Kerstin Preiwuß: Restwärme

rstEin eindringlicher Roman über etwas so Schwieriges und Widersprüchliches wie Heimatverbundenheit und Familienzugehörigkeit ist Kerstin Preiwuß mit „Restwärme“ gelungen.

Die Autorin, die 1980 selbst in einem kleinen Kaff in der mecklenburgischen Provinz geboren wurde, beschreibt aus der Ich-Perspektive eine junge Frau, die nach Jahren in ein solches Dorf zurückkehrt. Ihr Vater ist gestorben und sie verbringt einige Tage mit ihrem Bruder und ihrer Mutter im Haus ihrer Kindheit. Man ahnt, dass Kerstin Preiwuß vieles aus ihrer eigenen Vergangenheit für diese Geschichte verwendet hat. Weiterlesen

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Sally Nicholls: Keiner kommt davon

sallyIngleforn in der Nähe von York, 1349: Die Pest, das ist für die 14-jährige Isabel eine Krankheit, die nur ganz weit weg in Frankreich, vielleicht im fernen London wütet. Aber niemals in ihrer Nachbarschaft! Und doch macht die Pest auch vor der 500 Seelen-Gemeinde nicht Halt. Immer mehr Menschen, die Isabel wichtig sind, fallen ihr zum Opfer. Als die Mutter ihres Freundes Robin krank wird, steht für Isabel außer Frage, dass sie ihrem Freund helfen möchte. Doch mit der Nähe zu der kranken Familie bringt sie ihre eigenen Angehörigen in Gefahr. Wer wird sich vor dem Schwarzen Tod retten können? Weiterlesen

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Aude Le Corff: Bäume reisen nachts

audeSeit Monaten lässt die 8-jährige Manon niemanden an sich ran. Sie hat sich völlig in sich selbst zurückgezogen, sitzt im Garten unter einem Baum, spricht mit Tieren und liest ein Buch nach dem anderen. Ihr Nachbar Anatole ist bereits im fortgeschrittenen Alter und kämpft mit zunehmenden Einschränkungen. So ist es beispielsweise immer schwerer für ihn, die Wohnung zu verlassen. Doch Manons Schicksal berührt ihn und er versucht herauszufinden, was mit dem kleinen Mädchen passiert ist. Nicht lange hält sie damit hinter dem Berg, dass ihre Mutter eines Tages verschwunden ist. Sie hat der Familie, bestehend aus Manon und ihrem Vater, den Rücken gekehrt. Weiterlesen

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Kathrin Lange: Herz aus Glas

kathrinJuli wächst in Amerika bei ihrem Vater auf, einem an sich erfolgreichen Schriftsteller mitten in der Schreibkrise. Dessen Verleger lädt beide ein in sein Haus auf Martha’s Vineyard. Nicht ganz ohne Hintergedanken, denn sein Sohn ist im gleichen Alter wie Juli und hat sich seit dem Tod seiner Verlobten zurückgezogen bis hin zur Depression. Juli fühlt sich herzlich aufgenommen, nur das Haus ist ihr von Anfang an unheimlich. Dass Verlegersohn David kein Freude sprühender Unterhalter sein wird, hat sie vorher gewusst und zumindest hält er die Regeln der Freundlichkeit ein. Aber etwas stimmt nicht mit dem Tod seiner Freundin. War es David, der sie umgebracht hat, oder ist sie wirklich dem Inselfluch zum Opfer gefallen, wie angeblich so viele vor ihr? Weiterlesen

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Birgit Jasmund: Die Tochter von Rungholt

rungNordfriesland, 1361: Als Ivens Vater von den Wogensmannen erschlagen wird, sinnt er auf Rache. Doch im Rechtssystem der Inselgruppen ist das alles andere als einfach. Zuerst braucht er zwölf Unterstützter im Rat, damit sein Gesuch überhaupt wahrgenommen wird. Auch der Mann seiner Schwester wurde bei dem Überfall umgebracht und da die Schwiegermutter die Bauerstochter nicht leiden kann, verstößt sie sie. So muss Iven plötzlich nicht nur für den kompletten Hof sorgen, sondern auch seine Schwester durchbringen. Die hat selbst kein einfaches Leben, denn die Großmutter war im Volksmund als Hexe und Heilerin bekannt und die Menschen glauben nun, dass deren Gaben auf Laefke übergangen sind. Weiterlesen

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Anne Rüffer: Fräulein Franzen besucht das Glück

frauWas anfangs wie ein Verbrechen anmutet, entwickelt sich zu einer recht ungewöhnlichen Geschichte mit teilweise skurrilen Ausprägungen. Bei einer 54-jährigen Protagonistin, die Wert darauf legt, mit „Fräulein“ tituliert zu werden, ist dies aber auch nicht verwunderlich.

