Caren Benedikt: Tosende See: Grand Hotel Usedom

Produktbild: Tosende See

Auch der letzte Teil der fesselnden Trilogie um die Familie von Höveln und ihre Hotels „Ahlbecker Hof“ und „Atlantic“ auf Usedom ist wieder ebenso Familiensaga wie eine Studie der gesellschaftlichen Konventionen und Gepflogenheiten Anfang des 20. Jahrhunderts. Wir erleben hautnah, wie schwierig es für Frauen ist, sich aus einer unglücklichen, ja krankmachenden Ehe zu befreien, wie viele Steine ihnen in den Weg gelegt werden, wenn sie nicht in den Schoß der Familie zurückkehren können oder gar versuchen, auf eigenen Füßen zu stehen und eigene Entscheidungen zu treffen.

Maria, die älteste der drei Schwestern von Höveln, kann jetzt endlich die Scheidungspapiere unterzeichnen, und ihr Ex-Mann, Friedrich Kaminski, wird mit juristischen Schritten dazu aufgefordert, die Insel zu verlassen. Er steht ohne alles da. Seine Familie, die seine verbrecherischen Machenschaften lange gar nicht mitbekommen hatte und diese absolut verurteilt, auch den Umgang mit Maria und deren Familie, untersagt ihm jede finanzielle Unterstützung. Lediglich die Abreise von der Insel haben sie für ihn organisiert, doch wieder einmal gelingt es Friedrich, sich den Auflagen zu entziehen. Sein Versuch jedoch, noch einmal in seinen alten Kreisen Fuß zu fassen, scheitert kläglich, hat er sich doch zu viele Feinde gemacht.

Sophie und Helene sind nach wie vor entschlossen, die Umstände zum plötzlichen Tod ihres Vaters wie auch der Mutter schon vor einigen Jahren lückenlos aufklären zu lassen, auch wenn die Nachforschungen, die der Privatermittler, den sie beauftragt hatten, nahelegen, dass ihre geliebte Tante darin verwickelt sein könnte. Helene sieht sich zudem vor der Herausforderung, den „Ahlbecker Hof“ nach Friedrichs Abgang wieder zu dem zu machen, was er zu Zeiten ihres Vaters, ihrer Eltern, gewesen war: das erste Haus am Platz. Eine ganze Menge Stoff also, den die Autorin auch hier wieder geschickt zu einem fesselnden, gut und spannend geschriebenen Roman verarbeitet, in dem uns die schon bekannten Figuren noch vertrauter werden und die Handlung keineswegs fremd erscheint. Eine gute Story, authentische Figuren und eine gut recherchierte Darstellung der Zeit, in der die Saga angesiedelt ist. Vor der idyllischen, manchmal stürmischen Kulisse der Ostsee ist man als Leser gleich mittendrin im Geschehen.

Caren Benedikt: Tosende See: Grand Hotel Usedom
Maximum Verlag, März 2026
416 Seiten, Paperback, 18,00 Euro

Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.