Im zweiten Teil der Duckworth-Trilogie führt Morris Duckworth sein kaltblütiges und absurdes Morden in gewohnt spontaner Manier fort. Nichts und niemand kann sich einem Morris Duckworth entgegenstellen oder gar seine Existenz bedrohen, denn wie schon in Band 1 hat er keine Probleme damit, über Leichen zu gehen. So ist er weiterhin damit beschäftigt zu vertuschen und Spuren zu beseitigen, denn seine Visionen, gesellschaftlich weiter aufzusteigen und gar prominent zu werden, sind ungebrochen. Duckworths Leben bleibt eine Abfolge von Debakeln aus denen er immer wieder die Oberhand gewinnt. Weiterlesen
Krimi & Thriller
Michael Buttler: Sherlock Holmes und die indische Kette
Ein Freund aus alten Tagen, Henry Jasper, bittet Sherlock Holmes um Hilfe: Seine Tochter wurde entführt. Der englische Detektiv reist daraufhin nach Hamburg, um sich vor Ort um den Fall zu kümmern. Dabei gerät er in ein Abenteuer, das seinen Ursprung in einer indischen Legende und in der Cholera-Epidemie von 1892 zu haben scheint.
Als großer Sherlock Holes Fan reizte es mich zu erfahren, wie – 88 Jahre nach Erscheinen der letzten Sherlock Holmes Erzählung von Sir Arthur Conan Doyle – der große Meisterdetektiv von Michael Buttler in Szene gesetzt wird. Weiterlesen
Karin Welters: Die Tanzschule
Die Witwe Lisa Hansen, die ihrem fünfzigsten Geburtstag entgegensieht, erbt überraschend den Bauernhof ihrer Tante Käthe, die sie seit ihrer Kindheit nicht mehr gesehen hat. Sie sieht in dieser Erbschaft die Chance, neun Jahre nach dem Unfalltod ihres Mannes die oberflächliche Beziehung zu ihrem Freund Heinrich zu beenden, Hamburg den Rücken zu kehren und in Pattloch einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Ihre Freundin Carola, eine Psychologin, ist zwar skeptisch, unterstützt Lisa aber bei ihrem Umzug in die kleine Stadt im Bergischen Land. Weiterlesen
Thomas Schweres: Die Abräumer
Mit seinem ersten Dortmund-Krimi „Die Abtaucher“ hat Thomas Schweres viele Krimifreunde begeistert. Jetzt ist der zweite Fall für Kommissar Schüppe erschienen, und „Die Abräumer“ sind genauso spannend.
Eine Bankräuberin wird auf der Flucht auf einem Motorrad im Wald erschossen. Neben der Leiche liegt der bewusstlose Reporter Tom Balzack, der der Diebin auf den Fersen war. Die Spur führt zurück zu einem Bankraub vor 15 Jahren.
Quer durch Dortmund und das Ruhrgebiet führt Schweres die Leser, dabei erzählt er manchmal etwas schnodderig. Ruhrpott-Charme hat die Geschichte auch deshalb und viel Dortmund-Kolorit mit Szenen am Phoenixsee und dem Vorort-Leben im Nebenzentrum Hombruch. Und wer der Mörder ist, errät man auch nicht sofort.
Thomas Schweres: Die Abräumer.
Grafit Verlag, März 2015.
254 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.
Donna Leon: Tod zwischen den Zeilen
Kunstraub ist noch immer ein aktuelles Thema und war es noch mehr, als Donna Leon vor einem Jahr ihren 23. Brunetti-Krimi schrieb. Jetzt ist er ins Deutsche übersetzt erschienen. Der deutsche Titel, „Tod zwischen den Zeilen“, führt jedoch auf eine falsche Fährte. Der englische Titel „By its Cover“ passt deutlich besser.
