Romy Fölck: Fünf Fremde

Die Wellen peitschen gegen die Fähre, als fünf Passagiere an einem stürmischen Oktobertag die Insel Neuwerk in der Nordsee erreichen. Für vier von ihnen ist es die Rückkehr an einen Ort, der dunkle Erinnerungen wachruft. An einen Sommer vor dreißig Jahren, in dem zwei Teenager spurlos aus dem Schullandheim verschwanden. Auch damals waren die vier auf Neuwerk – und eine Frage hat sie seither nie mehr losgelassen: Was geschah in jenem verhängnisvollen Sommer wirklich? Als ein Orkan aufzieht und niemand die Insel verlassen kann, drängen lang gehütete Geheimnisse an die Oberfläche. Denn es gibt jemanden, der die Antwort kennt. Und der nicht eher ruht, bis eine alte Schuld endlich gesühnt wird …

Die Vielzahl der Charaktere erfordert zu Beginn einiges an Konzentration, um den Überblick zu behalten. Da die Geschichte auf zwei Zeitebenen und aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt wird, muss man als Leser stets aufmerksam bleiben, um nicht den Faden zu verlieren.

​Die Handlung an sich war spannend, zog sich jedoch zwischendurch spürbar in die Länge. Stellenweise hatte ich das Gefühl, kaum voranzukommen. Das Ende war zwar solide, wirkte an manchen Punkten etwas überkonstruiert. Es gab einfach zu viele Zufälle.

Während einige Wendungen mich eiskalt erwischt haben, wurden andere Konflikte für meinen Geschmack etwas zu leicht gelöst.

​Besonders gelungen ist allerdings die düstere Atmosphäre, die hervorragend zum Setting passt. Das raue Wetter auf der kleinen Insel unterstreicht die mysteriösen Vorkommnisse perfekt.

​Der Schreibstil der Autorin ist angenehm flüssig. Sie hat eine ganz eigene Art, ihre Welt und ihre Protagonisten zum Leben zu erwecken. Dass die Figuren nicht perfekt sind, sondern Ecken und Kanten haben, verleiht der Geschichte eine angenehme Tiefe.

wer einen Soliden Thriller mit düsterer Stimmung und einigen Protagonisten sucht, der ist hier genau richtig

Romy Fölck: Fünf Fremde: Nur einer kennt das tödliche Geheimnis, das sie alle verbindet.
Lübbe, März 2026.
385 Seiten, Hardcover, 22.00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.

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