Seit ein paar Wochen sind Addie und Eva nun schon in Sicherheit. Nachdem sie in Nornand gefangen waren, konnten sie und ihre Freunde von dort gerettet werden. Seitdem leben die zwei mit Hally, Ryan und Kitty an einem geheimen Ort. Sie dürfen die Wohnung nicht verlassen, hocken nur drinnen vor dem Fernseher und beginnen sich zu langweilen. Addie fragt überdies, was aus ihrer Familie geworden ist. Als ein paar jugendliche Hybride, die ebenfalls aus der Anstalt gerettet wurden, einen Anschlag auf ein neu zu bauendes Recherchezentrum zum Thema Hybridität planen, setzt Eva sich dafür ein. Sie will alles daran setzen, den Bau und damit das Quälen neuer Kinder zu verhindern. Addie hält sich bedeckt und zieht sich immer mehr vor Eva zurück. Weiterlesen
Autor: Leselust Team
Bonnie Nadzam: Mr. Lamb
Gegensätze prallen aufeinander im Debütroman „Mr. Lamb“ der Britin Bonnie Nadzam: Ihr Titelheld ist 54, ein wohlhabender Mann mit Liebe zum Land. Nach der Beerdigung seines Vaters trifft er die elfjährige Tommie, ein Schlüsselkind aus der Großstadt aus ärmlichen Verhältnissen, das von einem anderen Mädchen schikaniert wird. Gemeinsam ist beiden die Einsamkeit.
Einfühlsam beschreibt Bonnie Nadzam, wie sich das Paar näher kommt. Mr. Lamb zeigt dem Mädchen die Schönheit eines anderen Lebens außerhalb der Stadt und täuscht eine Entführung in die Rocky Mountains vor. Es ist ein behutsam und mit großer Erzählkraft geschriebener Roman über Grenzen zwischen zwei Menschen, Verletzlichkeit, Vertrauen und die Einsamkeit.
Bonnie Nadzam: Mr. Lamb.
dtv, Januar 2014.
240 Seiten, Taschenbuch, 14,90 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.
Arne Dahl: Neid
Mit „Neid“ legt Arne Dahl den dritten Fall um seine Opcop-Gruppe – der geheimen multinationalen Ermittlungsgruppe in Den Haag – vor. Und dieser Fall ist wieder wesentlich gelungener und schlüssiger als sein Vorgänger. Mit Themen wie dem Menschenhandel und dem Kampf gegen die Energielobby hat er sich großen gesellschaftspolitischen Themen gewidmet.
Wie üblich gibt es zwei zunächst unabhängige Fälle, in denen die Gruppe ermitteln muss: Während das Opcop-Team die Hintermänner eines internationalen Menschenhandelsrings observiert, begegnet Paul Hjelm bei einem Galadiner der französischen EU-Kommissarin Marianne Barrière. Sie bittet ihn um Hilfe in einem blutigen Kriminalfall von europäischer Tragweite: Weiterlesen
Jess Walter: Die finanziellen Abenteuer des talentierten Poeten
Der ehemalige Wirtschaftsjournalist Matt Prior hat ein paar Probleme: Seine Frau geht fremd, er hat einen demenzkranken Vater zu betreuen, kann die Raten für sein Haus nicht mehr zahlen und ist arbeitslos.
Eine seiner Ideen, sich aus der Misere zu befreien, ist eine Homepage zu betreiben, die sich auf poetische Weise mit Wirtschaftsthemen beschäftigt. Der Versuch geht schief, weil sich kein Mensch für ein solches Internetangebot interessiert, wie der Leser sich leicht denken kann. Dann trifft er beim nächtlichen Milchkauf am Kiosk ein paar zwielichtige Gestalten und seine nächste Fehlentscheidung wird geboren: Matt beschließt, unter die Drogendealer zu gehen … Weiterlesen
John Corey Whaley: Hier könnte das Ende der Welt sein
„Hier könnte das Ende der Welt sein“ ist ein Jugendbuch, das LeserInnen mit literarisch eher anspruchsvollen Ambitionen ansprechen wird.
