Julie Leong: Die Wahrsagerin kleiner Schicksale

Tao stammt eigentlich aus Shinn, dem verfeindeten Reich Eshteras. Als ihr Vater stirbt, heiratete die Mutter in das andere Reich, sagte allen Traditionen und ihrer Heimat Adieu und nahm ihre kleine Tochter mit.

Dass diese aufgrund ihres Äußeren gemieden und geschnitten wird, dass Tao sich nie wirklich zugehörig gefühlt hat, führte dazu, dass sie zutiefst einsam, ja haltlos ist.

Dass sie eine magische Gabe ihr Eigen nennt, verkompliziert die Sache weiter. Wenn sie die orangenen Roben der Magiesucher sieht, nimmt sie schnell Reißaus – weiß sie doch, dass sie, einmal in die Gilde der Magier aufgenommen, machen muss, was man ihr sagt.

So unterdrückt sie ihre Gabe, sagt den Leuten für ein paar Kupfermünzen kleine Dinge voraus.

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Hannah Deitch: Killer Potential

Wilde Flucht zweier mordverdächtiger Frauen quer durch die USA – Roman voller Tempo und Action, aber anders als erwartet

Laut Klappentext muss in diesem Roman eine junge Frau, die des Doppelmordes verdächtigt wird, den wahren Täter finden, um ihre Unschuld zu beweisen. Also erwartet man eine Story im Stil eines Krimis, eine Verdächtige bei der Recherche, Tätersuche und Aufklärung des Verbrechens.

Doch weit gefehlt, diese Geschichte entwickelt sich ganz anders. Es beginnt damit, dass die junge Evie, Nachhilfelehrerin im Haus der Familie Victor, eines Tages die Eltern ihrer Schülerin Serena ermordet auffindet. Bevor Evie die Polizei benachrichtigen kann, findet sie im Haus eine verwahrloste, abgemagerte Frau. Gerade als sie diese aus ihrem Versteck befreit, taucht Serena auf. In Panik schlägt Evie sie nieder, denkt, sie hätte sie ermordet und flieht, zusammen mit der Fremden.

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C.K. McDonnell, Elaine Ofori: Ursula und das V-Team

Der britische Autor C.K. McDonnell und seine Frau Elaine Ofori haben mit ihrem gemeinsamen Roman „Ursula und das V-Team“ eine faszinierende und humorvolle Neuinterpretation einer alten Kölner Legende geschaffen. Die Geschichte um die Heilige Ursula, die im 4. oder 5. Jahrhundert mit einer Schar von Jungfrauen von Hunnen ermordet wurde, dient als spannende Grundlage für einen modernen Fantasy-Roman, der Tradition und Fantasy auf erfrischende Weise verbindet.

Handlung: Kampf gegen eine unheimliche Hunnen-Geisterhorde

Im Mittelpunkt des Romans steht der alle 18 Jahre wiederkehrende Angriff einer Hunnen-Geisterhorde auf Köln. Um die Stadt zu schützen, wird stets eine neue „Ursula“ berufen, die zusammen mit einem Team von Mädchen mit Superkräften – dem sogenannten V-Team – gegen die Bedrohung kämpft. Diese jungen Heldinnen werden bereits im Alter von zehn Jahren rekrutiert und über acht Jahre in einem Internat auf ihre Aufgabe vorbereitet.

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Uwe Ittensohn: Winzerkrieg

Unterhaltsamer Lesestoff, sollte man Ideen für eine spontane Flucht sammeln. Interessant aber auch für alle, die noch etwas über die Herstellung ihres fruchtigen Lieblingsgetränks lernen möchten oder als kurzweilige Lektüre für entspannte Urlaubstage.

Stadtführer André Sartorius findet am Speyerer Rheinufer eine schrecklich entstellte Leiche. Die Tatwaffe fehlt. Eine mysteriöse Abschiedsbotschaft auf Facebook und zwei voneinander unabhängige Geständnisse bereiten den Ermittlungsbehörden reichlich Kopfzerbrechen und lassen bald die Nerven aller Beteiligter blank liegen.

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Lauren Wilson: The Goldens

Als Chloe an der Universität ihrer Träume angenommen wird, beschließt sie, dass nun alles anders wird: Die unscheinbare Schülerin von damals wird zu einer selbstbewussten Studentin werden. Sie wird weit weg von zu Hause ziehen, neue Freunde finden und vielleicht endlich den Roman schreiben, zu dem ihr all die Ideen im Kopf herumschwirren.

Zunächst scheint ihr Plan aufzugehen: Auch wenn ihre Mitbewohnerinnen im Wohnheim die Hölle sind, freundet sie sich in der ersten Vorlesung mit Olivia an –

Und dann lernt sie Clara kennen. Sie treffen sich ganz zufällig, weil Chloe deren Schal in der Bibliothek findet und sie die gleichen Initialen haben. Das ist aber auch ihre einzige Gemeinsamkeit, denn Clara ist alles, was Chloe sein will: Wunderschön, klug, charismatisch, reich – und eine berühmte Influencerin. Irgendwie freunden sich die beiden trotz ihrer Differenzen an und Chloe wird klar: Unter keinen Umständen wird sie es riskieren, diese Freundschaft wieder zu verlieren. Doch hinter Claras perfekter Fassade lauern ungeahnte Abgründe und als Chloe auch noch bei ihr einzieht, beginnt sich immer mehr von ihrem manipulativen Verhalten zu offenbaren. Aber so schlimm kann ein hübsches, beliebtes Mädchen ja gar nicht sein. Oder?

