Raija Siekkinen: Wie Liebe entsteht

wieRaija Siekkinens Geschichten vereinnahmen die Gedanken nach dem Lesen weiter. Über allen zehn in diesem Band versammelten Erzählungen liegt eine besondere Atmosphäre, die von leiser Wehmut getragen wird.

Die Figuren der finnischen Autorin sind weiblich. Etwas in ihrem Leben ist nicht im Lot, bis ein Stein ins Rollen kommt, der eine Wende einleitet.
So lesen wir von Beziehungssituationen mit mehr oder weniger verzagten unglücklichen Protagonistinnen, die ein vordergründig normales Alltagsleben führen. Dabei holt Vergangenes sie immer wieder ein, verändert die Gegenwart. Aus einem neuen Blickwinkel ergeben sich Umkehrschlüsse, Neuanfänge. Weiterlesen

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Petra Hammesfahr: An einem Tag im November

tagDie Notkötters verbringen einen vergnügten Tag bei einem befreundeten Ehepaar. Die Ehefrau vertratscht sich, es wird spät und dann kommt auch noch ein Stau auf der Autobahn hinzu. Völlig entnervt biegen sie in dieser dunklen Novembernacht in die letzte Straße ein. Da scheppert es gewaltig und sie haben nicht mehr gesehen, als ein buntes Etwas, das sofort unter ihrem Wagen verschwindet.

Arno Klinkhammer ist frisch ernannter Hauptkommissar. Noch während der Feier kommt die Nachricht über ein verschwundenes fünfjähriges Mädchen in Herten. Weiterlesen

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Philip Teir: Winterkrieg

winterWeil Finnland in diesem Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse ist, erscheinen jetzt einige Bücher von finnischen Autoren auch auf Deutsch. Eines von ihnen ist „Winterkrieg“ von Philip Teir, geboren 1980. Im Mittelpunkt dieses Debütromans, der im gehobenen Akademikermilieu spielt, steht die Ehekrise von Max, einem 60-jährigen Soziologen, und seiner fünf Jahre jüngeren Frau Katriina. Die ohnehin schon belastete Beziehung wird nicht besser, als Max eine Affäre mit einer jungen Journalistin beginnt. Auch im Leben der beiden Töchter Helen und Eva ist nicht alles nur schön. Die eine schlägt sich im Familienalltag mit zwei kleinen Kindern durch, die andere verzweifelt an ihrem Kunststudium in London und verschiedenen Liebhabern. Weiterlesen

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Karine Giebel: Die Flügel, mein Engel, zerreiß ich dir

kariKarine Giebel, die als DIE weibliche Stimme des französischen Kriminalromans bezeichnet wird, hat in diesem psychologischen Spannungsroman beängstigende Charaktere mit atemlosen Thrill gekoppelt. In der Handlung wird eine attraktive junge Frau systematisch von einem mysteriösen Schatten, der sie verfolgt und nötigt, zugrunde gerichtet.

Cloé Beauchamp ist jung, schön, glücklich verliebt und erfolgreich. Durch Ausdauer und Ehrgeiz hat sie sich in ihrer Werbeagentur weit nach oben gearbeitet. Ihr Chef stellt ihr in Aussicht, in absehbarer Zeit seine Nachfolge anzutreten. – Ein beneidenswertes Leben sollte man meinen, doch der Schein trügt: Auf dem Nachhauseweg von einer Party fühlt Cloé sich plötzlich verfolgt und nimmt eine schemenhafte Gestalt wahr, die dann wieder im Nichts verschwindet. Weiterlesen

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Emily Gillmor Murphy: Jetzt und hier und vielleicht für immer

gilEin weiteres Jahr am College nimmt seinen Lauf und für Tom besteht Grund zur Annahme, dass es genauso beginnen wird, wie das letzte geendet hat. Viel Alkohol, Drogen und Sex mit ständig wechselnden Mädchen. Dafür hat er bereits einen Ruf – zu einer festen Freundin reicht es allerdings nicht. Als ihm Olive über den Weg läuft, ist er von ihr sofort fasziniert. Unter Alkoholeinfluss geht er allerdings mit seinen Kumpels eine Wette ein: Er behauptet, er könne Olive innerhalb von fünf Monaten flachlegen. Gar nicht so einfach, denn die junge Frau erweist sich als überaus flirtresistent und erliegt Toms Charme nicht innerhalb weniger Tage. Weiterlesen

