Barbara Kreißl: Unwörterbuch behördisch

behUnkraut gibt es ja schon lange nicht mehr. Es musste dem freundlicheren und ein bisschen abenteuerlich klingenden „Wildkraut“ weichen.
Als solches ziert es jeden Straßengraben und verhindert Bauvorhaben.
Dass das Wildkraut nicht die letzte Mutation des Unkrauts ist, beweist das neue Langenscheidt-Unwörterbuch. Das Gestrüpps nennt sich nun –pfui- Spontanvegetation. (S. 131). Klingt irgendwie unerwünscht, wie eine kranke Wucherung in der ansonsten geliebten Natur. Weiterlesen

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Robert Goolrick: Das Ende der Welt, wie wir sie kennen

robAls äußerst harte und erschütternde Lebensbeichte entpuppt sich Robert Goolricks autobiografisches Buch „Das Ende der Welt, wie wir sie kennen“.

Bei den ersten Zeilen denkt man noch, es gehe „nur“ um Alkoholismus, doch dann stellt sich heraus, dass das eigentliche Thema des Buches ein ganz anderes ist: Kindesmissbrauch. Der Autor ist im Alter von vier Jahren von seinem betrunkenen Vater vergewaltigt worden, während seine ebenfalls betrunkene Mutter zugesehen hat. Seine Großmutter, der der blutende Junge am nächsten Tag von dem Vorfall erzählt, reagiert nicht weiter. Sie sagt nur, dass er es niemandem erzählen dürfe, weil sonst etwas Schlimmes geschehe. Weiterlesen

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Johannes Rothenbaum: David Garrett

davIm Kino spielt David Garrett jetzt den Teufelsgeiger Paganini. Passend dazu ist jetzt eine Biografie des Stargeigers erscheinen, eine neue Paganini-CD und DVD; die Tour folgt im Herbst 2014. David Garrett macht keine halben Sachen.
In der Biografie erzählt Johannes Rothenbaum viel Bekanntes aus dem Leben des 33-Jährigen, vom ersten Geigenunterricht mit vier Jahren, von den ehrgeizigen Eltern in Aachen, vom Exklusivvertrag als jüngster Künstler mit 13 Jahren bei der Deutschen Grammophon. Und von den Jahren nach dem Abitur, in denen der Geiger alles hinschmiss und in New York die zweite, noch steilere und diesmal selbstbestimmtere Karriere aufbaute. Einiges Neues, was David Garrett nicht schon in Talkshows erzählt hat, erfährt man auch: über Ex-Freundinnen des Frauenschwarms, Stradivaris und dass er Schokolade und Staubsaugen liebt. Für Fans ein Muss.

Johannes Rothenbaum: David Garrett.
mvg Verlag, Oktober 2013.
192 Seiten, Gebundene Ausgabe, 17,90 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Michael Maar: Heute bedeckt und kühl: Große Tagebücher von Samuel Pepys bis Virginia Woolf

michWarum schreiben Menschen Tagebücher? Der Autor Michael Maar beantwortet diese Frage anhand von vielen wunderbaren Beispielen großer Diaristen so:
Ein zentrales Motiv des Tagebuch-Schreibens ist das des Festhaltens der Zeit. Ein weiteres Motiv ist die Bewussthaltung, weil das Erlebte erst durch die Versprachlichung eine feste Kontur erhält. Auch Rechenschaft – indem das Tagebuch in seiner Funktion als Beichtstuhlersatz dient, kann als Motiv gewertet werden. Michael Maar zitiert unter anderem Gustav René Hocke, der die Antriebe fürs Tagebuch schreiben mit Selbsterkenntnis und der Aufforderung „Werde, der du bist“, benennt. Weiterlesen

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Undine Zimmer: Nicht von schlechten Eltern

undJeder in Deutschland kennt vermutlich inzwischen den Begriff „Hartz IV“. Die meisten von uns verbinden damit bestimmte Vorstellungen und oft haben diese mit gewissen Unfähigkeiten der Betroffenen zu tun. Undine Zimmer ist mit einer Mutter mit Hartz IV-Einkommen aufgewachsen und weder auf sie noch auf ihre Familie passt eines der vielen Vorurteile. In ihrer Familie wurden Bücher und Zeitungen gelesen, ihre Mutter kann kochen und bemüht sich unverdrossen immer wieder um Arbeit. Trotzdem reicht es nie, um aus der Sozialfalle herauszukommen. Weiterlesen

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Peter Maffay: Der neunte Ton: Gedanken eines Getriebenen

maffAls kleines Mädchen bin ich einmal bei einem Peter Maffay Open Air Konzert gewesen. Ich kann mich noch erinnern, dass es geregnet hat und ich mich zwischen all den jubelnden, tanzenden und hüpfenden Erwachsenen auf eine Bank stellen musste, um überhaupt etwas zu sehen. Und nun das: Ein Buch. „Der 9. Ton“. Ich bin gespannt.

