Nach einem Unfall verliert Viola ein Bein und ist fortan auf die Hilfe ihres Mannes angewiesen. Einkaufen, Freunde besuchen, auf die Toilette gehen – all das geht nun nicht mehr ohne Hilfe. Damit erscheint die Geschichte anfangs harmlos und ruhig, wirkt eher wie ein Drama. Doch das wandelt sich schnell zu einem Thriller, als Adams Fürsorge in scheinbare Kontrolle umschlägt. Viola fühlt sich zunehmend im Haus eingesperrt und von ihrer persönlichen Pflegekraft überwacht. Adam lässt ihre Krücken wegsperren und lehnt ohne ihr Wissen Besuchstermine ihrer Freundinnen ab. Daher beginnt Viola, Adam mithilfe eines Peilsenders zu überwachen. Die GPS-Signale zeigen jedoch schnell einige Ungereimtheiten auf…
Damit sät Poznanski geschickt Misstrauen beim Leser: Spielt Violas Ehemann ein falsches Spiel, hat Hintergedanken und böse Absichten? Oder ist die Hauptprotagonistin psychisch angeschlagen und nimmt die Geschehnisse daher anders wahr? Ist Viola vertrauenswürdig? Welcher Sichtweise und Figur kann der Leser trauen? Auch der Gedanke, der eigene Ehemann könnte Viola kontrollieren und ihr Böses wollen, ruft beim Lesen einen Schauer hervor. Der abweisende und kalte Charakter der Pflegekraft, die offensichtlich in Adams Auftrag handelt, ständig in Violas Nähe ist, verstärkt dieses Gefühl noch.
Die äußerst spannende Handlung entfaltet sich nach und nach. Der Rezipient bekommt immer mehr Informationen, die teils der eigenen Theoriebildung widersprechen. Damit bleibt das Leseerlebnis abwechslungsreich.
Fazit
Ursula Poznanskis „Die Burg“ habe ich bereits mit sehr großer Freude gelesen und war daher auf ihr neuestes Buch gespannt. Auch wenn die Thematik von „Das Signal“ nicht ganz so gesellschaftlich brisant und aktuell ist, ist es ein äußerst fesselndes Buch mit Grusel-Faktor! Bin schon auf das nächste Buch von Poznanski gespannt.
Unbedingte Leseempfehlung!
Ursula Poznanski: Das Signal.
Droemer Knaur, Februar 2026.
400 Seiten, Hardcover, 24,00 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Kati Szangolies.
