas genauso empfindet wie sie …

Die Geschichte ist sehr lebendig und emotional erzählt. Sie vereint alles – Familiengefühle, Liebe, Humor, Emotionen und noch vieles mehr. Einmal angefangen, fällt es schwer, wieder aufzuhören.

Die Handlung setzt in der Jugend von Lucas und Laney an. Sie zieht frisch zu ihrem Vater, um dort neu zu beginnen, während Lucas behütet mit Mutter und Geschwistern aufwächst. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die trotz vieler tragischer Ereignisse nie abreißt. Von der ersten Seite an war ich gefesselt und konnte der Geschichte bis zum Ende problemlos folgen. Man begleitet die beiden beim Erwachsenwerden und erlebt Situationen, die man selbst lieber nicht durchstehen möchte. Oft ist es nur die große Liebe, die hilft, all das auszuhalten – und das spürt man beim Lesen deutlich. Weiterlesen →

Andrzej Sapkowski: Kreuzweg der Raben – The Witcher

Es gibt einen neuen Hexer-Roman! Was wir eigentlich trotz, oder vielleicht auch gerade wegen des Erfolgs der Netflix-Verfilmung nicht mehr zu hoffen gewagt haben, ist Wirklichkeit geworden.

Andrzej Sapkowski hat sich wieder an die Tastatur gesetzt, sich inspirieren lassen und erzählt uns diesmal von der Jugend des jungen Hexers Geralt.

Nach Abschluss seiner Ausbildung verlässt Geralt eines frühen Morgens Kaer Morhen, um seinen Weg als Hexer in den Königreichen zu suchen und zu beschreiten.

Schon bald jedoch lernt er die weniger glanzvollen, unromantischen Seiten seines Daseins kennen. Gleich zu Beginn seiner Reise greift er zugunsten eines Bauernmädchens ein, das von einem Soldaten bedrängt wird. Den Wüstling macht er kurzerhand, so wie er es gelernt hat, mit dem Schwert nieder. Statt jedoch Ruhm oder Dank zu ernten, wird er vom örtlichen Richter zu zwanzig Peitschenhieben und Zwangsarbeit beim Straßenbau verurteilt. Zu seinem Glück tritt der vorbeiziehende alte Hexer Preston Hold auf den Plan und sorgt dafür, dass Geralt noch eine Weile in Freiheit leben und seine Fähigkeiten weiterentwickeln kann. Weiterlesen →

Soyoung Park: Snowglobe

Die Menschheit muss sich bei durchschnittlich -40 Grad in einer zugefrorenen Welt zurechtfinden, in der man maximal eine halbe Stunde draußen überleben kann. Einzig in Snowglobe, einer Stadt unter einer gläsernen Kuppel, ist das Wetter gemäßigt und ein normales Leben möglich. Der Preis für dieses Leben ist die Aufgabe sämtlicher Privatsphäre; die dort lebenden Menschen sind alle Teil verschiedener Reality-Serien, die diejenigen außerhalb von Snowglobe von ihrem bitteren Leben ablenken sollen.

Chobahm hat sich vorgenommen, nach Snoglobe zu gelangen und Regisseurin zu werden. Das ist ihr Traum, während sie Tag für Tag wie alle anderen Bewohnern ihres Dorfes damit verbringt, in einem der menschengroßen Hamsterräder zu laufen, die den Strom produzieren. Sie will ein Leben führen, wie ihr Idol Haeri, eine Schauspielerin mit dem perfekten Leben, der perfekten Familie. Immerhin sehen die beiden sich sogar ähnlich.

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Liz Tomforde: Play Along

Kennedy ist in ihrem Job als Sportmedizinerin für das Chicagoer Baseballteam stets professionell – bis zu einem Ausrutscher: Eines Morgens wacht sie in Las Vegas auf. Mit Erinnerungslücken – und einem Ehering am Finger! Neben ihr liegt ausgerechnet Isaiah, der unverschämt gut aussehende und charmante Spieler, dessen Flirtversuche sie schon lange abwehrt. Um ihren Ruf zu retten, lässt Kennedy sich zähneknirschend auf Isaiahs Vorschlag ein, die Saison über verheiratet zu bleiben. Was sie nicht weiß: Isaiah verfolgt ganz eigene Ziele. Er will seiner Traumfrau endlich beweisen, dass er der Richtige für sie ist. Sie muss nur mitspielen…

Dieses Buch ist der vierte Band der „Windy-City“-Reihe, und ich habe auch die anderen drei („Mile High“, „The Right Move“ und „Caught Up“) verschlungen. Allerdings muss ich sagen, dass mir dieser Teil nicht ganz so gut gefallen hat wie die vorigen. Es passierte mir insgesamt zu wenig Spannendes, und schon bald konnte ich mir denken, wie das Ganze ausgehen würde – auch wenn ich nicht mit allem recht hatte und es doch einige Überraschungen gab. Wenig überraschend war jedoch die Entwicklung, die die anfängliche Fake-Ehe nahm. Weiterlesen →

Alicia Sommer: My Idea of No. 14

Die erste Hälfte des Buches konnte mich deutlich weniger überzeugen als die zweite.

Leah Herst will nur eins: die erste weibliche Head Coach der NFL werden. Doch bislang analysiert sie als Trainee bei den L.A. Vipers hauptsächlich Trainingsvideos. Genau dabei entdeckt sie ihn: Sam Ashton, einen der Quarterback-Draft-Picks – Spitzname Mr. Irrelevant. Leah erkennt sein Talent und denselben Drang, sich zu beweisen, der auch sie antreibt. Das bringt sie auf eine Idee: Wenn sie Sam coacht, könnte sein Erfolg auch ihr helfen, ihren großen Traum zu verwirklichen. Doch dann geschieht etwas, das alles aufs Spiel setzt, wofür Leah so hart gearbeitet hat: Der attraktive Sportler erobert langsam ihr Herz. Und würden die beiden entdeckt, könnte Leahs Karriere enden, bevor sie überhaupt begonnen hat … Weiterlesen →