Die beschauliche, fiktive Stadt Holt im Mittleren Westen der USA ist den Lesern von Kent Harufs Büchern längst bestens bekannt. Und wie könnte es anders sein – auch sein neuer Roman spielt in dieser typischen amerikanischen Provinzstadt, die möglicherweise unter einer anderen Ortsbezeichnung tatsächlich existent ist.
Jack Burdette war acht Jahre aus Holt verschwunden und taucht plötzlich wieder auf. Er parkt seinen roten Cadillac mitten in der Stadt und bleibt einfach darin sitzen. Niemand aus Holt hatte je damit gerechnet, dass er irgendwann freiwillig zurückkommen würde, nach all den Ungeheuerlichkeiten, die er angerichtet hat. Der Griff in die Kasse seines Arbeitgebers, die Schulden bei den Ladeninhabern der Geschäfte, in denen er sich vor seinem Verschwinden neu eingekleidet hat und obendrein ist da noch seine Familie, die er ohne jegliche Andeutungen verlassen hat. Bis nach Kalifornien hatte man seine Spur damals ergebnislos verfolgt. Es gibt in Holt niemanden mehr, der ihn in seinem Haus aufnehmen würde. Auch nicht seine Mutter und schon gar nicht seine Frau Jessie, die sich mit zwei Kindern durchschlagen musste und obendrein noch monatelang von den Bewohnern aus Holt traktiert worden war. Burdette, mittlerweile dick und schmuddelig geworden, braucht nicht lange in seinem protzigen Auto zu warten, bis der Sheriff ihm Handschellen anlegt und ihn abführt. Er leistet keinen Widerstand, offenbar weiß er, dass ihm nichts passieren wird, weil seine Straftaten verjährt sind. Weiterlesen








