Monika Feth: Und du wirst lächelnd sterben

Ivy kennt nicht mehr als ihren Vornamen. Sie steht auf einem Feldweg, voller Blut und Dreck und kann sich an nichts erinnern. Nur bei einem ist sie sich absolut sicher: Sie will auf überhaupt keinen Fall zur Polizei gehen. In einer kleinen Pension auf dem Land findet sie zunächst Unterschlupf und auch Hilfe. Niemand scheint sie zu vermissen, niemand scheint sie zu suchen. Wie kann das sein? Ist sie es, die etwas Furchtbares getan hat? Vor allem nachts tauchen Erinnerungsfetzen auf, an eine furchtbare Tat. War sie daran beteiligt oder hat sie es nur gesehen? Ivy weiß es nicht.

Monika Feth hat hier eine Geschichte erdacht, hinter der deutlich mehr steckt, als man am Anfang vermutet. Und sie hat sie sehr geschickt aufgebaut. „Und du wirst lächelnd sterben“ lässt uns sehr lange genauso im Unklaren, wie es Ivy ist. Und als der oder die Täter endlich auftauchen, bleibt fast bis zum Ende offen, was eigentlich passiert ist.

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Ilva Fabiani: Meine langen Nächte

Roman einer erschütternden Selbstanklage

Die italienische Autorin, die in Deutschland studiert hat, erzählt in ihrem Debütroman eine erschütternde Geschichte. Eine erfundene Geschichte, die vermutlich aber so oder ähnlich vielfach stattgefunden hat in den Jahren der Nazidiktatur.

Beginnen tut diese Geschichte jedoch viel früher. Die junge Anna Alrutz lebt wohlbehütet in einer gutsituierten Familie zusammen mit zwei jüngeren Geschwistern. Ihr Vater ist angesehener Arzt, ihre Mutter und ihre kleine Schwester leiden an einer schweren Erbkrankheit und ihr jüngerer Bruder Willi nervt sie stets aufgrund seiner ungezügelten Esslust und dem daraus resultierenden unförmigen Körper.

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Dennis Lehane: Sekunden der Gnade

Im Sommer 1974 wird der geschundene Körper eines jungen Mannes neben den Gleisen in einem Bostoner Bahnhof gefunden. Inzwischen sind viele Stunden nach seinem Tod vergangen. Sergeant Bobby Coyne findet schnell heraus, wer für den Lynchmord verantwortlich sein könnte. Es sieht so aus, als wäre dies wieder ein ganz normaler Fall, in dem ein Mensch mit falscher Hautfarbe zur falschen Zeit am falschen Ort eine Autopanne hat und zur nächtlichen Stunde einen Parkour überleben muss, der ihn durch ein weißes Viertel führt.

In dem gleichen Viertel soll in wenigen Tagen die richterlich angeordnete Rassentrennung in den Schulen aufgehoben werden, bei der zwangsweise ein Schülertausch zwischen unterschiedlichen Stadtvierteln durchgeführt wird. Die Bewohner des scheinbar beschaulichen Vororts Southie organisieren aus diesem Grund eine emotional aufgeladene Protestbewegung.

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Romy Fölck: Düstergrab

Das Ermittlerteam aus Itzehoe sieht sich mit einem neuen Fall konfrontiert. Frieda Paulsen und ihr Kollegen Bjarne Haverkorn sind wieder im Einsatz. Was ist passiert? Friedas guter Freund und Nachbar ist an Krebs gestorben. Einen Tag nach seiner Beerdigung ist allerdings offensichtlich, jemand muss das Grab noch einmal geöffnet haben. Bei seiner Exhumierung finden die Ermittler ein etwa sechzehnjähriges Mädchen auf seiner Leiche liegend vor. Es trägt ein seltsames, altmodisches Kleid, ein auffälliges Kopftuch und hält Tausendgüldenkraut in den Händen.

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Emiko Jean: Mika im echten Leben

Adoptiertes Mädchen trifft ihre leibliche Mutter – Ein Roman, der sich verzettelt

Mika ist Mitte Dreißig, als eines Tages ihr Telefon klingelt. Am Apparat ist ihre 16-jährige Tochter Penny, die sie sofort nach ihrer Geburt zur Adoption freigab. Penny möchte ihre Mutter kennenlernen, ein Wunsch, den Mika teilt und so wird, nach weiteren längeren Telefonaten, ein Treffen vereinbart.

Das Problem ist nur, dass Mika ihrer Tochter ihr eigenes Leben in strahlenden Farben beschreibt, während es in Wirklichkeit grau und chaotisch ist. Mika hat gerade, zum wiederholten Mal, ihren Job verloren, ihre Beziehung ging schon vor längerer Zeit in die Brüche, ihre Mutter ist ein Drachen und auch sonst bekommt sie wenig auf die Reihe.

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Castle Freeman: Treue Seele

Castle Freeman hat ein neues Buch geschrieben. Nachdem fast auf den Tag genau im letzten Jahr „Ein Mann mit vielen Talenten“ erschienen ist, veröffentlichte der Carl Hanser Verlag nun am 24. Juli 2023 den neuen Roman mit dem Titel „Treue Seele“. Dirk van Gunsteren liefert wieder die deutsche Übersetzung dazu.