Wir lesen von dem siebzehnjährigen Cullen Witter, der in Lily, einer langweiligen Kleinstadt in Arkansas lebt. Im zweiten Kapitel machen wir Bekanntschaft mit Benton Sage und dessen religiösen Visionen. Dabei ist fast bis zum Ende kein Zusammenhang zwischen den beiden unterschiedlichen Protagonisten erkennbar. Der Autor arbeitet mit zwei verschiedenen Erzählsträngen- und techniken, was anfangs etwas irritierend anmuten kann. Weiterlesen
Dimitri Verhulst: Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau
Was wäre, wenn man seiner Umwelt vorspielen würde, man wäre dement und würde in einem entsprechenden Heim untergebracht? Würde man damit nicht auch ein gewisses Maß an Freiheit gewinnen? Mit dieser Idee spielt der flämische Autor Dimitri Verhulst, geboren 1972, in seinem Roman „Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau“. Besagter Bibliothekar, Désiré (mir war nicht klar, dass das auch ein männlicher Vorname sein kann) Cordier, 74 Jahre alt, liefert eine schauspielerische Glanzleistung ab, um von seiner verhassten Frau, unter deren Pantoffel er steht, wegzukommen und in ein Heim für Demenzkranke umziehen zu dürfen. Dort tut er nicht viel mehr als sein Schauspiel fortzusetzen und die anderen Bewohner zu beobachten. Unter anderem trifft er auch eine Jugendliebe wieder. Weiterlesen
Christoph Marzi: 5 Tage im April
Als seine Mutter nach einem schweren Fahrradunfall im Koma liegt, findet Jack auf ihrem Schreibtisch einen Brief mit einem ihm fremden Namen und einer Ortschaft bei Maine. Um der quälenden Einsamkeit zu entkommen und etwas zu tun zu haben, beschließt er, den Fremden zu finden und ihm den Brief der Mutter zu überreichen. Vielleicht kann dieser Mann ihm sogar etwas über seine eigene Vergangenheit und seinen Vater sagen? Jack setzt alle Hoffnungen auf das Zusammentreffen mit John Gilbert aus Seals Head und macht sich auf das kleine Städtchen im Norden. Weiterlesen
Natasha Farrant: Die Geschwister Gadsby, gelesen von Sascha Icks
Das Leben ist nicht einfach, wenn man als 13-jähriger Teenager dazu gezwungen ist, mit allen seinen verrückten Geschwistern und wechselnden Aupair-Kräften zusammenzuleben. Ihre Eltern sieht Bluebell dabei selten, sie sind ständig unterwegs und überlassen die Kinder der Obhut der meist überforderten Hilfskräfte. Umso besser für Bluebell: So kann sie ungehindert ihrem Hobby, dem Filmen, nachgehen und muss sich nicht mit so lästigen Dingen wie Hausaufgaben abgeben. Es bleibt jedoch immer genügend Zeit, sich mit den Geschwistern zu zanken oder anderen Schabernack auszuhecken. Doch auf der Familie liegt ein dunkler Schatten, der alle innerlich zu belasten scheint … Weiterlesen
Daniel Kampa: Mondscheingeschichten
Der Herausgeber Daniel Kampa hat in dem Band „Mondscheingeschichten“ dreiundzwanzig Erzählungen ausgewählt, die sich – wie der Titel besagt – um den Mond drehen.
Durch die bunte Mischung von Geschichten und Gedichten verschiedenster Autoren wird jedes Genre bedient. Die eine oder andere Erzählung hat man vielleicht vor langer Zeit schon einmal gelesen, wie zum Beispiel „Der kleine Häwelmann“ von Theodor Storm oder das „Abendlied“ von Matthias Claudius.
Auch zeitgenössische Autoren wie Paul Auster mit seiner Erzählung „Mond über Manhattan“ oder Banana Yoshimoto mit „Moonlight Shadow“ sind in diesem Buch vertreten. Weiterlesen
Ryk Brown: Die Frontier-Saga 02: Unter fremden Sternen
Vor gut eintausend Jahren hat eine bio-digitale Seuche die Menschheit und ihre Kolonien fast ausgelöscht. Überall flohen die Menschen in unbekannte, nicht verseuchte Gegenden des Alls und gründeten neue Kolonien, die nach und nach ihre Herkunft vergaßen.
Seit man im solaren System vor dreißig Jahren eine Datenarche gefunden hat, geht es langsam wieder aufwärts mit der Menschheit. Allerdings drohen die Yung schon bald das solare System anzugreifen.
Als man einen revolutionär neuen Antrieb testet, passiert das Undenkbare – eine gleichzeitige Antimaterie-Explosion führt dazu, dass die Aurora nicht wie vorgesehen 10 Lichtjahre springt, sondern gleich 1000 Lichtjahre von ihrem Kurs abkommt. Dass sie mitten in einem Raumgefecht herauskommen, und dass die meisten der erfahrenen Offiziere sterben vergrößert die Last, die auf dem jungen Piloten Nathan, dem das Kommando zufällt, ruht. Weiterlesen