Gina Greifenstein: Grumbeersupp

Produktbild: Grumbeersupp

„Grumbeersupp“ – das muss man für den ein oder anderen vielleicht schon gle„Grumbeersupp“ – das muss man für den ein oder anderen vielleicht schon gleich übersetzen, – schlicht: Kartoffelsuppe. Es ist also nicht verkehrt, wenn man über gewisse Grundkenntnisse des Pfälzischen verfügt, wenn man diesen humorvollen Pfalz-Krimi zur Hand nimmt. Für alle, die des Pfälzischen nicht mächtig sind, werden Ausdrücke, Redewendungen und Dialoge natürlich „übersetzt“, es sind auch nicht allzu viele im Laufe des Krimis, aber es macht halt schon mehr Spaß, wenn man das Original versteht. Die Geschichte um einen abgetrennten Finger in einer Suppenkonserve führt uns denn auch mitten in die Pfalz, in die Region um Landau, zu einer kleinen, neuen Suppenmanufaktur einer jungen Köchin, die aus Berlin kommt, wo sie ihr Handwerk gelernt hat und jetzt auf dem ehemaligen Hof ihrer Großmutter mit einer Manufaktur für Dosensuppen einen Neustart wagen will.

Ein Ein-Frau-Betrieb, der erst noch bekannt werden muss. Das wird allerdings gerade nicht einfach, wenn sich herumspricht, dass in einer ihrer Suppen ein Finger gefunden wurde. Für Oberkommissarin Paula, die den Finger entdeckt hat, und Hauptkommissar Keeser, ihren Kollegen, beginnt die Suche nach dem Menschen, dem dieser Finger ja wohl offensichtlich fehlen muss, und den Umständen, die dazu geführt haben, dass der Finger in der Kartoffelsuppe gelandet ist. Ihre Ermittlungen führen sie zu einer alten Freundschaft, die an einem angeblich gebrochenen Versprechen zerbrochen ist, nach Berlin, wo die Freundinnen damals gemeinsam eine Ausbildung gemacht haben, und eben zurück in das Dorf, aus dem beide ursprünglich stammen und in dem Sabrina jetzt ihre Manufaktur gegründet hat. Was ist passiert zwischen den beiden jungen Frauen?

Und was hat es mit dem abgetrennten Finger auf sich? Das gilt es herauszufinden. Keeser und Paula machen interessante Entdeckungen und Bekanntschaften, Paula lernt das ein oder andere nette Lokal mit guter Küche kennen, Keeser kennt sie alle und ist überall bekannt und beliebt. Schließlich gehören Essen und Trinken in der Pfalz unbedingt zum guten Leben, und das kann Keeser genießen! Die ein oder andere Lokalität ist am Ende des Pfalz-Krimis auch mit Adresse und Infos angegeben, auch das Rezept für die echte Pfälzer Grumbeersupp findet sich da. Ob man allerdings Appetit ausgerechnet auf Kartoffelsuppe hat, wenn man diesen unterhaltsamen, warmherzigen Krimi gelesen hat, wage ich zu bezweifeln. Ganz sicher aber haben Sie einen (vielleicht) neuen Landstrich kennengelernt, der es wert ist, mal besucht zu werden. Viel Liebe zur Region und der Pfälzer Lebensart machen diesen durchaus spannenden Krimi zu einer leichten, atmosphärischen Lektüre mit sehr authentischen Figuren.

Gina Greifenstein: Grumbeersupp
Emons Verlag, März 2026
256 Seiten, Taschenbuch, 14,40 Euro

Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.

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