Wer kennt ihn nicht, den alten Schwarz-Weiß-Film „Ist das Leben nicht schön“ mit James Stewart, den man jedes Jahr um die Weihnachtszeit im Fernsehen anschauen kann. An diesen Film erinnert mich der neue Roman des britischen Autors Matt Haig.
Nora Seed, Mitte Dreißig, ist in ihren eigenen Augen eine komplette Versagerin. Sie verliert ihren Job, ihre Katze wird überfahren, ihre beste Freundin hat den Kontakt zu ihr abgebrochen und ihr Bruder will nichts mehr mit ihr zu tun haben. Nora beschließt, es ist Zeit, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Doch statt zu sterben, landet sie in der Mitternachtsbibliothek. Diese heißt so, weil dort die Uhr stets auf Mitternacht steht. In dieser Bibliothek finden sich alle Bücher ihres Lebens, der Leben, die sie hätte führen können, wenn sie an dieser oder jener Wegkreuzung anders abgebogen wäre. Nora bekommt die Gelegenheit, diese möglichen Lebenswege auszuprobieren, um herauszufinden, ob sie wirklich sterben will. Die „Bibliothekarin“ in der Mitternachtsbibliothek, die für Nora die passenden Bücher heraussucht, ist Mrs Elm, die während Noras Schulzeit die Bücherei leitete und zu der Nora eine enge Beziehung hatte. Mrs Elm fragt Nora nach den Entscheidungen oder Handlungen in ihrem Leben, die sie am meisten bereut. Davon ausgehend wählt Nora beispielsweise das Buch, welches ihr das Leben zeigt, das sie als Polarforscherin geführt hätte. Oder das Leben als erfolgreiche Schwimmerin. Doch wenn die Lebensalternativen ihr nicht zusagen, kommt sie stets zurück in die Mitternachtsbibliothek. Weiterlesen







Ein anrührender, einfühlsamer Roman um zwei Menschen auf der Schattenseite des Lebens. Yama, ein junger, schüchterner Fernsehautor, der von seinem Vorgesetzten auf das Heftigste drangsaliert wird, betritt eines Abends eine winzige Bar im Viertel Shinjuku. Hinter der Theke der Bar bedient die ebenfalls sehr junge Yume. Eine wortkarge Frau, die schielt und die eine ganz besondere Beziehung zu Katzen hat. Um diese Katzen dreht sich auch die Katzenwette, bei der einige der Kneipengäste darauf wetten, welche Katze als nächste durch ein Oberlicht in den Raum hineinsehen wird. Zur besseren Unterscheidung der Tiere hat Yume einen sogenannten Katzenplan gezeichnet, der stets an der Kühlschranktür hinter der Theke hängt.