Stephanie ist auf dem Weg zu einem lästigen Kongress. Im Flugzeug trifft sie Jasmine, die auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ex-Freund ist. Die beiden Frauen haben nichts gemeinsam, sich nichts zu sagen und wechseln auch nicht mehr als ein paar Worte.
Beide erzählen in Textnachrichten an Freunde von einem supertollen Mann, den sie kennengelernt haben und mit dem sie eine Woche abtauchen wollen. Aber irgendwas stimmt da nicht. Kollegen finden heraus, dass Stephanie plötzlich die Namen ihrer eigenen Geschwister nicht mehr zu kennen scheint. Außerdem passt das alles so gar nicht zu ihr. Und dann kommen Hilferufe – und dann gar nichts mehr.
Der Thriller von Jessie Garcia ist mächtig gut aufgebaut. Wie Stephanies Freunde und Kollegen langsam misstrauisch werden, wie sie hadern, ob sie sich zu sehr einmischen oder ob da wirklich Gefahr im Verzug ist, und wie sie sich schließlich zusammenschließen, um ihr zu helfen – das alles ist wirklich spannend erzählt. Auch weil man als Leser so manches Mal denkt: Häh, das kann doch gar nicht sein. Doch, kann es, wie sich am Ende herausstellt, und der ganze Plot ist in sich schlüssig, auch wenn er in wirklich tiefe Abgründe menschlichen Handelns abtaucht – und das auch noch so durchdacht und geplant.
Der Thriller wird in vier Teilen aus verschiedenen Perspektiven erzählt und weist mit jeder Perspektive neue Wendungen auf. Wie das halt so ist, wenn man nacheinander verschiedene Sichtweisen hört. Das liest sich wirklich enorm spannend, weil viele Fragen, die man sich automatisch stellt, mit der nächsten Sichtweise dann beantwortet werden. Über den Inhalt möchte ich hier wirklich nicht mehr sagen, weil das die Spannung nehmen würde, aber sagen wir mal so: Wenn da irgendwo ein Nagel ist, hängt da auch irgendwann ein Mantel dran.
Fazit: Superspannender Thriller mit Knallerende.
Jessie Garcia: The Business Trip
Aus dem Englischen übersetzt von Wolfgang Thon
DTV, 10 / 25
Paperback, 385 Seiten, 17 Euro
Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.
