Freida McFadden: Häftling: Nur er weiß warum du hier bist

Brooke Sullivan kehrt nach Jahren wieder in ihre alte Heimat zurück und beginnt eine neue Stelle als Pflegekraft in einem Hochsicherheitsgefängnis. Sie weiß, dass sie dort einen Menschen aus ihrer Vergangenheit treffen wird: Shane, der wegen ihr im Gefängnis sitzt. Er ist nicht nur der Vater ihres Sohnes, sondern wollte sie damals in dieser schrecklichen Nacht umbringen – genauso wie er es bei drei weiteren Menschen, die zu dem Zeitpunkt bei ihm zu Hause waren, geschafft hatte…

Die Geschichte ist so unglaubwürdig und hat an manchen Stellen gefühlt gar keinen Zusammenhang mehr.

Auf den 338 Seiten des Buches passiert relativ wenig, und das Einzige, was mich wirklich überzeugen konnte, waren die Passagen, die aus der Vergangenheit erzählten. Ansonsten lebt die Geschichte von zu vielen Dialogen, wodurch quasi gar keine Spannung entsteht. Es gibt ein ständiges Hin und Her: Mal verdächtigt Brooke ihren damaligen besten Freund, mal Shane und dann wieder andersherum. Stets wird wiederholt, wie der Täter Brooke umbringen wollte – irgendwann weiß man es dann auch. Es ist nicht sehr einfallsreich, die Seiten so zu füllen.

Die Handlung hat wenig Überraschendes zu bieten und alles scheint an den Haaren herbeigezogen zu sein. Zudem werden ab und zu Dinge erzählt, die nicht zum eigentlichen Inhalt passen und somit im Grunde auch nicht in das Buch gehört hätten.

Am Ende kommt dann doch noch einmal Spannung auf, da sich die Ereignisse überschlagen. Allerdings wirkt auch das eher effekthascherisch und nicht tiefgründig.

Und dann ist da noch der Abschnitt ganz zum Schluss: Dieser ist so abwegig, dass so etwas im echten Leben gar nicht passieren kann – mir kam es total unsinnig vor.

Auch wird nicht erzählt, was das Motiv damals vor elf Jahren überhaupt war. Warum mussten drei Menschen sterben und warum hat er es auch noch bei seiner damaligen festen Freundin versucht? Ein weiterer Schwachpunkt im Buch sind die Charaktere. Es ist mir im Laufe der Handlung nicht gelungen, überhaupt eine Bindung zu ihnen aufzubauen. Bis zum Schluss bleiben sie blass. Wenn überhaupt etwas über sie erzählt wird, dann nur kurz am Rande in wenigen Sätzen, in denen vor allem ihre früheren Traumata eine Rolle spielen.

Fazit: Ein Buch ohne Überraschungen, mit vielen Wiederholungen und nur mäßiger Spannung.

Freida McFadden: Häftling: Nur er weiß warum du hier bist
Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger.
Bookouture, Mai 2026.
338 Seiten, Taschenbuch, 11,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.

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