Zum Inhalt
Ein weltweiter Ausnahmezustand: kein Mensch kann mehr sterben, Krankheiten sind eingefroren und Geburten ausgesetzt. Bringt dieser Zustand auf den ersten Blick viele Vorteile mit sich, zeigen sich im Laufe der Zeit jedoch auch die vielfältigen sozialen, psychologischen, wirtschaftlichen, biologischen Nachteile, mit denen jeder Protagonist und jede Protagonistin hadert.
Rezension
Mit „Für immer“ öffnet Maja Lunde ein interessantes Gedankenspiel. Um dem Leser die gesamte Tragweite dieser Überlegung zu vermitteln, werden verschiedene Hauptprotagonisten in der Erzählung „begleitet“. Insgesamt wird das Leben der Figuren langsam erzählt, erst nach und nach entfaltet sich das eigentliche Hauptthema des Buches. Mit dieser langsamen Erzählweise kann der Leser besonders gut in die Lebensrealität der Figuren eintauchen, mit ihnen fühlen und die Situation miterleben.
Abwechslungsreich ist die Erzählung durch den Wechsel zwischen verschiedenen Protagonisten in unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten, die dementsprechend eigene Folgen des Ausnahmezustandes mit sich bringen. Maja Lundes Schreibstil hat dabei viel Wärme und Tiefe. Sie baut ganze Welten mit nur wenigen Sätzen – was oft poetisch anmutet. Durch diesen Schreibstil erscheint die dystopische Situation äußerst realistisch und fesselnd. Beim Lesen hat mich das Buch sehr berührt. Vor allem die Geschichte des Protagonisten Otto ist herzbrechend.
Fazit: „Für immer“ ist ein wirklich einzigartiges, markantes Buch mit großer emotionaler Tiefe, das einen besonderen Platz in meinem Bücherregal bekommt. Ein absolutes Lese-Highlight! Must-Read-Leseempfehlung!
Maja Lunde: Für immer
Aus dem Norwegischen übersetzt von Ursel Allenstein
btb, März 2026
320 Seiten, Taschenbuch, 14,00 €/Euro
Diese Rezension wurde verfasst von Kati Szangolies.
