Hera Lind: Eine Handvoll Heldinnen

heldAll‘ die Heldinnen und starken Frauen, deren Erlebnisse nicht genug Stoff für einen ganzen Roman von Hera Lind mit wahren Geschichten, die das Leben schreibt, liefern, hat die Bestseller-Autorin in ihrem neuen neuen Frauenroman „Eine Handvoll Heldinnen“ versammelt.
Katja, die sich von einem Ekel-Macho von Mann kommandieren lässt, lernt von der taffen Nachtclub-Chefin Erna, von Undine, die ihren Mann hingebungsvoll gepflegt hat, und der alten Frau Schröder, die ihren Mann aus der Kriegsgefangenschaft geholt hat, wie man sein Leben auch selbstbestimmt, als starke Frau meistern kann.
Den Weg zur Erleuchtung findet die unglückliche Heldin aber erst auf dem Jakobsweg, auf dem sie ihrer Tochter Juli, die mit Säugling im Kinderwagen voranstürmt, hinterhereilt. Juli sucht Jonas, ihren blinden Freund und Kindsvater, der die 300 Kilometer nach Santiago de Compostela voranmarschiert. Unterhaltsam und witzig erzählt Hera Lind auch die Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung. Und nebenbei findet Katja natürlich auch neues Liebesglück.

Hera Lind: Eine Handvoll Heldinnen.
Diana, April 2015.
384 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Titus Müller: Berlin Feuerland

feuer„Feuerland“ heißt das Viertel in Berlin, in dem die neuen Industrieschonsteine qualmen. Dort lebt Hannes Böhm – mehr schlecht als recht. Weil er sich auf gar keinen Fall in einer der neuen Fabriken verheizen lassen will, verdient er sich ein Zubrot als Fremdenführer für gelangweilte reiche Mädchen durch das Armenviertel. Dabei lernt er Alice kennen. Die ist mehr als nur ein gelangweiltes reiches Mädchen, auch wenn sie im Berliner Stadtschloss wohnt. Sie ist ehrlich schockiert über die Dinge, die sie zu sehen bekommt, über die Mütter, die ihre kranken Kinder nicht ernähren können und über im Elend sterbende Menschen. Weiterlesen

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Iris Grädler: Meer des Schweigens

irisAn der Küste St. Magors werden ein verstümmelter Hund und eine männliche Leiche angespült. Detective Inspector Collins muss ermitteln. Für ihn und sein Team ist der Fall eine große Herausforderung, das Küstenstädtchen ist eigentlich ein friedlicher Ort.

Der Tote, stellt sich heraus, war ein schottischer Millionär, über den die Polizei beinahe nichts herausfinden kann. Bald entsteht der Verdacht, dass ein anderer Todesfall mit dem Mord an ihm in Verbindung stehen könnte: Anthony Polodny, Sohn polnischer Einwanderer, ist eines scheinbar natürlichen Todes gestorben. Weiterlesen

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Joseph O’Connor: Die wilde Ballade vom lauten Leben

lebenWer Rockmusik mag, der sollte Joseph O’Connors „Die wilde Ballade vom lauten Leben“ lesen. Auf über 400 eng bedruckten Seiten zeichnet der 1963 geborene irische Autor die Karriere der vierköpfigen englischen Band „The Ships“ nach. Die gab’s zwar nicht wirklich, aber ihr Werdegang steht für den von vielen bekannten Rock-Legenden.

Das Buch, das größtenteils aus der Ich-Perspektive des Gitarristen Robbie geschrieben ist, erzählt vom Karriere-Anfang der Band in irgendwelchen üblen Kneipen des Londoner Vororts Luton über die Zeit des großen Erfolgs mit Touren durch die großen Stadien dieser Welt bis hin zu einem finalen Comeback. Weiterlesen

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Dan Smith: Big Game 01: Die Jagd beginnt

gameDie Frage, wann ist ein Mann ein Mann, haben nicht nur Sänger beantwortet.
Die finnische Variante sieht wie folgt aus: Als Fünfjähriger springt man zusammengebunden mit dem Vater einen Wasserfall herunter.
Die Nacht zum dreizehnten Geburtstag verbringt man allein im Wald, um mit einem traditionellen Jagdbogen ein Wild zu erlegen. Spätestens am Abend des Folgetages präsentiert der inzwischen dreizehnjährige Mann den Jägern seine Beute. Weiterlesen