Fräulein Eva-Maria Franzen arbeitet bei der regionalen Tageszeitung, wo sie für die Traueranzeigen verantwortlich ist, denen sie in Zusammenarbeit mit den Hinterbliebenen eine ganz spezielle Note verleiht.
An einem Samstagmorgen entdeckt eine Wohnungsnachbarin Eva Maria Franzen schwer verletzt am Boden in ihrer Wohnung liegend. Weiterlesen

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Peter Schmitz: Golgatha: Ein Kriegsroman (1937)

kriegIm Erinnerungsjahr 2014, 100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs, wimmelt es auf dem Buchmarkt nur so von Veröffentlichungen zu dem Thema; das betrifft in erster Linie Sachbücher, aber auch die Belletristik, bei der es zu zahlreichen Neudrucken kommt. Jedem bekannt, nicht zuletzt durch die zahllosen Wiederholungen seiner Verfilmung im Fernsehen: „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque. Zum Zeitpunkt seiner Erstveröffentlichung Ende der Zwanziger Jahre kein Einzelfall: Rund 200 Romane aus dieser Zeit befassten sich mit der Aufarbeitung des Kriegsgeschehens. Weiterlesen

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Richard Laymon: Kill for fun: Gnadenlose Geschichten

killRichard Laymon dem Fan gediegenen Horrors vorzustellen, das hieße Eulen nach Athen tragen. Die Bücher des viel zu früh von uns gegangene US-Autors tummeln sich gerne auf den internationalen Bestsellerlisten, werden von Fans wie Gelegenheitslesern gerne goutiert. Dabei verbindet er geschickt harte Horror-Szenen mit pointierten Betrachtungen kleinstädtischer Idylle oder dem alltäglichen Trott in den urbanen Zentren Amerikas.

Vorliegend wird gekillt, zerstückelt und geschockt, dass es ein wahres Vergnügen ist, sich auf die zwölf im Buch vereinten Geschichten einzulassen. Dabei ist anzumerken, dass es sich hierbei um eine Originalzusammenstellung handelt, hinter deren Auswahl ich den Verleger Frank Festa selbst vermute. Weiterlesen

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Maurizio De Giovanni: Das Krokodil

mauMaurizio De Giovanni ist einer der wichtigsten Newcomer der italienischen Krimiszene. Sein Debütroman „Das Krokodil“, Auftakt einer Reihe mit Inspektor Lojacono, wurde mit dem wichtigsten Krimipreis Italiens ausgezeichnet. Und das Buch ist so raffiniert, so schön geschrieben und so spannend, dass man den nächsten Krimi der Reihe kaum erwarten kann.
Vier Morde an jungen Menschen gibt es in dem Krimi. Der Mörder begleitet die Leser; in Briefen an seine tote Tochter erzählt er von seinen Plänen, man versteht allmählich, warum und an wem dieser Mann perfide Rache nehmen möchte. Aber warum weint der Mörder, wenn er tötet? Zumindest findet die Polizei in Neapel immer ein Taschentuch mit Tränen, was dem Unbekannten den Fahndungsnamen „Das Krokodil“ einbringt.
De Giovanni vermischt kunstvoll Erzählebenen, verliert aber nie den roten Faden. Am (tragischen) Schluss hat man fast so viel Mitleid mit dem Mörder wie mit den Eltern der Opfer.

Maurizio De Giovanni: Das Krokodil.
Kindler, März 2014.
336 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Adam Sternbergh: Spademan

spadeHallo, ich nenne mich Spademan. Ich will ihren Namen nicht wissen. Betrachten sie mich als Kugel, sagen sie mir den Namen des Menschen, den sie getötet haben wollen, überweisen den Betrag im Voraus, den Rest erledige ich. Ich bringe Männer, wie Frauen um, sonst würde ich das weibliche Geschlecht diskriminieren. Nur Kinder sind tabu. Irgendwo muss man eine Grenze ziehen.
Ich lebe in Jersey. Seitdem eine dreckige Bombe auf dem Times Square in New York hochgegangen ist gibt es hier Platz, viel Raum in aufgegebenen Flats der geflüchteten Brooker. Weiterlesen

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