Ein Buch über Schakkeline und Kevin muss heutzutage jeder geschrieben haben. Meist sind diese Bücher überzogen witzig, bedienen sich im Klischee-Fundus der Gesellschaft und nerven schon nach gut 40 Seiten nur noch. Nicht so „Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey“. Die Autorin ist Psychologin und arbeitet als Sachverständige beim Familiengericht. Sie wird immer dann in die Familien gerufen, wenn die Betreuungssituation unklar ist, wenn Partner sich um das Sorgerecht streiten oder die Frage einer Inobhutnahme eingeschätzt werden muss. In ihrem Buch beschreibt sie verschiedene Fälle, zu denen sie gerufen wurde. Welche am Anfang ihrer Karriere, als sie noch schockiert war, und welche aus der Gegenwart, wo sie so schnell nichts mehr umhaut. Weiterlesen
Autor: Leselust Team
David Safier: 28 Tage lang
Polen, 1942: Die Jüdin Mira schmuggelt Lebensmittel, um ihre kleine Familie zu ernähren. Immer wieder bringt sie sich in Gefahr, verhaftet zu werden – und entkommt. Doch dann beginnen so genannte „Umsiedelungen“ der Juden in den Osten und was erst nur Gerüchte sind, wird allmählich zur bitteren unumgänglichen Wahrheit: Diese Umsiedelungen sind der sichere Weg in den Tod. Mira schließt sich wild entschlossen dem jüdischen Widerstand an.
Was für ein Mensch willst du sein? Diese Frage stellt sich Mira im Laufe der Geschichte immer und immer wieder. Besonders wenn es brenzlig wird und sie nicht mehr weiß, wie sie handeln soll. Weiterlesen
Erin Hunter: Survivor Dogs 01: Die verlassene Stadt
Ein großes Erdbeben verändert das Bild der Stadt, in der Streuner Lucky bisher gelebt hat. Plötzlich sind alle Menschen, die Langpfoten, verschwunden und die Stadt wirkt wie ausgestorben. Nur die Tiere sind zurückgeblieben und die Hunde formieren sich zu Rudeln. Gegen seinen Willen wird Lucky der Anführer von ein paar arglosen Leinenhunden, die wenig über das Leben in Freiheit wissen und denen auch seine Wurfschwester Bella angehört. Das Wissen über wildes Leben soll ihnen nun ausgerechnet Einzelgänger Lucky beibringen. Er beschließt, einige Tage bei den Leinenhunden zu bleiben und erst dann weiterzuziehen. Weiterlesen
Henri Alain-Fournier: Der große Meaulnes (1913)
Der große Meaulnes ist der geborene Anführer. Als er im Alter von siebzehn Jahren in die Schule von François Vater kommt, wird in der Dorfschule für einige Monate alles anders. François findet in dem gleichaltrigen, großen Jungen nicht nur den schon lange vermissten Freund, sondern auch das Ende seiner Isolation zu Gleichaltrigen. Hatten ihm die Eltern bisher den Umgang mit den Dorfkindern verboten, ist nun Augustin Meaulnes Gesellschaft erlaubt. Aber auch die Dorfjugend sieht in dem großwüchsigen, starken Fremden ein noch nie dagewesenes Vorbild für neue Abenteuerspiele. Mitten im eiskalten Dezember türmt Meaulnes mit einem Pferdewagen, um als erster François Großeltern vom Bahnhof abzuholen. Doch er verirrt sich, verliert Pferd und Wagen und kommt schließlich nach drei Tagen völlig verändert zurück. Weiterlesen
Stefan Nink: Freitags in der Faulen Kobra
Beste Unterhaltung liefert auch der zweite Roman des Reisejournalisten Stefan Nink – „Freitags in der Faulen Kobra“. Es handelt sich dabei um die direkte Fortsetzung von Ninks Erstling „Donnerstags im Fetten Hecht“ aus dem Jahre 2012. Wieder muss der Lokalredakteur Siebeneisen aus Oer-Erkenschwick um die ganze Welt reisen, um eine Aufgabe zu erfüllen. Diesmal soll er für einen indischen Maharadscha die Einzelteile einer kleinen Figur finden, die angeblich Glück bringt. Der legendäre James Cook höchstpersönlich soll die Stücke im 18. Jahrhundert irgendwo auf dem Globus versteckt haben. Weiterlesen
Martin Suter: Allmen und die verschwundene Maria
Der letzte Band um den High-Society-Ermittler Johann Friedrich von Allmen endete mit dem Verschwinden von Maria, der Freundin von Allmens rechter Hand Carlos. Zwar wurde das gestohlene Dahlienbild erfolgreich widerbeschafft, dafür aber Maria entführt – ebenfalls wegen des Dahlienbildes. So tauchen in dieser Fortsetzung also sämtliche Personen des Vorbandes unverändert wieder auf und die Geschichte geht nathlos weiter. Von daher ist es mir ein Rätsel, warum das in zwei Bücher aufgeteilt wurde, eigentlich handelt es sich um eine zusammenhängende Geschichte.