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Piper Kerman: Orange Is the New Black: Mein Jahr im Frauenknast

black„Orange Is the New Black“ umfasst Piper Kermans Erlebnisse im Staatsgefängnis in den USA. Da sie vor vielen Jahren als junge Frau in einen Drogenschmuggel verwickelt war, bei dem sie sich noch nicht mal ihrer Straftat bewusst war, muss sie ins Gefängnis. Das heißt, raus aus ihrem gut situierten Leben, weg von ihrer Familie und dem Ehemann, der sie trotz allem unterstützt. Das heißt, rein in ein Frauengefängnis, in dem es Intrigen, Geheimnisse und vielleicht Sex gibt. Also sollte sie besser nichts von ihrer lesbischen Vergangenheit erzählen und die Ohren steif halten. Weiterlesen

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Martha Lea: Die Entdeckungen der Gwen Carrick: Roman

gwenVictorianische Romane bekommt man in bester Qualität von den Bronte-Schwestern; die 45-jährige Britin Martha Lea versucht sich auch daran. „Die Entdeckungen der Gwen Carrick“ ist ihr Debüt-Roman, und Lea muss noch viel lernen.
Die Geschichte, die zwischen 1859 und 1866 in Cornwall und Brasilien spielt, klingt spannend: Gwen Carrick ist Insektenforscherin und zeichnet diese Tiere. Sie lernt den Arzt Edward kennen und folgt ihm an den Amazonas. Aber Edward hat ein Geheimnis.
Lea packt zuviel in den Roman hinein und verliert den roten Faden. Polizeiberichte, die zwischendurch seitenlang abgedruckt sind, machen es nicht leichter, sich zurechtzufinden. Dabei ist die Sprache, in der Lea auch die Atmosphäre der Zeit und der Orte einfängt, schön. Nur ungeordnet, wenig schlüssig und nicht stringent ist dieser Erstling.

Martha Lea: Die Entdeckungen der Gwen Carrick: Roman.
Droemer, Februar 2015.
416 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Liza Marklund: Jagd

jagdAnnika Bengtzon ist erwachsen geworden. Länst ist ihre Arbeit als Journalistin beim „Abendblatt“ zur Routine geworden. Sie weiß, wie sie Bilder und Videos anlegen muss, sie hat den Text schon am Tatort fast fertig im Kopf. Aber das ist ein ganz besonderer Tatort. Der Abgeordnete Ingmar Lerberg wurde gefoltert, ehe er starb, seine Frau ist verschwunden und ausgerechnet das „Abendblatt“ hat vor nicht allzu langer Zeit seine Karriere als Politiker zur exzessive Berichterstattung jäh unterbrochen. Während alle Welt den Täter an dem Politiker sucht, lässt Annika dessen verschwundene Frau einfach keine Ruhe. Weiterlesen

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Evelyn Waugh: Lust und Laster (1930)

eveDer Schweizer Diogenes-Verlag setzt seine Evelyn-Waugh-Reihe mit einem frühen Werk des exzentrischen englischen Autors (1903-1966) fort: „Lust und Laster“, ein Roman aus dem Jahre 1930.

In teils überdrehter Manier wird die oberflächliche englische Spaßgesellschaft der 20er-Jahre portraitiert. Man betrinkt sich, rennt von Party zu Party, und die schlimmste Katastrophe, die passieren kann, ist, zu einem wichtigen gesellschaftlichen Event nicht eingeladen zu werden. Heiratsversprechen haben nichts Bindendes, wer Geld hat, gibt es mit vollen Händen (meist für Alkohol) aus. Erst ein Unfall bei einem Autorennen und der Ausbruch eines (fiktiven) Krieges ändern die Verhältnisse. Weiterlesen

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Paul Bokowski: Alleine ist man weniger zusammen

alleinDer in Berlin lebende Autor Paul Bokowski schreibt seine Geschichten in erster Linie, um sie auf den Lesebühnen „Brauseboys“ oder „Fuchs & Söhne“ vor Publikum vorzutragen – entsprechend kurz und pointiert sind sie.

In Buchform auf dem heimischen Sofa konsumiert, verlieren sie denn doch möglicherweise ein wenig von ihrem Reiz. Es fehlt das Live-Erlebnis der Lesung. Außerdem fällt es schwer, sich alle drei oder vier Seiten auf ein neues Thema einzulassen. Weiterlesen

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