Porter Conway kommt auf seiner Tour zur Volkszählung 1990  in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Vermont zur Sägemühle von Arthur Bennett. Dort öffnet ihm die 15-jährige Lucy, Arthurs Tochter, die Tür. Porter, genannt Port, ist überrascht über die „kleine Hinterwaldschönheit“. Allerdings lehnt ihr Vater die Befragung mit schroffen Worten ab, wirft Port von seinem Grundstück, und Lucy schmeißt das Formular weg.

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Axie Oh: Das Mädchen, das in den Wellen verschwand

Vor Mina sind bereits 99 junge Frauen ins Meer gesprungen. Doch keine von ihnen konnte den Zorn des Meeresgottes beenden. „… Mein Leben lang habe ich an die Legende von der Braut des Meeresgottes geglaubt, wie sie von Großmutter zu Großmutter weitergegeben wurde – seit Anbeginn der Stürme, als Eroberer aus dem Westen das Reich verwüsteten und den Kaiser von der Steilküste ins Meer warfen. Der Meeresgott, der den Kaiser wie einen Bruder geliebt hatte, schickte die Unwetter … im wütenden Regen erkannte man seine Tränen, im dröhnenden Donner seine Schreie.“ (S. 271)

Mina wird Teil der Legende, als sie sich für das Glück ihres Bruders opfert. Am Meeresgrund entdeckt sie eine verwunschene Welt, in der Geister, Fabelwesen und Götter leben, sich gegenseitig bekämpfen und die Not der Menschen ignorieren.

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Ute Mank: Elternhaus

Die drei Schwestern Sanne, Petra und Gitti sind mit dem Älterwerden ihrer Eltern konfrontiert. Aufgewachsen sind die drei in einem „schmalen Haus“, das in einer Siedlungsstraße in einer Kleinstadt liegt. Die Eltern haben es sich vom Mund abgespart, der Vater hat es mit eigenen Händen (mit-)gebaut, die Mutter hat es jahrzehntelang aufopfernd geputzt, gepflegt und betreut. Sanne wohnt mit Mann und zwei erwachsenen Kindern dem Elternhaus am nächsten. Es gehört mittlerweile ihr.

Sie wird von Vater und Mutter daher auch ständig gerufen, wenn etwas nicht funktioniert und sie mit diesem oder jenem nicht zurechtkommen. Sannes Sohn ist bereits von zuhause ausgezogen, die Tochter Lisa wagt den Sprung in eine andere Stadt, ihr Mann Uwe und sie werden einander zunehmend fremd. Trotzdem kümmert Sanne sich sehr um die Eltern und beschließt, sie in eine altersgerechte Wohnung zu übersiedeln und das Elternhaus zu verkaufen. Ein Unterfangen, das sie körperlich aber auch mental ungeheuer fordert.

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Kiersten White: Amazement Park

Mack lebt im Obdachlosenheim. Als sie ein kleines Mädchen war, ermordete ihr Vater ihre gesamte Familie. Sie hat nichts mehr und deshalb nichts zu verlieren. Als sie als Teilnehmerin für eine Realityshow angefragt wird – bei der es um ein simples Versteck-Spiel geht, mit einem mit einem Geld-Gewinn, der eine bessere Zukunft garantiert – sagt sie also zu. Warum auch nicht? Sie ist dem Tod durch Verstecken entkommen, was spricht dagegen, das hier gewinnen zu können?

Sie ist nicht die einzige Teilnehmerin, deren Leben so am Ende ist, dass dieses Spiel der einzige Ausweg scheint. 14 Menschen sollen 7 Tage in einem verlassenen, verfallenen Vergnügungspark durchhalten, ohne gefunden zu werden. Kein Haus in der Nähe, kein Handyempfang und wo genau sie überhaupt sind, wissen die Kandidaten auch nicht.

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Ursula Poznanski: Oracle

Oracle war mal wieder ein Poznanski, der mir so richtig richtig gut gefallen hat. Schon in der Schule wurde Julian gemobbt. Jetzt ist er das erste Mal von zu Hause fort, zum Studium ist er in ein Studentenwohnheim gezogen und hat zum ersten Mal das Gefühl, dass es möglich wäre, Freunde zu finden. Denn das Mobbing kam nicht von ungefähr. Julian sieht Monster in manchen Menschen. Mal ist ein Teil des Körpers von einer giftigen roten Wolke verdeckt, Mal kommen Rauchschlangen aus dem Kopf. Als Kind hat ihm das Todesangst gemacht und seine Reaktion machte ihn zum perfekten Mobbingopfer. Viele Jahre Psychotherapie haben ihn gelehrt, dass das alles nur in seinem Kopf stattfindet, dass es bedeutungslos und ungefährlich ist, und mit den richtigen Medikamenten sieht er schon lange nichts Ungewöhnliches mehr.

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