Elisa Jakob: Queen Victoria

Wer sich für das viktorianische Zeitalter interessiert, aber nicht nur Geschichtsbücher wälzen möchte, wird hier aufs Beste informiert. Leben und Wirken von Queen Victoria werden in dieser Romanbiografie sehr anschaulich und fesselnd beschrieben.

„Wäre ich nicht die, die ich bin, dann wäre dies mein richtiges Zuhause geworden, aber für mich wird es immer mein zweites sein“, soll Queen Victoria über das kleine Schloss Rosenau in der Nähe der Residenzstadt Coburg gesagt haben. Hier und im Herzogtum Coburg fühlte sie sich wohl; dort hat sie mit Albert, ihrem Mann, dem Prinzen von Sachsen-Coburg und Gotha, glückliche Tage verbracht, die beide immer als die schönsten bezeichneten. In Schloss Rosenau wurde übrigens eigens für den Besuch der Queen und ihres Gatten 1860 ein Wasserklosett eingebaut – eine neumodische Erfindung, die Königin Victoria begeisterte und die sie bereits zur „Great Exhibition“ 1851 in London im berühmten Kristallpalast hatte einbauen lassen, um die Hygiene und damit die Gesundheit zu verbessern, in einer Zeit, in der immer noch Epidemien und Infektionen Tausende Menschenleben forderten, weil der Zugang zu sauberem Trinkwasser und eine hygienische Abwasserentsorgung fehlten. Die Gesundheit ihrer Untertanen lag Victoria am Herzen.

Mit gerade 18 Jahren wurde Alexandrina Victoria im Juni 1837 Königin des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Irland. Ihre Regentschaft währte 63 Jahre, bis sie im Januar 1901 im Alter von 81 Jahren starb. 1876 verlieh ihr das britische Parlament außerdem den Titel „Kaiserin von Indien“. Victoria wird als warmherzige, aber auch strenge, geradlinige Monarchin beschrieben, deren Andenken bis heute von den Briten hochgehalten wird, auch wenn vieles heute sicher kontrovers diskutiert werden dürfte. In die Zeit ihrer Regentschaft fallen durchaus auch dunkle Kapitel wie koloniale Unterdrückung sowie Rebellionen und Kriege, die bis ins 20. Jahrhundert hineinreichen.

Ihre Ehe mit Prinz Albert gilt als sehr glücklich. Sein visionäres Denken, sein Interesse an technischem Fortschritt und Neuerungen sowie sein diplomatisches Geschick bewahrten sie mehr als einmal vor impulsivem Handeln. Sein Tod im Dezember 1861 war für Victoria ein schwerer Schicksalsschlag. Sie verfiel in tiefe Trauer und wurde über lange Zeit für ihr Volk „unsichtbar“, was zu einem ernsten Problem für die Monarchie wurde. Erst vier Jahre nach Alberts Tod zeigte sie sich wieder in der Öffentlichkeit, jedoch ohne ihre gewohnte Energie und Lebensfreude. Ihren neun Kindern war sie eine liebevolle Mutter, konnte aber auch kaltherzig und streng sein.

All diese Facetten zeigt diese fesselnde, faktenfundierte Romanbiografie und nimmt uns sehr schnell gefangen in einer Epoche.edeutung es wohl hat, dass die Frau auf dem Cover Prinzessin Kate verblüffend ähnelt, sei dahingestellt.

Elisa Jakob: Queen Victoria
Piper, November 2025
384 Seiten, Paperback, 16,00 Euro

Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.

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