Als Power, der Hund der Hitschke, verschwindet, ist die alte Frau verzweifelt. Er war ihr einziger Lichtblick in dem trostlosen Dasein, dass sie seit dem Tod ihres Mannes fristet. Sie bittet das Mädchen Kerze, nach ihrem Hund zu suchen. Kerze nimmt die Aufgabe sehr ernst, denn sonst passiert in dem kleinen Dorf wenig. Sie verspricht der Hitschke, den Hund auf jeden Fall zurückzubringen. Und sie wäre nicht Kerze, wenn sie ihr Wort nicht halten würde. Die anderen Kinder des Dorfes werden bald auf Kerzes Suche aufmerksam und wollen sich daran beteiligen. Doch Kerze macht es ihnen nicht leicht und stellt hohe Anforderungen an die Kinder. Und trotzdem wollen immer mehr von ihnen mit Kerze in den Wald auf die Suche nach Power gehen.
Verena Güntner (Jahrgang 1978) ist ein eindringlicher, kurzer Roman gelungen, in dem die erwachsene Gesellschaft den Bezug und die Verbindung zur nachrückenden Generation verliert. Dabei nimmt die Autorin schon im zweiten Absatz vorweg, dass Kerze Power natürlich findet, sieben Wochen nach ihrem Auftrag, mausetot und von Maden zerfressen. Man spürt schnell, dass es nicht darum geht, einen verloren gegangenen Hund zu finden. Weiterlesen