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Ali Hazelwood: Deep End

Seit einer schweren Verletzung hat Turmspringerin Scarlett Vandermeer das Gefühl, immer gegen den Strom zu schwimmen. Introvertierter denn je will sie sich auf ihr Studium fokussieren. Für so etwas Kompliziertes wie Beziehungen hat sie keine Zeit – meint sie zumindest.
Für Lukas Blomqvist, das Schwimm-Ass von Stanford, ist Disziplin einfach alles. So gewinnt er Goldmedaillen, so bricht er Rekorde: volle Konzentration, unerbittliche Härte, bei jedem Zug.
Und obwohl sie nichts gemeinsam zu haben scheinen, finden sich Lukas und Scarlett plötzlich in einem Arrangement wieder, das eigentlich nur kurzfristig und zur beiderseitigen Befriedigung sein soll. Bis Scarlett begreift, dass ihr Herz längst in einen gefährlichen Strudel geraten ist.

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Anne Herzel: Lichter unter London 01: Verlorene Städte

Maeve studiert in Dublin Katakombenforschung. Eines fernen Tages, wenn – nicht falls – sie die Prüfungen erfolgreich ablegt, wird sie als eine der „Mudlarks“ den Untergrund Londons erforschen, wissenschaftliche Erkenntnisse ebenso zu Tage fördern wie Reichtümer. Das zumindest ist ihr Plan. Bis dahin aber hat sie es nicht einfach. Mitstudierende mobben sie und andere aus ihrer Klasse. Um dem einen Riegel vorzuschieben, geht Maeve eine riskante Wette ein. Sie schließt sich einer Touristengruppe an, entfernt sich von dieser, um einen der seltenen Kristalle zu suchen und als Beweis für ihren Mut, mit heimzubringen.

Es kommt, wie es kommen muss – Maeve verunglückt, rutscht zunächst in den „First Drop“, dann noch eine Etage tiefer in den „Second Drop“, immer in Gefahr, von der ihr unbekannten Flora und Fauna getötet zu werden.

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Jørn Precht: Die Jungfrau von Orléans

Mit „Die Jungfrau von Orléans“ ist ein weiterer Titel aus der inzwischen langen Reihe „Bedeutende Frauen, die die Welt verändern“ erschienen. Akribisch und bestens recherchiert, vervollständigt mit einer Figurenübersicht, die die Zuordnung erleichtern kann, sowie einer Liste der Quellen und Literaturempfehlungen.

Wer bisher mit dem Leben der Jeanne Darc oder d’Arc, – die Schreibweisen des Nachnamens variieren – nur Bruchstückhaftes verbindet, kann das mit diesem historischen Roman vervollständigen. Angefangen von ihrem Leben als einfaches Bauernmädchen in einem kleinen Dorf bis zu ihrem grausamen Tod auf dem Scheiterhaufen, erzählt der Autor sehr authentisch vom Schicksal der Jeanne, die als Siebzehnjährige ihren göttlichen Visionen, den Stimmen ihrer Heiligen, folgt, um den Thronfolger sicher nach Reims zu geleiten, wo er zum rechtmäßigen König gekrönt werden soll. Was so einfach klingt, ist ein mehr als ambitioniertes Vorhaben, wird Frankreich doch zu dieser Zeit, 1429, seit mehr als hundert Jahren von den Engländern besetzt. Jeanne vertraut auf ihre göttliche Führung, ihren Glauben und ihre Zuversicht. An der Spitze einer Armee aus kampferprobten, hartgesottenen Kriegern macht sie sich in Männerkleidung auf, ihre Mission zu erfüllen, nachdem es ihr endlich gelungen war, den Dauphin zu überzeugen. An ihrer Seite eine Reihe von treuen Gefolgsleuten und Freunden, die sich um ihr Wohlergehen sorgen und ganz klar sehen, welchen Gefahren sich die junge Kämpferin aussetzt.

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Charlotte Brandi: Fischtage

Die 16-jährige Ella leidet unter schlimmen Wutanfällen und hat damit so lange Freundschaften torpediert, bis sie beschloss, keine mehr zu wollen. Sie befindet sich deswegen in Therapie, kann aber ihren Therapeuten nicht wirklich ernst nehmen. Sie lebt mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder Louis in Dortmund und schon bei der Beschreibung ihres Lebens beginnt der Leser zu ahnen, woher ihre Wutanfälle kommen. Ihre Mutter ist eine vielbeschäftigte Galeristin, ihr Vater ein eher nicht vielbeschäftigter Schauspieler. Beide sind lieber mit Drogenkonsum und Partys beschäftigt als mit der Erziehung ihrer Kinder, aber wenn es so offensichtlich wird wie bei Ella, kümmert man sich halt oder vielmehr lässt sich den Therapeuten kümmern. Auf ihre Familiensituation wird in Rückblenden immer wieder eingegangen. Nach einem Ehestreit verschwindet der 13-jährige Lois und da das sonst niemanden zu interessieren scheint, macht sich Ella auf die Suche.

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Sophie Lark: Kingmakers: Graduation

Ein letztes Mal zurückkehren zu den Schüler*innen des Mafia-College Kingmakers. Diesmal mit Fokus auf Sabrina Gallo sowie Adrik Petrov. Zwei Persönlichkeiten, die komplett verschieden wirken, aber durch ihr stark vermitteltes Selbstbewusstsein eine gewisse Verbundenheit darstellen. Insbesondere Adrik konnte ich diesen Charakterzug abkaufen. Seine Person ist für mich sehr bildhaft und greifbar gewesen. Im Gegensatz dazu wirkte Sabrina auf mich nicht sonderlich nahbar. Ferner musste ich mich als Leserin darauf einlassen, dass es auf den ersten Seiten sehr intime Szenen gegeben hat, was zwar interessant war, mir jedoch ein wenig die Leselust genommen hatte.

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