Drei Monate lang haben Ebba, Levke und Marie, die drei Jensen-Schwestern, Zeit, sich zu überlegen, ob sie das Erbe ihres Großvaters, das Wasserschloss Süderholt, annehmen wollen und in Zukunft dort auch leben. Bis zu ihrer endgültigen Entscheidung müssen sie allerdings, das ist die Bedingung von Großvater Jörn, die drei Monate dort gemeinsam verbringen. Die drei Schwestern stehen vor einer großen Herausforderung. Ebba muss ihren gutdotierten Job bei einer Bank in Boston auf Eis legen, was ihrem Chef nicht so gut gefällt, und mit ihrer achtjährigen Tochter an die Ostsee ziehen – erstmal für drei Monate. Marie muss ihr Weltenbummlerdasein unterbrechen oder auch aufgeben, einzig Levke ist ganz froh, rauszukommen. Sie hat gerade ihren Job in einer Eventagentur verloren, völlig ungerechtfertigt zwar, aber dennoch. Und außerdem ist damit auch die Beziehung zu ihrem Partner in die Brüche gegangen. Levke könnte sich vorstellen, eine eigene Agentur zu gründen und das Schloss in Zukunft als Veranstaltungsort zu nutzen. Doch das ist mit einer Reihe von Auflagen verbunden, die einiges an Geld kosten. Das will erstmal finanziert sein. Aber Levke gibt nicht auf, sie will ihren Traum leben und hofft auf die Unterstützung durch ihre Schwestern und Freunde. Alle drei fühlen sich wider Erwarten auf Süderholt wieder heimisch und sind gerne zurück.
Ein Unbekannter versucht allerdings, ihnen das Erbe streitig zu machen und behauptet, selbst Ansprüche zu haben. Das beunruhigt die Schwestern ungemein, aber Cord, der sie anwaltlich vertritt, Ebbas Jugendfreund, zu dem sie sich auch jetzt wieder hingezogen fühlt, verspricht, diese vermeintlichen Ansprüche zu prüfen. Es stellt sich heraus, dass der Mann ein Betrüger ist, der unter falschem Namen das Vertrauen von Mona, der Tante der Schwestern, missbraucht und sich Informationen über das Schloss verschafft hat. Die Suche nach der Wahrheit offenbart den Schwestern einige gut verborgene Geheimnisse, die das Leben ihrer Großeltern, aber auch anderer betreffen. Sie stoßen nicht nur auf die Legende um einen Klosterschatz, der im Schloss verborgen sein soll, sondern durch einige alte Briefe auch auf Dinge, die insbesondere ihren Großvater sein Leben lang belastet haben. Ebba, Levke und Marie wären froh gewesen, hätte er ihnen davon erzählt, statt sein Geheimnis mit ins Grab zu nehmen.
Ein gut zu lesender, leichter Sommerroman, der die Geschichte um die Jensen-Schwestern und Schloss Süderholt zu einem guten Abschluss bringt. Warmherzig, mit viel Liebe zu den Personen, die hier eine Rolle spielen, nicht nur die Schwestern selbst wachsen einem ans Herz, auch ihre Familie und Freunde, genau wie die Gegend, in der die Geschichte angesiedelt ist.
Liv Helland: Die Schloss-Schwestern: Strandhaferkuss
Rowohlt, Juni 2026
320 Seiten, Taschenbuch, 14,00 Euro
Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.