Peter Maffay, der als Peter Alexander Makkay seine Kindheit in Rumänien verbrachte und vor wenigen Tagen 64 Jahre alt geworden ist, beschreibt in „Der 9. Ton – Gedanken eines Getriebenen“ die Gründe seines Engagements in internationalen Projekten und Stiftungen. Weiterlesen

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Donna Leon: Gondola: Geschichten, Bilder und Lieder

donBestseller-Autorin Donna Leon nimmt die Leser ihres neuen Büchleins „Gondola“ wieder mit in ihr Venedig. Aber nicht mit Kommissar Brunetti, sondern mit den Gondoliere, einem Barockmusikensemble, Cecilia Bartoli und venezianischen Malern.
Anekdoten mit Touristen in den Gondeln und von singenden Gondolieri erzählt die Amerikanerin, nimmt die Leser mit in eine der fünf venezianischen Gondelbauwerften in und erzählt die Geschichte und von der Bauweise der Wahrzeichen der Lagunenstadt. 14 Gondellieder (mit Übersetzung), die um Liebe und Vergnügen kreisen, beschließen das Buch. Eine CD vom Ensemble „Il Pomo d‘ Oro“ mit einem Lied von Cecilia Bartoli liegt dem prächtig, mit Gemälden bebilderten Buch bei. Während die Musik läuft, kann man das Buch gemütlich zu Ende lesen.

Donna Leon: Gondola: Geschichten, Bilder und Lieder.
Diogenes, September 2013.
128 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,90 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Urs Widmer: Reise an den Rand des Universums

Mit wideiner Autobiographie hat es der Schweizer Urs Widmer in diesem Jahr immerhin auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft. In „Reise an den Rand des Universums“ beschreibt der 1938 geborene Autor seine ersten 30 Lebensjahre bis 1968.

Dazu gehören Kindheitserinnerungen mit Familienurlauben in den Bergen oder die Angst davor, dass auch die Schweiz von den Deutschen überfallen und in den Zweiten Weltkrieg hineingezogen wird – eine Angst, die der Autor schon als Kind mitbekommt.

Später kommen die ersten Liebschaften hinzu sowie Erfahrungen im Studium in Basel, Montpellier und Paris. Weiterlesen

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Reinhold Messner: Pol: Hjalmar Johansens Hundejahre

pol„… Wie die Eroberer von Süd- und Nordpol, deren Namen heute noch leuchten, ihren jeweils zweiten Mann gebrochen haben, lasse ich einen dieser „Helden“ nun selbst erzählen. Hjalmar Johansen. …“
Abenteuer, Ruhm, und ein sozialer Aufstieg waren der Motor für den Norweger Hjalmar Johansen, geboren 1867 in Skien, das ewige Eis zu bereisen. 1893 erhielt er den letzten Platz im Expeditionsteam von Fridtjof Nansen. Als Heizer begann seine Arbeit, und an Nansens Seite durfte er als Einziger aus der Mannschaft zum Nordpol. Dies verdankte er seinem Geschick mit den Hunden, der scheinbar unerschöpflichen Leidensfähigkeit und seiner körperlichen Fitness als Skifahrer und Turner. Weiterlesen

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Jürgen C. Hess: Unnützes Sprachwissen – Erstaunliches über unsere Sprache

dudenAftermieter, Bansen, Detailleur, Einglas, Heimbürge, Kamelopard, Mecki, Tüttel: Wer sich nach all dem beleidigt fühlt, ist hier falsch und richtig zugleich. Diese Wörter werden kaum mehr benutzt, ihre Bedeutung geht verloren, sie sind vom Aussterben bedroht. Wer sich nach der Lektüre von „Unnützes Sprachwissen – Erstaunliches über unsere Sprache“ dazu animiert fühlte, ein paar mehr ungenutzte Redewendungen in seinen Alltag einzubauen: Hier ist das Handbuch dazu. Weiterlesen

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