Joachim F. Kuck: Mörderney: Das Grab im Sand

Ein unterhaltsamer, leichter, dennoch recht spannender Insel-Krimi.

Zum zweiten Mal begegnen wir auf Norderney der jungen, engagierten Journalistin Tilla, die eigentlich besser Polizistin geworden wäre, weil sie dann offiziell ermitteln dürfte, was sie jetzt wieder auf eigene Faust und zum Missfallen vieler, allen voran ihres Vaters Enno, dem Kommissar auf der Insel, tut. Gemeinsam mit ihrem neuen Freund, dem etwas weltfremd wirkenden, schüchternen Pfarrer Hark, der vor vier Monaten auf der Insel gestrandet ist und seitdem eigentlich mehr Trübsal bläst, als sich Gedanken darüber zu machen, was er mit seinem Leben in Zukunft anfangen will, und der geflissentlich die Aufforderungen seines Dekans ignoriert, der ihn bittet, endlich in seine Gemeinde zurückzukommen, will Tilla unbedingt den Tod des einzigen Obdachlosen auf der Insel aufklären.

Matthes’ Leiche wurde am Strand gefunden, vergraben unter dem für das bevorstehende Osterfeuer aufgeschichteten Holzstapel. Wer hatte warum ein Interesse daran, ausgerechnet Matthes zu ermorden? Dass es Mord war, ist klar, das Motiv allerdings ein Rätsel. Tilla und Hark müssen tief graben, um in Matthes’ Vergangenheit einen Hinweis zu finden. Matthes hatte niemandem etwas getan, manche Insulaner haben ihn auch mit Verpflegung und einem Dach über dem Kopf hin und wieder unterstützt, also warum musste er sterben? Als dann auch noch ein Brandanschlag auf die Redaktion des „Küstengruß“, dem Werbeblatt der Insel, bei dem Tilla gerade mal wieder „endgültig gekündigt“ hat, verübt wird, wird die Lage für Tilla und Hark noch bedrohlicher. Sie sind in Gefahr, das merken sie sehr rasch, geben aber nicht auf und finden bald auch einen entscheidenden Hinweis, der sie weit in die Vergangenheit von Matthes und zweien seiner früheren Freunde, die heute ein renommiertes Restaurant auf der Insel betreiben, führt. Liegt das Geheimnis, das sie suchen, auf der Nachbarinsel Baltrum begraben? Tilla und Hark lassen sich von Überfällen und Anschlägen nicht aufhalten. Sie graben weiter und machen sich weitere Feinde. Aber sie lüften das Geheimnis.

Ein unterhaltsamer, gut zu lesender Norderney-Krimi mit sympathischen Figuren, von denen jede ihr Päckchen zu tragen hat und die uns mehr und mehr vertraut werden. Eine gut gesponnene Geschichte, die recht nachvollziehbar geschildert wird und einen durchaus fesselt.

Joachim F. Kuck: Mörderney: Das Grab im Sand
Rowohlt, Januar 2026
352 Seiten, Taschenbuch, 14,00 Euro

Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.

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