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Gunnar Cynybulk: Das halbe Haus

gunnGunnar Cynybulks Roman „Das halbe Haus“ ist eine teilweise biografische Geschichte, die in beiden Teilen Deutschlands spielt. Eine Familie, getrennt durch die deutsche Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg, wird über viele Jahre begleitet.
Wenn der Verlag ankündigt, die Handlung spiele „zu Zeiten der ehemaligen DDR“, werden viele Leser so wie ich kurz aufhorchen, denn dass die DDR jemals die „ehemalige“ sein würde, war für viele nach dem Krieg geborenen Menschen keine reale Vorstellung.
Aber alle sind wir mit den Geschichten von „denen da drüben“, mit Erzählungen über Verwandte, die man niemals kennen lernen würde und einige Wenige auch mit kurzen Besuchen von hüben nach drüben, von der jeweils bekannten, vertrauten, „normalen“ Welt in die andere, fremde Welt aufgewachsen. Egal, auf welcher Seite der Mauer. Weiterlesen

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Joe R. Lansdale: Das Dickicht

joeWillkommen im Wilden Westen. Aber vergessen sie besser ganz schnell alles, was sie meinten über Texas zur Zeit des vorletzten Jahrhunderts zu wissen.
Ja, es gab Sheriffs und Banditen, Sklaven und Gunslinger, doch mit der weichgespülten Hollywood Version a la Bonanza hat Joe Lansdales Roman wenig, nein eigentlich nichts zu tun.

Erzählt wird die Geschichte des 16-jährigen Jack. Als die Pocken seine Eltern in ein zu frühes Grab senden, soll er zusammen mit seiner 2 Jahre jüngeren Schwester zu seiner Tante.
Dumm, dass sie schon auf dem Weg in Richtung Feuerross, um im Jargon zu bleiben, mit einer skrupellosen Bande aneinandergeraten. Der Großvater wird erschossen, die Schwester als Liebesdienerin entführt, Jack selbst sollte eigentlich im Fluss ertrinken. Weiterlesen

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Derek B. Miller: Ein seltsamer Ort zum Sterben

ortMit 82 Jahren wagt der Jude Sheldon Horowitz noch einmal einen Umzug von den USA nach Oslo, um bei seiner Enkelin und deren Mann zu leben, denn die junge Frau bekommt ein Baby und er freut sich auf das Urenkelchen. Doch in Norwegen fühlt er sich nicht wohl und wehrt sich vor allem gegen das Schubladendenken seiner Angehörigen, die ihn für dement halten. Dement! Dass er nicht lacht! Die werden schon sehen … als eine Frau und ihr kleiner Junge unerwartet in der Wohnung landen, handelt Sheldon aus einer Kurzschlussreaktion heraus und taucht mit dem Kind unter. Wenig später ist die Frau tot und Sheldon mit dem Jungen verschwunden. Weiterlesen

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Angelika Klüssendorf: April

april„Das Mädchen“ aus dem gleichnamigen Roman von Angelika Klüssendorf, der 2011 erschien, ist erwachsen geworden. Im Roman „April“ erzählt die nun 55-jährige Autorin, die in der DDR aufgewachsen ist, die Fortsetzung der Geschichte dieses Mädchens, das in kargen, zerrütteten Verhältnissen in der DDR aufwuchs. Schon „Das Mädchen“ stand 2011 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis; mit April ist das Angelika Klüssendorf jetzt wieder geglückt.
April hat nun ein bisschen Glück im Leben. Das ehemalige Klau- und Heimkind kommt in eine Pflegefamilie, lernt endlich bessere Menschen als die zerrütteten Drogen- und Alkohol-Typen ihrer Jugend kennen. Und mit Hans als Ehemann scheint sie scheinbar im Glück zu sein und wird schwanger. Weiterlesen

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B.J. Novak: Cornflakes mit Johnny Depp

deppDer Amerikaner B.J. Novak, geboren 1979, scheint ein Alleskönner zu sein. Er hat nicht nur in den Hollywoodfilmen „Inglourious Basterds“, „Saving Mr. Banks“ und „The Amazing Spider-Man 2“ mitgespielt, sondern schreibt auch noch hervorragende Bücher. Die Geschichten in seiner Sammlung „Cornflakes mit Johnny Depp“ sind oft witzig, meist tiefsinnig, immer lesenswert.

In einer Geschichte wird Elvis Presley erst nach seinem vermeintlichen Tod glücklich. Statt wirklich zu sterben, verdingt er sich fortan als erfolgreiches Elvis-Double. Der Vorteil: Er ist den Druck los, der wirkliche Elvis sein zu müssen. Weiterlesen

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