Herzerwärmend und berührend sind die Adjektive, die mir als erstes einfallen, um diesen Roman zu beschreiben. Mit überwältigendem Einfühlungsvermögen erzählt uns die Autorin in ihrem Erstling die Geschichte von zwei ganz und gar unterschiedlichen Frauen.
Lenni ist siebzehn und wird sterben. Margot ist 83 und wird sicher ebenfalls in absehbarer Zeit sterben. Die beiden begegnen sich im Krankenhaus und beschließen, ihre gemeinsamen genau einhundert Jahre in Bildern festzuhalten.
So beginnen sie für jedes Jahr ihres bisherigen Lebens ein Bild zu malen, und während das geschieht, erzählt die eine der anderen die jeweilige Geschichte dazu.
Geschrieben ist der Roman (fast) durchgängig aus Lennis Perspektive, die den Krankenhausalltag mit so intensiven wie lakonischen Worten beschreibt, dass die Leserin eine Gänsehaut bekommt. Besonders ihre Begegnungen mit Pater Arthur, den sie immer dann in der Krankenhauskapelle besucht, wenn eine Schwester Zeit hat, sie dorthin zu bringen, sind berührend und die Gespräche zwischen dem alten Geistlichen, der vor seinem Ruhestand steht, und dem jungen Mädchen, das bereits am Ende seines Lebens angekommen ist, machen sehr nachdenklich und wirken lange nach. Weiterlesen








