Die US-Amerikanerin Debra Curtis hat ihren ersten Roman geschrieben. Das Buch mit dem Titel „Die Gesetze von Liebe und Logik“ erschien am 7. Mai 2026 bei den Ullstein Buchverlagen. Der Roman wurde von Susanne Höbel aus dem Englischen übersetzt.
Debra Curtis’ Geschichte von Lilys großer Liebe
„Die Gesetze von Liebe und Logik“ von Debra Curtis, einer emeritierten Professorin für Anthropologie, ist ein Unterhaltungsroman, in dem es um Liebe, Verlust, Sehnsucht und Familie geht. In drei Teilen nimmt Debra Curtis ihre Lesenden mit in die Jahre 1967 bis 2007 und die Geschichte von Lily Webb. Lily und ihre Schwester Jane wachsen behütet auf. Ihr Vater Martin arbeitet als Lehrer in einem Klosterinternat für Jungen und Carol, die Mutter, bezeichnet sich als Feministin und Katholikin. Als die Geschwister dreizehn und elf Jahre alt sind, stirbt die Mutter an Brustkrebs.
Sehr kleinteilig (monatsweise) erzählt Curtis von Lilys erster Liebe in Portsmouth, Rhode Island, zu einem Mitschüler und Football-Spieler, den sie immer nur als „der Junge“ bezeichnet:
„Als der Junge mit seiner Mannschaft aufs Feld lief, hielt er den Blick geradeaus gerichtet. Es war ein frischer Vormittag im Herbst. Die Stadtbewohner waren gekommen, um ihm bei seinem letzten Match zuzusehen, selbst diejenigen, deren eigene Kinder längst die Highschool verlassen hatten. In warme Decken gehüllt und an den Maschendrahtzaun gelehnt wollten sie miterleben, wie in ihrer Heimatstadt ein Held gekürt wurde.“ (S. 62/63)
Bis es zu einem folgenschweren Ereignis kommt und „der Junge“ dafür verurteilt wird, ins Gefängnis muss. Lily geht zum Studium nach Northampton in Massachusetts und lernt dort den Ornithologen Marshall Middleton kennen. Später heiraten sie. Jane hingegen führt ein wildes, unstetes Leben und kommt immer wieder mit Tabletten und Alkohol in Berührung.
Lily kann den Jungen nicht vergessen, obwohl sie auch mit Marshall glücklich ist. Bei einem Klassentreffen sehen sie sich wieder. Danach treffen sie immer mal wieder aufeinander. Später erkrankt Marshall an Alzheimer und ihre Schwester Jane stirbt. Lily erkennt erst sehr spät ihren Anteil an den schicksalhaften Ereignissen, die sie von „dem Jungen“ getrennt haben.
„Die Gesetze von Liebe und Logik“ ist eine unterhaltsame Lektüre für den Feierabend
Debra Curtis hat mit „Die Gesetze von Liebe und Logik“ einen Debütroman geschrieben, der alle nötigen Zutaten für einen Liebesroman enthält: Herz, Schmerz, fatale Entscheidungen, Liebe und Verlust. Sie hat die Klippen des Kitsches weitestgehend umschifft und mit Lily eine Protagonistin geschaffen, der man den Zwiespalt und die Sehnsucht abnimmt. Für mich als Lesende hätte sie die Geschichte straffer erzählen können und es bleibt mir bis zum Schluss des Buches ein Rätsel, warum „der Junge“ namenlos bleibt.
Alles in allem ist „Die Gesetze von Liebe und Logik“ eine unterhaltsame und trotz einiger tragischer, ernster Momente eher leichte Lektüre für ein entspanntes Lesen am Feierabend oder im Urlaub.
Debra Curtis: Die Gesetze von Liebe und Logik
Ullstein Buchverlage, Mai 2026
352 Seiten, Hardcover, 23,99 Euro
Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Sürder.
