A. T. Qureshi: The Baby Dragon Café

Saphira betreibt das Baby Dragon Café voller Herzblut, denn einen eigenen Drachen wird sie, die nicht aus einer Drachenreiterfamilie stammt, nie besitzen. Also kümmert sie sich stattdessen um ihre feurigen kleinen Gäste, immer gutmütig, auch wenn einmal ihre Kaffeemaschine unter den Flammen zu leiden hat und kein Besitzer sich verantwortlich fühlt.

Als der mysteriöse Aiden aus einer der einflussreichsten Drachenreiterfamilien ihr das Angebot macht, seinen Babydrachen Sparky zu trainieren, scheint für Saphira ein Traum wahr zu werden: Sie darf endlich eine engere Bindung zu einem Drachen aufbauen – und dass der gutaussehende Aiden ihr Herz höher schlagen lässt, schadet dabei auch nicht.

„The Baby Dragon Café“ ist Cozy Fantasy, allerdings eindeutig zu cozy für meinen Geschmack. So sehr kann man dem Leben eigentlich gar nicht entkommen wollen, bevor es klinisch untersucht werden sollte. Die Figuren bewegen sich wie zarte Blättchen im Wind zwischen oberflächlichen Primäremotionen, mal lachend, dann wieder weinend, dann ist aber sofort wieder alles gut. Im ganzen Buch gibt es keinen einzigen Konflikt. Keinen einzigen. Alles, was zu Beginn als Konflikt eingeführt wird, lässt sich innerhalb von zwei Sätzen durch ein kurzes Gespräch lösen. Warum die Figuren, die sich ab der ersten Seite attraktiv finden, erst gegen Ende zusammenkommen, entzieht sich meinem Verständnis; ihre eigenen Gründe für ihr Zögern glauben sie sich wahrscheinlich selbst nicht.

Dabei ist das Setting wirklich sehr süß gemacht und trägt einiges an Potenzial. Wer sich gerade in einer Burnoutphase befindet und WIRKLICH keinen Stress erträgt, dem sei zu diesem Buch geraten. Die Babydrachen sind sehr niedlich, die Welt hat einen träumerischen, fast schon kitschig harmonischen Kleinstadt-Vibe und Erholung ist beim Lesen eigentlich vorprogrammiert.

Leider ist es wirklich nicht gut geschrieben. Die Thalia-Rezensionen sprechen teilweise von einer schlechten Übersetzung, was meiner Meinung nach (auch mit Hinblick auf die anderen Werke der Übersetzerin) nicht die Ursache sein kann. Keine Übersetzung der Welt hätte das sprachliche Niveau heben können, das – auch inhaltlich – eher das einer Zehntklässlerin als einer laut Klappentext „preisgekrönten Autorin“ zu sein scheint.

Trotzdem möchte ich meine negativen Punkte abschließend noch einmal relativieren. Das Buch hat mir mit seinem süßen Cover jedes Mal ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert, wenn ich es in die Hand nahm – auch als ich längst wusste, dass mir die Geschichte zu cozy wird. Während ich diese Rezension schreibe, liegt es neben mir und ich kann ihm gar nicht richtig böse sein, dass es mich in 350 Seiten süßes Nichts gelockt hat. Ein bisschen, wie Saphira den Drachenbabys nicht böse sein kann, die täglich ihr Café anzünden. Wie gesagt: Wer wirklich gar keinen Stress im Leben erträgt und einfach nur ein paar Seiten lang alles Böse in der Welt vergessen will, der darf sich gerne von diesem Buch ablenken lassen – ich verspreche, dass es nicht (zu) aufregend ist.

A. T. Qureshi: The Baby Dragon Café
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Michaela Link
Piper, Februar 2026
352 Seiten, Taschenbuch, 18,00 €

Diese Rezension wurde verfasst von Isabella M. Banger.

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