Borkum – und Lütje Hörn – heute und vor zweihundert Jahren. Die Veränderung der „wandernden Inseln“ im Laufe der Jahrhunderte anhand dieses spannend geschriebenen Familienromans nachzuvollziehen, ist ein interessantes Unterfangen. Wer heute als Tourist nach Borkum oder Norderney oder auf eine andere Insel fährt, macht sich wahrscheinlich eher wenig Gedanken darum, wie diese Inseln früher einmal zusammengehängt und sich verändert haben. „Der Ruf der Wellen“ ist also nicht nur ein gut erzählter Roman, sondern auch eine wirklich interessante geschichtliche Darstellung der Veränderungen.
Erzählt wird in zwei Zeitebenen. Einmal 1855, als eine verheerende Sturmflut Borkum verwüstet und viele der damaligen Bewohner um ihre Existenzen und ihr Zuhause gebracht hatte, und einmal 2025, 170 Jahre später, als eine junge Geologin nach Borkum kommt, um den Wandel zu dokumentieren. Anhand des Beispiels der inzwischen verwaisten Insel Lütje Hörn, auf der 1855 noch drei Familien lebten, die aber dann auch sehr bald weggegangen sind, weil sie kein Auskommen mehr auf der kleinen Insel hatten.
Weiterlesen