Denn zwischen den Zeilen passiert hier gar nichts, mehr zwischen den Buchdeckeln. Der Kunstraub, der Guido Brunetti – zunächst ohne Leiche – beschäftigt, spielt in der der ehrwürdigen venezianischen Bibliothek Merula. Weiterlesen
Lisa Gardner: Schmerz
Detektive D.D. Warren hat bei ihrem fünften Fall eine Ärztin an ihrer Seite, die kaum gegensätzlicher sein könnte. Verletzt an der linken Schulter und vor Schmerzen fast bewegungsunfähig will D.D. unbedingt den „Rosen-Killer“ fassen, der alleinstehende Frauen tötet und misshandelt. Die Schmerztherapeutin Dr. Adeline Glen hilft ihr, stärker als der lähmende Schmerz zu werden. Dass Adeline ein ganz besonderer Mensch ist, stellt D.D. recht schnell fest. Abgesehen von dem Gendefekt, keine Schmerzen spüren zu können, ist sie die jüngste Tochter eines vor vierzig Jahren verstorbenen Massenmörders, dessen Vorliebe für menschliche Haut gerade vom „Rosen-Killer“ kopiert wird. Weiterlesen
Lucie Whitehouse: Eine perfekte Lüge
Ein atemloser Thriller um ein verliebtes Paar, das nach kurzer Zeit heiratet. In der scheinbar perfekten Ehe öffnen sich düstere Abgründe.
Emotional und fesselnd aus Sicht der Protagonistin Hannah geschildert, entwickelt sich die Geschichte zum Pageturner.
Hannah und Mark lernen sich bei gemeinsamen Freunden kennen. Für beide ist es die große Liebe und sie heiraten nach wenigen Monaten. Hannah macht einen Schnitt, kündigt ihre Wohnung und ihren Job bei einer Werbeagentur in New York und zieht zu Mark in dessen Haus in London.
Außer dass sich Hannahs neue Jobsuche recht schwierig gestaltet, scheint ihr Glück perfekt, bis zu dem Tag als Mark plötzlich verschwunden ist. Weiterlesen
Till Raether: Blutapfel
Der erste Fall, den Till Raether seinen Kommissar Adam Danowski im Roman „Treibland“ im vergangenen Jahr lösen ließ, war ein Höllentrip. Nun ist der zweite Krimi des ehemaligen stellvertretenden „Brigitte“-Chefredakteurs erschienen. Und in „Blutapfel“ lässt es Danowski zunächst ruhiger angehen. Aber der hypersensible Ermittler wird jäh aus seinem Meditation-Seminar gerissen, als im Hamburger Elbtunnel ein Autofahrer erschossen wird. Die Spur führt Danowski in die Hainapfel-Siedlung, eine Neubausiedlung am Hamburger Stadtrand. Privates vermischt sich mit Dienstlichem, aber der Kommissar kommt nicht so recht weiter in dem Fall. Raether hält trotzdem über 480 Seiten die Spannung – wenn gleich dieses Buch nicht so atemlos erzählt ist wie der erste Fall.
Am Schluss nimmt der Krimi Fahrt auf; da zieht Raether die Leser in düstere Gänge am Rande des Elbtunnels. Ein spannendes Sommerbuch.
Till Raether: Blutapfel.
rororo, Mai 2015.
480 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.
Angélique Mundt: Denn es wird kein Morgen geben
Tessa Ravens ist Psychotherapeutin mit eigener Praxis und engagiert sich beim KIT, dem Kriseninterventionsteam. Als sie zu einem Fall hinzugezogen wird, sieht zunächst alles nach einem tragischen Vermisstenfall aus: Martin König, treusorgender Familienvater und Feuerwehrmann, ist verschwunden. Tessa soll sich um die geschockte Ehefrau und die fünfjährige Tochter kümmern. Der Fall ist jedoch weit komplexer als er anfangs aussah und die Details, die von den Ermittlern zutage gefördert werden, entsetzen Tessa – und lassen sie an einen weit zurückliegenden Fall zurückdenken, bei dem sie nicht helfen konnte. Dass der ermittelnde Kommissar Torben Koster den Fall leitet, trägt auch nicht zu Tessas seelischem Gleichgewicht bei – seit ihrer kurzen Affäre hat sie nichts mehr von ihm gehört. Jetzt müssen sie zusammenarbeiten. Wie soll das funktionieren? Weiterlesen
Antonia Fennek: Schwarzweiß
Regina Bogners Alltag im Maßregelvollzug der Hamburger Psychiatrie ist oftmals hart, aber sie macht ihren Job mit Präzision und Leidenschaft. Doch der neuste Gefangene, der Mörder Niklas Rösch, bringt sie aus dem Tritt. Er scheint Details aus Reginas Vergangenheit zu kennen, die sie selbst bereits tief verdrängt hatte und die vor allem niemand in Hamburg kennt. Wie kann Rösch davon wissen und was beabsichtigt der Frauenmörder? Als Rösch fliegen kann, ist nicht nur Regina in Gefahr, sondern auch ihre beste Freundin und ihre Tochter. Eine der drei zahlt schnell mit ihrem Leben … Weiterlesen