Das ist aber das einzig Ärgerliche an diesem – nicht sehr dicken – Buch. Ansonsten ist die Geschichte gewohnt gut erzählt, witzig und doch hintergründig mit einem ganz besonderen Protagonisten.
Fazit: Wer es noch nicht kennt, sollte beide Bücher zusammen erstehen, ansonsten empfehlenswert.
Martin Suter: Allmen und die verschwundene Maria.
Diogenes, März 2014.
223 Seiten, Gebundene Ausgabe, 18,90 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.
Suzanne Young: Du. Wirst. Vergessen
In einer nicht allzu fernen Zukunft grassiert eine Selbstmordepidemie unter Jugendlichen. Scheinbar aus heiterem Himmel bringt sich eine Vielzahl von Ihnen um, bis das Programm aufgelegt wird. Niemand weiß so wirklich, was dahintersteckt, aber für die Eltern von Teenagern scheint es eine unglaubliche Erleichterung zu bedeuten. Sobald sie ihr Kind als „gefärdet“ melden, wird es abgeholt und kommt nach einigen Wochen zurück. Ohne Erinnerung, ohne Emotionen, ohne Selbstmordgefahr. Für die Teenager – gerade für die nicht-betroffenen – bedeutet das Programm jedoch keinerlei Erleichterung. Im Gegenteil. In der Zeit hochschießender Hormone, der Zeit des unmittelbaren Wechsels zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt sehen sie sich gezwungen, jede Emotion zu unterdrücken, um ja nicht im Programm zu landen. Weiterlesen
Anna Seidl: Es wird keine Helden geben
Die 15-jährige Miriam ist wie jeder Teenager in ihrem Alter. Sie mag Klamotten, ihre besten Freundinnen und ihren festen Freund Tobi. Ihre Welt gerät allerdings an nur einem Morgen ins Wanken. Dem Morgen des Amok-Laufs. Sie wird Zeuge wie ein Mitschüler in der Schule zu schießen beginnt, wie ein Junge stirbt, weil sie nicht handelt, wie ihr Freund Tobi verblutet, weil sie untätig zusieht, wie sie selbst fast zum Opfer des Amok-Läufers wird. Und nichts ist mehr, wie es war. Miriam verkriecht sich in ihrer Trauer und kann keinen neuen Mut zum Leben finden. Dass auch ihre beste Freundin Joanne nicht mehr mit ihr sprechen möchte, bringt sie aus der Fassung. Weiterlesen
Ralf Husmann: Stromberg – Das Hörspiel zum Film, gelesen von Christoph Maria Herbst u.a.
Ich bitte um Handzeichen: Wer hat Die Simpsons im Kino gesehen? Ah, ja. Warum eigentlich? Weil’s anders ist. Mit Popcorn. Und länger. Und kultig. Und überhaupt. Ähnlich ist es wohl mit dem Stromberg-Film. Und sich den dann noch als Hörspiel anzuhören. Das ist kultig! Das ist anders. Da braucht es noch nicht einmal das Popcorn. Obwohl es auch nicht schaden kann.
Christoph Maria Herbst ist der unangefochtene Hörbuch-Sprecher. Er kann das einfach. Und wenn er dann noch eine Rolle spricht, die er spielt, dann greifen Fans doch gerne zu. Weiterlesen
Andrea Schacht: Triumph des Himmels
Frankreich, 1925: Von Paris bis Berlin, eine reizvolle Rallyestrecke ist ausgeschrieben und weckt das Interesse unterschiedlichster Persönlichkeiten. Mac und sein Gehilfe Hans wollen mit ihrem Ford T daran teilnehmen, denn Mac wittert im Anschluss an die Rallye einen Posten bei dem Autohersteller. Reporterin Emmalou glaubt durch Rallye endlich an ihren journalistischen Durchbruch. Nie wieder von Frauen hinterm Herd und Fleckentfernung schreiben! Sie setzt sich in den Kopf, die Rallye mit einem Flugzeug aus der Luft zu begleiten. Weiterlesen